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Medizintechnik Diabetes-Start-up Diamontech will an der Börse bis zu 68 Millionen Euro einsammeln

Ein Verfahren der Berliner Firma ermittelt den Zuckergehalt ohne Hauteinstich. Bald könnte Diamontech an der Börse 255 Millionen Euro wert sein.
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Diamontech: Diabetes-Start-up strebt an die Börse Quelle: imago/Viviane Wild
Thorsten Lubinski

Wie man Blutzucker messen kann, ohne in die Haut stechen zu müssen – diesem Thema hat sich der 45-Jährige mit drei Mitgründern seit 2015 bei Diamontech verschrieben.

(Foto: imago/Viviane Wild)

Frankfurt Das Medizintechnik-Unternehmen Diamontech strebt an die Börse, um sein neuartiges Blutzucker-Messgerät weiterzuentwickeln. Von diesem Donnerstag an bis zum 26. November können die Aktien gezeichnet werden. Das Berliner Unternehmen plant sein Börsendebüt im Prime Standard an der Frankfurter Börse am 29. November.

Diamontech bietet bis zu 1,8 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung zu einem Preis zwischen 32,00 und 38,00 Euro an. Bis zu 68 Millionen Euro – inklusive Mehrzuteilungsoption – will das Unternehmen an der Börse einsammeln.

„Blutzuckermessung ohne Pieks und Blut“, so wirbt das Unternehmen auf seiner Homepage für die neue Technologie. Das 2015 gegründete Start-up hat ein laserbasiertes Messverfahren entwickelt, dass photothermisch den Zuckergehalt im Blut misst – durch Auflegen eines Fingers auf eine optische Schnittstelle. Die Technologie ist das Ergebnis einer mehr als 20-jährigen wissenschaftlichen Forschung von Werner Mäntele, Professor für Biophysik, der Gründer und größter Anteilseigner der Gesellschaft ist.

Die CE-Zertifizierung für sein erstes Medizinprodukt, das noch die Größe eines Schuhkartons hat, hat Diamontech bereits im März erhalten. Das CE-Kennzeichen auf dem Produkt zeigt, dass alle rechtlichen Anforderungen für diese Produkte erfüllt werden. Jetzt arbeitet das Unternehmen daran, die Technologie in Smartphonegröße anzubieten. Ende 2020 soll das Produkt D-Pocket auf den Markt kommen.

Laut CEO Thorsten Lubinski agiert das Unternehmen in einem attraktiven Wachstumsmarkt – weltweit gebe es mehr als 400 Millionen Diabetiker, das globale Marktvolumen für Blutzuckermessegräte betrage knapp elf Milliarden Dollar.

Aktuell macht Diamontech mit 14 Mitarbeitern keine Umsätze. Laut Börsenprospekt wurde in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein operativer Verlust von 1,5 Millionen Euro verbucht. Laut CEO Lubinski ist das Unternehmen schuldenfrei.

Gewinnschwelle soll 2022 erreicht werden

Analysten der Bank Main First, die den Börsengang begleitet, erwarten ab 2021 jährlich stark steigende Umsätze und für das Jahr 2022, dass das Unternehmen die Gewinnschwelle erreicht. Sie bewerten Diamontech im Bereich zwischen 250 und 400 Millionen Euro. An der Börse würde das Unternehmen mit 255 Millionen Euro bewertet, wenn die Preisspanne ausgereizt wird.

Aktuell halten Lubinski und seine drei Mitgründer mehr als die Hälfte der Anteile am Unternehmen. Zudem sind verschiedene Investoren wie Bioventure und Jingdong Capital beteiligt. Nach dem Börsengang sollen sich bis zu 26,7 Prozent der Anteile im Streubesitz befinden.

Diamontech hat nach Aussage von Lubinski bereits Absichtserklärungen von Großhändlern in China, Japan und Lateinamerika über die Abnahme von Produkten mit einem Wert von zusammen mehr als 200 Millionen Euro Umsatz. In Europa will Diamontech das Produkt selbst vertreiben über einen eigenen Online-Shop. In Deutschland verhandele man laut Lubinski mit einer großen Krankenkasse über einen Erstattungsvertrag.

Nach den Vorstellungen des Unternehmens soll das Produkt für monatlich 99 Euro geleast werden können. Damit wäre es günstiger als derzeit am Markt erhältliche Sensorpflaster. Eine Studie mit 100 Probanden habe gezeigt, dass die Blutzuckermessung mit der Diamontech-Technologie vergleichbar akkurat sei wie die herkömmliche Blutzuckermessung, sagt Lubinski weiter. Diamontech strebt auch eine Zulassung und Vermarktung in den USA an.

Mehr: Die Menschen werden älter – das treibt den Bedarf an Gesundheitsleistungen und Pflegeplätzen. Davon profitieren Börsenkonzerne wie Orpea und Korian.

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