Nach dem Stresstest So reagieren die Bankaktien

Beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht ist insgesamt der große Schock ausgeblieben. Doch vor allem die deutschen Banken schnitten schlecht ab. Wie die Anleger auf die Ergebnisse reagieren.

„Deutsche Bank und Commerzbank unter den schlechtesten 10“

Düsseldorf/FrankfurtDie Ergebnisse des mit Spannung erwarteten europaweiten Bankenstresstests nahmen Aktionäre mit gemischten Gefühlen auf. Nach ihrer Kursrally am Freitag im Vorfeld der Veröffentlichung der Ergebnisse des europaweiten Bankenstresstests nahmen Anleger am Montag Gewinne mit.

Nach anfänglichen Kurszuwächsen verloren Deutsche Bank zwei Prozent, Commerzbank mehr als drei Prozent. „Die Ergebnisse haben zwei Seiten“, sagte ein Händler. Zwar sei der Test für die beiden größten deutschen Geldhäuser nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet, dennoch mache er die Kapitalnot der Institute deutlich.

So reagieren die Banken-Aktien

Monte dei Paschi dei Siena

WKN
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Börse

Chart von Monte dei Paschi dei Siena
Monte dei Paschi dei Siena
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Nach dem Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht stehen die Banken-Aktien Kopf. Während jene, die im Test gut abgeschnitten haben, nur moderate Zukäufe verzeichnen, schlagen die Anleger bei den Stressrest-Wackelkandidaten richtig zu. So auch bei Monte dei Paschi. Im schlimmsten Stresstest-Szenario würde die Kernkapitalquote der Bank negativ werden – ein absoluter No-Go. Noch am Tag des Stresstests boxte die italienische Krisenbank mit Mühe und Not eine Kapitalerhöhung durch. Die Börse dankt es ihr nun mit steigenden Kursen.

Allied Irish Banks (AIB)

WKN
ISIN
Börse

Chart von Allied Irish Banks (AIB)
Allied Irish Banks (AIB)
2 von 25

Auch die Allied Irish Banks zählte mit einer Kapitalquote von 4,3 Prozent im Stress-Szenario überraschend zu den größten Verlierern.

RAIFFEISEN BANK INTL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
AT0000606306
Börse
L&S

-0,52 -2,01%
+25,12€
Chart von RAIFFEISEN BANK INTL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Raiffeisen Bank
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Angemessener als etwa bei Monte dei Paschi fallen die Anlegerreaktionen auf den drittletzten Platz der österreichischen Raiffeisen Bank aus. Im schlimmsten Testszenario würde ihre Kernkapitalquote von derzeit 12,3 Prozent auf nur noch 6,1 Prozent schmelzen.

Bank of Ireland

WKN
ISIN
Börse

Chart von Bank of Ireland
Bank of Ireland
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Bescheidene Aussichten auch für Bank of Ireland. Mit rund 11,3 Prozent Kernkapitalquote liegt sie schon jetzt im EU-Vergleich eher zurück. Das schlimmste EBA-Szenario sieht eine Quoten-Schrumpfung auf gerade einmal 6,1 Prozent vor.

Bco Pop. Esp. SA

WKN
ISIN
ES0113790226
Börse
n. a.

Chart von Bco Pop. Esp. SA
Banco Popular Espanol
5 von 25

Die spanische Banco Popular verliert am ersten Börsentag nach der Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse etwas über zwei Prozent.

Unicredit

WKN
ISIN
Börse

Chart von Unicredit
Unicredit
6 von 25

Die italienische Großbank Unicredit ist ebenfalls ein Sorgenkind der Bankenaufsicht. Würde es hart auf hart kommen, schrumpfte ihre Kernkapitalquote von derzeit 10,4 auf 7,1 Prozent. Mehr als vier Prozent geht es für die Aktie bergab. Doch Abhilfe für die dünne Kapitaldecke ist vielleicht schon in Sicht: Der neue Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier will noch 2016 Pläne zum Umbau der Bank präsentieren. Auf dem Programm steht – kein Wunder – die Stärkung der Kapitaldecke.

BARCLAYS PLC REGISTERED SHARES LS 0,25

WKN
ISIN
GB0031348658
Börse
L&S

-0,08 -3,75%
+2,08€
Chart von BARCLAYS PLC REGISTERED SHARES LS 0,25
Barclays
7 von 25

Im Bankenstresstest hat sich die britische Barclays mittelmäßig geschlagen. Für die Aktie geht es am Montag nur moderat bergab. „Insgesamt kann man sagen, dass der Stresstest kein besonders großes Ereignis für die britischen Banken darstellt”, kommentiert ein Analyst aus dem Hause Shore Capital das Geschehen. Zuletzt vermeldete Barclays einen Gewinnrückgang, der allerdings zum großen Teil hohen Kosten des Konzernumbaus der britischen Großbank geschuldet war.

Beim Gesundheitscheck der Aufsichtsbehörde EBA landeten die Deutsche Bank und die Commerzbank unter den letzten zehn von 51 überprüften Geldhäusern. Die auf Herz und Nieren getesteten Banken hätten ihre Kapitalpolster in den vergangenen Jahren zwar gestärkt, seien aber noch nicht völlig gesund, sagte EBA-Chef Andrea Enria.

Auf den vorletzten Platz kam die österreichische Raiffeisen Zentralbank (RZB), was die Aktien der RZB-Tochter Raiffeisen Bank International belastete. Die harte Kernkapitalquote würde in einem Stress-Szenario auf 6,12 Prozent von 10,2 Prozent Ende 2015 schrumpfen. Die Titel brachen an der Börse in Wien zeitweise um mehr als neun Prozent ein.

Die Stärkung des Eigenkapitals sei eines der wesentlichen Ziele, teilte die RZB-Gruppe nach der Veröffentlichung des Stresstest mit. Die RBI bestätigte ihr Vorhaben, bis Ende 2017 die harte Kernkapitalquote auf mindestens zwölf Prozent zu steigern. Erreicht werden soll dies mit einem umfassenden Konzernumbau. Auf den unteren Plätzen landeten auch Unicredit, die sechs Prozent verloren, sowie die spanische Banco Popular. Deren Aktien gaben 4,8 Prozent nach.

Positiv nahmen Bankanleger die Aussicht auf eine Rettung der angeschlagenen Monte dei Paschi di Siena auf. Die Aktien der drittgrößten italienischen Bank stiegen um gut zwei Prozent. Monte dei Paschi landete beim Stresstest zwar erneut auf dem letzten Platz, die Europäische Zentralbank (EZB) gab aber grünes Licht für den Rettungsplan des ältesten Geldhauses der Welt. Auch eine dringend benötigte Kapitalerhöhung über bis zu fünf Milliarden Euro ist unter Dach und Fach.

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