Musik-Streamingdienst

Spotify soll Börsengang auf den Weg gebracht haben

Der Musik-Streamingdienst Spotify hat Berichten zufolge die Unterlagen für den Börsengang eingereicht – per Direktplatzierung. Unklare Rechtsstreitigkeiten könnten sich jedoch noch als Hindernis erweisen.
Update: 04.01.2018 - 10:46 Uhr Kommentieren
Spotify soll Börsengang auf den Weg gebracht haben Quelle: Reuters
Spotify

Über den Börsengang des Streamingdienstes wurde bereits länger spekuliert. Insidern zufolge peilt Spotify nun eine Direktplatzierung an.

(Foto: Reuters)

New York/San FranciscoDer Musik-Streamingdienst Spotify hat den mit Spannung erwarteten Börsengang einem Insider zufolge bereits auf den Weg gebracht. Das schwedische Unternehmen habe kürzlich bei der US-Börsenaufsicht SEC vertraulich die nötigen Papiere für einen Antrag auf eine direkte Registrierung in New York eingereicht, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen dem „Wall Street Journal“ und der „Financial Times“.

Bei dem ungewöhnlichen Verfahren würden die Aktien ohne das übliche Preisbildungsverfahren direkt an der Börse registriert. Auf diese Weise kann Spotify Geld sparen. Damit kämen die Anteilsscheine einfach in den Handel – ohne dass Spotify dabei frisches Geld hereinholt oder Banken für die Platzierung neuer Aktien engagiert. Allerdings entfiele damit auch das übliche Verfahren, bei dem man sich an den angemessenen Aktienpreis herantastet.

Die Notiz am US-Aktienmarkt sei für März oder April 2018 vorgesehen. Spotify wollte sich nicht dazu äußern. Das 2006 gegründete Unternehmen konkurriert mit Angeboten von Amazon und Apple sowie dem deutschen Dienst Soundcloud und Deezer aus Frankreich. Nutzern stehen in der Premium-Version über 30 Millionen Songs gegen ein monatliches Entgelt von ungefähr 10 Euro zur freien Verfügung. Spotify war zuletzt kräftig gewachsen und wird inzwischen mit mindestens 19 Milliarden Dollar bewertet. Nach eigenen Angaben vom Juni zählt der Streamingdienst mittlerweile 140 Millionen Kunden weltweit, von denen circa 60 Millionen die Premium-Version nutzen.

Spotify wurde in der jüngsten Finanzierungsrunde im Sommer 2015 laut Medienberichten insgesamt mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ vom vergangenen Frühjahr wurde für die Aktienplatzierung ein Börsenwert bei zehn Milliarden Dollar angepeilt, nach Einschätzung von Analysten könnte er bei 20 Milliarden Dollar liegen.

Über einen Börsengang der Firma wurde bereits seit längerer Zeit spekuliert. Ein Hindernis könnte die ebenfalls Ende Dezember eingereichte Klage eines Musikverlags werden, der mindestens 1,6 Milliarden Dollar an Zahlungen für Songautoren erstreiten will. Spotify war erst kürzlich von einem US-Label auf Schadensersatz über 1,6 Milliarden Dollar verklagt worden. Der Verlag Wixen Music Publishing, der Lizenzen an Songs wie “Free Fallin'“ von Tom Petty und “Light My Fire“ von The Doors besitzt, wirft dem Unternehmen in der Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien vor, Tausende Lieder unerlaubt verwendet zu haben.

  • rtr
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