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Nach Gewinneinbruch Henkel enttäuscht Anleger und Analysten

Ein gutes erstes Quartal hatte von Henkel niemand erwartet. Die Zahlen, die der Konsumgüterhersteller jetzt für die ersten drei Monate vorlegte, blieben aber noch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Gewinn brach ein und der Umsatz stieg nur dank eines Zukaufs. Analysten reagieren verschnupft - und an der Börse bricht die Henkel-Aktie gegen den Markttrend ein.
Der Pritt-Stift ist jedermann bekannt. Probleme bereiten dem Henkel-Konzern aber vor allem die Industrieklebstoffe. Quelle: dpa

Der Pritt-Stift ist jedermann bekannt. Probleme bereiten dem Henkel-Konzern aber vor allem die Industrieklebstoffe.

(Foto: dpa)

HB DÜSSELDORF. Während die Mehrheit der Dax-Werte mit Gewinnen in den letzten Handelstag vor Ostern gestartet ist, geht es für Henkel kräftig bergab. Die Titel des Düsseldorfer Konsumgüterherstellers sackten zur Eröffnung um knapp zehn Prozent auf 19,70 Euro ab und erholten sich anschließend nur geringfügig. Unter den 100 Titeln im HDax (der Index umfasst alle Werte aus Dax, MDax und TecDax) war Henkel damit mit Abstand größter Verlierer.

Henkel hatte am Mittwochabend enttäuschende Zahlen für das erste Quartal genannt. Der operative Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 215 Mio. Euro ein. Grund waren vor allem massive Rückgänge in der dominierenden Klebstoffsparte zu Beginn des Jahres.

Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal 2009 zwar um etwa drei Prozent auf rund 3,25 Milliarden Euro. Dieser Anstieg war aber Folge eines Großeinkaufs. Henkel hatte vor einem Jahr das US-Klebstoffunternehmen National Starch übernommen. Bereinigt um Firmenzukäufe und-verkäufe sowie Wechselkurs-Effekte ging der Umsatz im ersten Quartal 2009 um rund sieben Prozent zurück. Das Nettoergebnis will Henkel am 6. Mai veröffentlichen.

Nicht nur am Markt stießen die Zahlen von Henkel auf Enttäuschung. Auch Analysten reagierten verschnupft. Die ING stufte die Papiere des Konsumgüterherstellers nach der Gewinnwarnung von "buy" auf "hold" zurück und senkte das Kursziel von 23,50 auf 23,00 Euro je Vorzugsaktie. In diesem Jahr hätten sich die Papiere bislang besser als die Branche geschlagen. Der Markt habe sich zwar bereits auf ein schwaches erstes Quartal eingestellt, dennoch könne die Unternehmensmeldung zu Gewinnmitnahmen führen, schrieben die Analysten in einer ersten Einschätzung.

Die UBS ließ das Papier nach den "enttäuschenden Prognosen" für die Klebstoffsparte auf "neutral" mit dem Kursziel 20,00 Euro. Das Ausmaß des Einbruchs in diesem Geschäftsbereich überrasche, schrieb Analystin Eva Quiroga am Morgen. Die bisherigen Prognosen erschienen nun zu optimistisch. Daran änderten auch sinkende Einkaufspreise und die Synergien aus der National-Starch-Übernahme nichts. Quiroga überprüft derzeit ihre Prognosen für Henkel.

Celine Pannuti, Analystin bei JPMorgan, reduzierte unterdessen ihre Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach eigener Angabe unter die aktuelle Konsensschätzung und nahm ihr Kursziel für die Aktien von 17,00 auf 15,00 Euro zurück. Die Warnung sei ein Schlag für die Startegie von Henkel und mache wohl eine weitere Restrukturierung notwendig. Allerdings zweifelt die Analystin daran, dass der Konzern aktuell ein weiteres Programm bewältigen kann. Pannuti lässt ihre Einstufung auf "underweight".

Ein weiterer Analyst wies darauf hin, dass die angekündigten Zahlen allesamt deutlich unter den Erwartungen lägen. Vor allem sei der Ergebnis-Vergleich gegenüber 2008 wegen der Übernahme von National Starch etwas verzerrt, hob der Experte hervor.

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