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Neuemissionen Permira bereitet Börsengang von Teamviewer vor

Der Finanzinvestor trennt sich vom Softwarespezialisten und erwartet ein Emissionsvolumen in Milliardenhöhe – ein Prestigeprojekt auf mehreren Ebenen.
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Eigentümer Permira plant den Börsengang. Quelle: dpa
Firmenzentrale von Teamviewer in Göppingen

Eigentümer Permira plant den Börsengang.

(Foto: dpa)

FrankfurtEine Softwarefirma aus Schwaben sorgt für neue Hoffnung, die Flaute bei Börsengängen in Deutschland zu beenden: Teamviewer. Der Finanzinvestor Permira plant nach Angaben aus Finanzkreisen bei seinem Portfoliounternehmen einen Exit, also den Ausstieg aus der Beteiligung bei Teamviewer.

Dabei peilt man bevorzugt einen Börsengang an, weniger den Verkauf an Strategen. „Das dürfte eine milliardenschwere Emission werden“, sagte ein Investmentbanker am Mittwoch dem Handelsblatt. Teamviewer ist ein Spezialist für Software zur Vernetzung von Geräten. Das Private-Equity-Haus-Permira hatte Teamviewer vor rund fünf Jahren für 870 Millionen Euro übernommen. Es folgte eine stürmische Expansion mit zweistelligen Wachstumsraten.

Heute werde das gesamte Unternehmen mit gut vier bis fünf Milliarden Euro bewertet, sagt ein Beobachter. Die hohe Bewertung begründet sich vor allem darin, dass Teamviewer profitabel ist und die Gewinnmarge deutlich zweistellig sein soll. Auf zwei Milliarden Geräten weltweit soll die Software bereits installiert sein, die Zahl der zahlenden Kunden liege bei 600.000, so der Beobachter.

Erfolg für Frankfurt

Der Börsengang könne noch im Herbst 2019 erfolgen und ein Volumen von 30 bis 40 Prozent der Anteile umfassen, hieß es in den Finanzkreisen weiter. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley sollen dem Vernehmen nach die Transaktion koordinieren. Permira und die beiden Investmentbanken wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Bisher blieb es in diesem Jahr äußerst ruhig, wenn es um Börsengänge in Deutschland ging. International sieht es ebenfalls noch mau aus – wenngleich sich das nach der Mega-Emission des US-Fahrdienstleisters Uber ändern dürfte. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY brach das Emissionsvolumen in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahresquartal global um 74 Prozent auf 13,1 Milliarden US-Dollar ein.

Die Zahl der Newcomer fiel um 41 Prozent auf 199. In Deutschland traute sich von Januar bis März kein einziger neuer Kandidat auf das Parkett. In dieser Woche endet jetzt die Zeichnungsfrist für Frequentis, das sowohl in Wien als auch in Frankfurt den Kurszettel bereichern will. Allerdings ist der Börsengang des international führenden Anbieters von Kommunikations- und Informationssystemen für Leitzentralen mit einem zweistelligen Millionenbetrag recht klein.

Zuletzt hatte der Autobauer Volkswagen den Mega-Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte „Traton“ abgesagt. Auch eine Neuemission des Geschäfts mit der Antriebstechnik des Automobilzulieferers Continental wird nicht mehr im laufenden Jahr erwartet, sondern erst 2020. Teamviewer wäre auch ein Prestigeerfolg für den Finanzplatz Frankfurt. Viele Technologiefirmen erwägen ein Listing an den ausländischen Börsen Nasdaq Nordic oder der Euronext, auch US-Börsen locken international erfolgreiche
Start-ups.

Private-Equity-Boom

 Zu den Gründen für die Flaute bei den Neuemissionen in den ersten Monaten zählen die Experten von EY vor allem die geopolitischen Risiken, insbesondere den Brexit. In den vergangenen Tagen ging zudem die Angst um vor einem verschärften Handelskonflikt zwischen China und den USA um.

„Der weltweite IPO-Markt verharrte in den ersten Monaten des Jahres in Wartestellung. Größere Transaktionen blieben fast ganz aus“, sagt Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. Die Private-Equity-Branche erlebt seit einigen Jahren einen Boom.

Die Investments in europäische Firmen erreichte 2018 mit 80,6 Milliarden Euro einen neuen Höchststand, das geht aus Angaben des Branchenverbands Invest Europe hervor. Dabei übernahmen oder beteiligten sich die Finanzinvestoren an gut 7800 Unternehmen – die große Mehrzahl waren kleine und mittelgroße Firmen.

Angesichts der hohen Bewertungen vor allem für Technologieunternehmen ist es nicht verwunderlich, dass Permira jetzt eine seiner wertvollsten Beteiligungen versilbern möchte. Bei den Verkäufen und Börsengängen von Portfoliounternehmen kam es im vergangenen Jahr zu einem Rückgang um 28 Prozent auf 32 Milliarden Euro, die Zahl der veräußerten Unternehmen blieb aber mit 3750 stetig. Die Abschreibungen an den Beteiligungen gingen auf das niedrigste Niveau seit zehn Jahren zurück, was auch an der rund laufenden Konjunktur liegen dürfte.

Der Mittelszufluss seitens der institutionellen Investoren in die Private-equity-Fonds ist seit Jahren ungebrochen, allerdings glauben mittlerweile 72 Prozent der Anlageprofis, dass die hohen Bewertungen bei den Investments der Finanzinvestoren in den kommenden zwölf Monaten zum Problem werden könnten.

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