Medienkonzern Vivendi leidet unter Mobilfunk-Preiskampf

Operativer Gewinnrückgang um 23 Prozent: Der französische Telekom-Konzern Vivendi ist an der Börse stark abgerutscht. Dabei hatte sich der Reingewinn 2013 noch verzehnfacht.
Update: 25.02.2014 - 11:16 Uhr Kommentieren
Umstrukturierungen und mangelnde Kommunikation setzen Vivendi derzeit unter Druck. Quelle: Reuters

Umstrukturierungen und mangelnde Kommunikation setzen Vivendi derzeit unter Druck.

(Foto: Reuters)

Paris/FrankfurtDer harte Preiskampf auf dem heimischen Mobilfunkmarkt macht dem französischen Medienkonzern Vivendi zu schaffen. Der Betriebsgewinn brach im vergangenen Jahr um fast ein Viertel auf 2,4 Milliarden Euro ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Vor allem die anhaltende Schwäche bei der Mobilfunktochter SFR trug dazu bei.

Der zweitgrößte Netzanbieter in Frankreich musste den Rückgang hinnehmen, obwohl die Zahl der Vertragskunden kräftig stieg. Wie die Rivalen leidet der einstige Gewinnbringer unter einer erbitterten Rabattschlacht, die von dem Billiganbieter Iliad ausgelöst wurde. Angesichts des Ergebnisses dürfte das Management die Pläne für eine Abspaltung von SFR und eine Rückbesinnung auf das Mediengeschäft vorantreiben.

Erst am Montag hatte Vivendi einen Kaufinteressenten für SFR präsentiert. Dabei handelt es sich um den Kabel-Konzern Altice, der den Mobilfunker mit seiner französischen Kabel-Tochter Numericable verschmelzen möchte. Vivendi soll dem Vorschlag zufolge einen rund 30-prozentigen Anteil an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen aus SFR und Numericable erhalten. Laut Insidern würde SFR so mit rund 15 Milliarden Euro bewertet. Bei der Bilanzvorlage äußerte sich Vivendi nicht näher dazu. Das Management sondiere alle Möglichkeiten für das Mobilfunkgeschäft, hieß es lediglich.

Vivendi will sich künftig wieder stärker auf das Mediengeschäft konzentrieren. Dazu übernahm der Konzern im vergangenen Jahr für gut eine Milliarde Euro den Bezahl-Fernsehsender Canal+ France komplett. Zudem verkaufte er für sechs Milliarden Euro den Mehrheitsanteil an dem amerikanischen Videospiele-Hersteller Activision Blizzard. Der Deal trug entscheidend dazu bei, dass das Nettoergebnis 2013 auf rund zwei Milliarden Euro verzehnfacht wurde. Auch der rund vier Milliarden Euro schwere Verkauf des Mehrheitsanteils an Maroc Telecom an den arabischen Mobilfunkbetreiber Etisalat soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden.

  • rtr
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