Neue Aktien „Wir werden bedeutende Börsendebüts sehen“

Investmentbanker hoffen, dass das Geschäft neuen Aktien endlich anzieht. 2012 war für Neuemissionen ein schwaches Jahr. Das Volumen der Börsengänge ist auf das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise eingebrochen.
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Die Wall Street hofft auf höhere Volumina bei Börsengängen. Quelle: dpa

Die Wall Street hofft auf höhere Volumina bei Börsengängen.

(Foto: dpa)

New YorkDer erste Hoffnungsschimmer kommt aus dem Irak. Dort drängt das Mobilfunkunternehmen Asiacell an die Börse. In großen Anzeigen heißt es: "Seit bereit, denn wir sind bereit." Bei Anlegern will sich das Unternehmen mindestens 1,35 Milliarden Dollar holen. 25 Prozent des Aktienkapitals sollen an der Börse in Bagdad verkauft werden.

Aber auch im wichtigsten Markt für Börsengänge, den USA, könnte das Geschäft mit neuen Aktien wieder anziehen. Mit der Aussicht auf die 600 Milliarden Dollar teure Fiskalklippe in den USA, die den Markt ebenfalls belastete, war der Stau an potenziellen Börsengängen weltweit zum Jahresende auf das größte Volumen seit 2007 angeschwollen. Das belegen Daten von Bloomberg und Ipreo.

Das könnte eine gute Ausgangsbasis für eine Wiederbelebung des Marktes in 2013 sein, wie Strategen von Credit Suisse und Barclays prognostizieren. Zu den Unternehmen, die Aktien anbieten könnten, zählen der Finanzkonzern ING Groep und China Petrochemical.

“Falls wir ein paar Deals zu Jahresbeginn sehen, die gut über die Bühne gehen und bei denen der Handel gut läuft, könnte dies den Markt befeuern mit mehr Volumina in den USA und auf globaler Basis”, sagte Joe Castle, Chef für Equities Syndicate bei Barclays in New York.

Schon das Schlussquartal 2012 verlief ermutigend. Die Neuemissions-Volumina in Westeuropa stiegen in den drei Monaten auf 5,71 Mrd. Dollar - das Fünffache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und in den USA ging es um 15 Prozent nach oben auf 8,8 Milliarden Dollar.

Nur in Asien schrumpfe das Volumen der erstmaligen Aktien-Verkäufe um 46 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Unterm Strich kletterten die Börsengänge im Quartal von 29,5 Milliarden Dollar auf 32,4 Milliarden Dollar.

Welche Börsengänge gefloppt sind

VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CHEN993
Börse
HAM

0,00 0,00%
+0,50€
Chart von VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Vtion Wireless Technology
1 von 10

Vtion Wireless Technology

Der Börsengang des chinesischen IT-Unternehmens klappte erst beim zweiten Anlauf. Der erste wurde wegen der schwierigen Weltfinanzlage Ende 2007 verschoben. Die Vtion Group ist nach eigenen Angaben einer der drei führenden Anbieter von Datenkartenlösungen für die mobile Computer- und Internetnutzung über Mobilfunknetze in der Volksrepublik China.

Bis Ende 2011 hatte Vtion eine Million Aktien zurückgekauft und möchte noch eine weitere halbe Million an eigenen Aktien erwerben.

Börsengang: 01.10.2009

Emissionspreis: 10,75 Euro

Veränderung zum Ausgabekurs: - 66,2 Prozent

CHINA SPECIALTY GLASS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EL8Y8
Börse
FSE

-0,05 -62,03%
+0,03€
Chart von CHINA SPECIALTY GLASS AG INHABER-AKTIEN O.N.
China Specialty Glass
2 von 10

China Specialty Glass

Wegen eines schlechten Umfelds verschob der chinesische Spezialglashersteller Ende 2010 seinen Börsengang und hoffte im Sommer 2011 auf bessere Marktbedingungen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und verkauft Sicherheitsglas für die chinesische Banken- und Sicherheitsfahrzeugindustrie. Ins Jahr 2012 ist das Unternehmen positiv gestartet und konnte einen um 10,7 Prozent gestiegenen Umsatz vorweisen. Allerdings sorgte dies nur für einen kurzen Kursanstieg. Anleger glauben dem positiven Ausblick des Konzerns wohl nicht.

Börsengang: 01.07.2011

Emissionspreis: 9 Euro

Veränderung zum Ausgabekurs: -64,2 Prozent

UNITED POWER TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EMAK2
Börse
FSE

0,00 0,00%
+0,05€
Chart von UNITED POWER TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
United Power Technology
3 von 10

United Power Technology

Der chinesische Konzern ist ein Spezialist in Sachen Stromerzeugung. Allerdings sind die Zweifel der Investoren verständlich: Während Generatoren zur Stromerzeugung in China vielleicht unumgänglich sind, führen sie in Deutschland eher ein Schattendasein. Kein Wunder, dass Anleger nicht vom Geschäftsmodell überzeugt sind. Im ersten Quartal 2012 sank der Umsatz des Unternehmens, was laut United Power an der schwächelnden Konjunktur liege.

Börsengang: 10.06.2011

Emissionspreis: 9 Euro

Veränderung zum Ausgabekurs: - 64,5 Prozent

STROEER SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007493991
Börse
Xetra

-0,42 -0,84%
+49,56€
Chart von STROEER SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Ströer
4 von 10

Ströer Out-of-Home-Media

Die im SDax gelistete Aktie des Außenwerbungsbetreiber sieht sich nach einem starken Anstieg in 2010 einer dauerhaften Talfahrt ausgesetzt. Das unternehmen leidet am Rückzug einiger Kunden. Der Verlust eines Großkunden sei ein wesentlicher Grund dafür, dass der Umsatz im laufenden Quartal um bis zu neun Prozent zurückgehen werde. Im ersten Quartal 2012 schrieb das Unternehmen sogar rote Zahlen. Anscheinend wird für Unternehmen die Werbung im Internet immer wichtiger.

"Das künftige Wachstum des Spezialisten für die Außenwerbung dürfte weniger strukturell sein und mehr vom allgemeinen Werbemarkttrend abhängen als bisher gedacht", schrieb Georg Remshagen, Analyst bei der Commerzbank. Er sieht bei der Aktie noch kein Kaufsignal, glaubt aber an eine Erholung der Lage in 2013.

Börsengang: 15.07.2010

Emissionspreis: 20 Euro

Veränderung zum Ausgabekurs: -57 Prozent

Powerland AG

WKN
ISIN
DE000PLD5558
Börse
n. a.

Chart von Powerland AG
Powerland
5 von 10

Powerland

Der chinesische Konzern bietet Handtaschen, Koffer und Leder-Accessoires an - und zwar mit einer breiten Palette von Luxusartikeln bis hin zu Alltagsgegenständen. Trotz des wachsenden Konsums in China und wachsender Umsätze hat die Aktie des Konzerns deutlich nachgegeben. Allerdings sehen einige Analysten in dem tiefen Aktienkurs einen Einstiegspunkt, da der Konsumboom in China anhalten werde.

Börsengang: 11.04.2011

Emissionspreis: 15 Euro

Veränderung zum Ausgabekurs: -54 Prozent

Derby Cycle

WKN
ISIN
Börse

Chart von Derby Cycle
Derby Cycle
6 von 10

Derby Cycle

Die Geschäfte beim größten deutschen Fahrradproduzenten laufen prächtig. Für dieses Jahr peilt Derby Cycle einen Umsatz von 250 bis 270 Millionen Euro an. Verkauft wurden 2010/2011 insgesamt rund 482.000 Räder der Derby-Cycle-Marken, 52.000 mehr als im Jahr davor. Der Gewinn stieg um mehr als sieben Millionen Euro zum Vorjahreszeitraum. Insbesondere Elektrofahrräder spülen dem Unternehmen Geld in die Kassen. Im ersten Quartal 2012 hatten Analysten zu viel von Derby Cycle erwartet und waren über die Geschäftszahlen zum ersten Quartal leicht enttäuscht. Die Investmentbank Equinet hat die Aktie aufgrund der angekündigten Komplettübernahme durch Pon Holdings mit Hold (Kursziel von 28 Euro) eingestuft.

Börsengang: 04.02.2011

Emissionspreis: 12,50 Euro

Veränderung zum Ausgabekurs: +163,2 Prozent

KABEL DEUTSCHLAND HOLDING AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KD88880
Börse
HAM

0,00 0,00%
+105,00€
Chart von KABEL DEUTSCHLAND HOLDING AG INHABER-AKTIEN O.N.
Kabel Deutschland
7 von 10

Kabel Deutschland

Kabel Deutschland hat im vergangenen Geschäftsjahr erstmals einen Gewinn erzielt und will nun auch eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie zahlen. Vorher schrieb das Unternehmen nur rote Zahlen. Kabel Deutschland profitiere von der lebhaften Nachfrage nach Premium TV- und Breitbandprodukten, die zu erheblichen Zuwächsen bei der Zahl der Abonnements, bei Umsatz und Ergebnis führe. „Für unsere TV-Kunden wird hochauflösendes und zeitversetztes Fernsehen immer wichtiger“, sagte Vorstandschef Adrian von Hammerstein.

Hannes Wittig, Analyst bei JP Morgan hat das Kursziel für Kabel Deutschland von 51,00 auf 53,00 Euro angehoben und empfiehlt die Aktie zum Kauf, da er von einem soliden Kabelwachstum ausgeht. Laurie Fitzjohn-Sykes von Citigroup hingegen rät zum Verkauf der Aktie: „Der Markt sehe die Aktie fälschlicherweise als nicht-zyklisches Investment an und lasse dabei die vermutlich deutlich sinkenden Konsensschätzungen für den Free Cashflow außer Acht.“

Börsengang: 22.03.2010

Emissionspreis: 22 Euro

Veränderung zum Ausgabekurs: +118 Prozent

“In der Zeit nach dem Sommer hat die Emissionstätigkeit zugenommen, aber insgesamt gibt es noch einen gewissen Grad an Unsicherheit und Nervosität im Markt”, sagte Alasdair Warren, Co-Chef für Investment-Banking in Europa bei Goldman Sachs. “In der ersten Hälfte von 2013 werden wir mehr bedeutende Börsendebüts in der Unternehmenswelt sehen - in vielen Fällen, um die strategische Flexibilität zu stärken.”

Börsengänge brachten zuletzt sehr wenig ein
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