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Neuemission Teamviewer steht kurz vor dem milliardenschweren Börsengang

Der Softwarekonzern aus Baden-Württemberg wächst beachtlich – und ist zudem noch hochprofitabel. Jetzt rückt der Zeitpunkt für das Börsendebüt näher.
Update: 22.08.2019 - 17:02 Uhr Kommentieren
Im Herbst könnte das Unternehmen offiziell seinen Börsengang ankündigen. Quelle: dpa
Firmenzentrale von Teamviewer in Göppingen

Im Herbst könnte das Unternehmen offiziell seinen Börsengang ankündigen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Frankfurt Viele Beschäftigte kennen diesen Moment, wenn der IT-Techniker am Telefon auf den Computer zugreift und sich der Mauszeiger selbstständig über den Bildschirm bewegt. Anschließend läuft die Technik meistens wieder. Möglich macht das häufig Teamviewer, ein Unternehmen aus dem schwäbischen Göppingen.

Mittels seiner Software kann man sich auf ein Gerät aufschalten und es bedienen, als würde man davorsitzen. Weltweit wurde die Software nach Unternehmensangaben mehr als zwei Milliarden Mal installiert – von Konzernen und von Privatleuten. Auf rund 340 Millionen Geräten wird die Software jährlich aktiv genutzt.

Jetzt gibt es eine gute Nachricht für die Frankfurter Börse: Noch in diesem Jahr könnte die 2005 gegründete Softwarefirma den Kurszettel mit einer Milliardenemission bereichern. Teamviewer wird nach Angaben aus Finanzkreisen mit vier bis fünf Milliarden Euro bewertet, etwa 30 bis 40 Prozent könnten platziert werden. Die Absichtserklärung (Intention to Float) für den Börsengang erwarten Beobachter noch vor Herbstanfang.

Das Unternehmen ist laut CEO Oliver Steil und Finanzvorstand Stefan Gaiser hochprofitabel und in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Zum Vergleich: US-Investoren ziehen gerne die „Rule of 40“-Regel heran, um starke Jungunternehmen zu erkennen. Addiert man die Gewinnmarge von rund 50 Prozent und das Umsatzplus von zuletzt circa 35 Prozent, kommt Teamviewer auf einen Wert von 85 – deutlich über 40.

Teamviewer wächst mit seiner Fernwartungssoftware, mit Videokonferenzen und Dateitransfer. Das Unternehmen selbst ist nicht auf die Einnahmen aus dem Börsengang angewiesen, aber der Finanzinvestor Permira – der fast 100 Prozent der Anteile hält – will nach fünfjähriger Haltedauer im Portfolio aussteigen.

2014 hatte das Private-Equity-Haus die Göppinger Firma für 870 Millionen Euro gekauft. Die Einnahmen („Billings“) betrugen im Halbjahr 140 Millionen Euro. Bis 2018 war Teamviewer-Geschäftsführer Oliver Steil noch Partner bei Permira. Auch Gaiser ist erst seit zwei Jahren bei Teamviewer. Zuvor arbeitete er für mehrere börsennotierte und Private-Equity-finanzierte Softwareunternehmen.

Analysten vergleichen Teamviewer mit dem Video-Dienst Zoom, der Cybersicherheitsfirma Okta, dem Cloudcomputing-Anbieter Salesforce und Atlassian, einem Unternehmen, das Produkte und Dienste für Softwareentwickler anbietet, die ebenfalls börsennotiert sind.

Teamviewer beschäftigt weltweit 800 Mitarbeiter, zukünftig will man vor allem in Asien expandieren und rechnet mit zusätzlichem Wachstum mit der digitalen Technik „Internet of Things“. Die betreuenden Banken für das Börsendebüt sind Goldman Sachs und Morgan Stanley.

Wenig Börsengänge 2019

Im ersten Halbjahr sah es für Börsengänge in Deutschland eher mager aus. Im Mai wagte sich Frequentis, eine Firma für Kommunikationssysteme, auf das Frankfurter Parkett – allerdings im zweitklassigen Börsensegment General Standard. Höhepunkt war bisher das Initial Public Offering – abgekürzt IPO – von Traton, der Nutzfahrzeugsparte des Volkswagen-Konzerns. Für den Anleger war die Emission kein Erfolg. Die Traton-Aktie wurde zum Preis von 27 Euro ausgegeben, am Donnerstagmittag notierte das Papier bei 22,60 Euro, was einem Verlust von rund 16 Prozent entspricht.

Der große Schub an milliardenschweren Börsengängen wird im kommenden Jahr erwartet. Als Kandidat wird neben der Antriebstechniksparte des Autozulieferers Continental die Kraftwerkstechnik des Mischkonzerns Siemens genannt.

Daneben könnte Thyssen-Krupp sein Aufzuggeschäft an die Börse führen. Und nach dem Zusammenschluss der BASF-Tochter Wintershall mit dem Öl- und Gaskonzern Dea wird ebenfalls eine Aktien-Neuemission erwartet.

Mehr: Neue deutsche Aktien enttäuschen die Anleger. Nur zögernd wagen sich deutsche Unternehmen an die Börse, nur wenige folgen im Laufe des Jahres. Bislang zeigen die Neulinge eine schwache Entwicklung.

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