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Mittwoch ist erster Handelstag - Wincor-Aktien geraten vorbörslich unter Druck Fondsmanager finden Wincor-Nixdorf-Aktie zu teuer

Im Handel per Erscheinen ist die Stimmung am Montag für Wincor Nixdorf eher gedämpft. Der Verkaufsdruck nehme zu, die Taxe sinke, konstatiert ein Händler. Aktuell wird die Aktien bei Lang & Schwarz vorbörslich bei 43,70 bis 44,50 Euro notiert. Gestern lag der Kurs rund einen Euro höher. Die Bookbuildung-Spanne liegt zwischen 41 und 50 Euro.

HB DÜSSELDORF.

Das Management der Wincor Nixdorf AG, Paderborn reduziert die Zahl der von ihr angebotenen Aktien, die im Rahmen des Börsenganges emittiert werden sollen. Einer Finanzanzeige in der “Franfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe) zufolge wollen die Management-Aktionäre nur noch 120.931 Aktien aus ihrem Bestand abgeben, nach zuvor angebotenen 412.296 Stück. Damit reduziert sich das gesamte Emissionsangebot auf rund 8 Mio von zuvor 8,3 Mio Aktien (ohne Greenshoe).

Marktbeobachtern zufolge war dieser Schritt bereits im Vorfeld der Emissions-Pressekonferenz im Gespräch. Vom Markt dürfte dieser Schritt eher negativ aufgenommen werden. Es sehe so aus, als ob Wincor nicht genügend Aktien „loswerden kann“, so ein Händler aus dem Pre-IPO-Geschäft. Im vorbörslichen Handel stehen die Aktien unter Verkaufsdruck.

Finanzkreisen zufolge halten sich einige Fondsmanager bei der Zeichnung zurück und warten ab. Wincor Nixdorf hat die Notierungsaufnahme für den 19. Mai im Prime Standard geplant, die Aktien können noch bis zum 18. Mai gezeichnet werden.

Der geplante Börsengang des Herstellers von Geldautomaten und Kassensystemen Wincor Nixdorf ist bei den deutschen Fondsgesellschaften bislang auf noch wenig Gegenliebe gestoßen. Eine hohe Diskrepanzen in den Gewinnschätzungen der Konsortialbanken für 2005, die geplante Verwendung der Einnahmen aus dem Börsengang und der Umgang des Managements mit den heimischen institutionellen Investoren sind die Kritikpunkte, die die Fondsgesellschaften zum Abwarten bewegen.

"Zwar passt die Wachstumsstory und das Management ist kompetent. Einen Zwang, jetzt handeln zu müssen, sehe ich jedoch nicht", meint ein Analyst einer deutschen Fondsgesellschaft, die die Emission bislang noch nicht gezeichnet hat. Beispielsweise lägen die Gewinnschätzungen der Konsortialbanken für das kommende Jahr in einer Bandbreite von 3 bis 4 Euro, was bei einer Bookbuilding-Spanne von 41 bis 50 Euro zu KGV von 10 bis 13 beziehungsweise 14 bis 17 führe. Damit sei die Aktie verglichen mit dem MDax, für den 2005 ein KGV von etwa 12 erwartet wird, hoch bewertet.

Ein Fragezeichen stehe auch noch hinter der Indexzuordnung der Wincor-Nixdorf-Aktie. "Bislang ist noch offen, ob MDax oder TecDax", sagt der Analyst. "Deshalb könnte es sinnvoll sein, zunächst an der Seitenlinie zu bleiben und zuzusehen." Auch die bei einem KGV von 17 liegende Bewertungen des US-Wettbewerbers Diebold will er als Argument nicht gelten lassen: "Vor diesem Hintergrund sieht Wincor Nixdorf zwar auf den ersten Blick preiswert aus, was sich jedoch relativiert, wenn man die Zahlen zum länderspezifischen KGV-Wachstum heranzieht."

Zu teuer ist die Aktie auch nach Ansicht von Alexander Scholl. Deswegen hat der Fondsmanager des HSBC Trinkaus Special INKA die Wincor-Nixdorf-Emission bislang ebenfalls nicht gezeichnet. "Die Story ist zwar nicht schlecht, allerdings halte ich das Verhältnis von Enterprise-value zu EBITDA von etwa 7 1/2 am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne für zu hoch", sagt er. Fair sei seiner Ansicht nach eine Relation von 6 gewesen, was einem Abschlag auf das untere Ende von rund 10% entsprechen würde.

Kaufen will er die Aktie unter der Voraussetzung einer positiven Ergebnistendenz bei einem Kurs von etwa 35 EUR. Negativ kreidet Scholl dem Börsenaspiranten auch die Ausschüttung im vergangenen Jahr an die Gesellschafter Kohlberg, Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs an. "Dafür wurde Fremdkapital aufgenommen und die Einnahmen aus dem Börsengang sollen jetzt zur Ablösung dieser Verbindlichkeiten verwendet werden", moniert er.

Gar nicht gefallen hat dem Analysten der Auftritt der Wincor-Nixdorf-Manager vor den institutionellen Anlegern. "Da saßen immerhin zwischen 80 und 100 Leute, denen man gesagt hat, dass sie genau eine Stunde Zeit haben", sagt er. "Auch die Aufteilung der Roadshow - ein Tag Deutschland, 3 Tage London - hat gezeigt, dass Deutschland bei der Emission eher ein nettes Beiwerk sein soll".

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