Neuemissionen Portugiesische Post feiert gutes Börsendebüt

Es ist die erste Erfolgsgeschichte an der Börse für Portugal seit der Krise: Immerhin 580 Millionen Euro spült die Privatisierung des portugiesischen Postunternehmens CIT in die Staatskassen. Doch es ist nur ein Anfang.
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Mit dem Privatisierungsprogramm will Portugal die Auflagen der Geldgeber erfüllen, die das Land 2011 vor dem Bankrott retteten Quelle: ap

Mit dem Privatisierungsprogramm will Portugal die Auflagen der Geldgeber erfüllen, die das Land 2011 vor dem Bankrott retteten

(Foto: ap)

LissabonDas portugiesische Postunternehmen CTT hat bei seinem Börsendebüt mit einem Kursplus gepunktet. Die Aktie des zu 70 Prozent privatisierten Unternehmens schnellte am Donnerstag in Lissabon zu Handelsbeginn um sieben Prozent auf 5,90 Euro in die Höhe. Der Emissionspreis lag mit 5,52 Euro bereits am oberen Ende der Spanne.

Die Privatisierung von CTT – Correios de Portugal SA – spült knapp 580 Millionen Euro in die Kassen des Euro-Krisenlandes. Es handelte sich um das erste Börsendebüt in Portugal seit mehr als fünf Jahren. 2008 hatte der Stromriese EDP seine Sparte für die erneuerbaren Energien an die Börse gebracht.

„Die Privatisierung war ein enormer Erfolg. Der größte Teil der Nachfrage kam aus dem Ausland. Das ist ein Zeichen von Vertrauen“, erklärte der zuständige Staatssekretär für Kommunikationen und Infrastrukturen, Sérgio Montero. Zahlen wollte er nicht nennen, aber die Onlineausgabe der Zeitung „Expresso“ berichtete unter Berufung auf die Regierung, 70 Prozent der Aktien seien ins Ausland gegangen.

So haben sich junge Internet-Stars entwickelt

FACEBOOK INC. REG.SHARES CL.A DL-,000006

WKN
ISIN
US30303M1027
Börse
L&S

+1,43 +0,80%
+178,38€
Chart von FACEBOOK INC. REG.SHARES CL.A DL-,000006
Facebook
1 von 7

Facebook

Das von Mark Zuckerberg gegründete soziale Netzwerk ging im Mai 2012 mit großem Brimborium an die Börse. Der Start auf dem Parkett war aber holprig: Der Kurs - 38 Dollar bei der Ausgabe - sackte bis September 2012 auf weniger als die Hälfte ab. Ein Grund waren technische Probleme der Technologiebörse Nasdaq. Zudem gab es Zweifel, ob Facebook aus seinen mittlerweile 1,1 Milliarden Nutzern auch finanziellen Profit ziehen kann. Erst im Juli 2013 stieg der Kurs über den Emissionspreis. Die Ursache: Facebook gab einen deutlichen Sprung seiner Werbeeinnahmen bei mobilen Angeboten bekannt. Im April 2014 konnte das Internetunternehmen erneut Erfolge verbuchen. Der Umsatz kletterte um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, der Gewinn verdreifachte sich nahezu auf 642 Millionen Dollar, teilte der Konzern mit. Aktuell liegt der Kurs bei gut 59 Dollar.

TWITTER INC. REGISTERED SHARES DL -,000005

WKN
ISIN
US90184L1026
Börse
L&S

-0,22 -0,60%
+36,89€
Chart von TWITTER INC. REGISTERED SHARES DL -,000005
Twitter
2 von 7

Auch der von den Investoren lang ersehnte Börsendebut von Twitter sorgte für Furore. Als die Papiere am 7. November 2013 ausgegeben wurden, rissen sich die Anleger darum. Binnen weniger Stunden kletterte der bei 26 Dollar angesetzte Kurs um 93 Prozent nach oben. Am Ende des Tages war die Twitter-Aktie bereits 50 Dollar wert - die Nachfrage nach der Aktie überstieg das Angebot um das Fünfzigfache und machte Twitters Debut zum zweitgrößten IPO eines Technologieunternehmens aller Zeiten. Doch die Euphorie währte nicht lange. Nachdem der Dienst im April 2014 verkündet hatte, dass die Zahl der Nutzer sinkt, kennt der Aktienkurs vor allem eine Richtung: nach unten. Die auslaufende Haltefrist für Aktienverkäufe durch Insider brachte das Fass im Mai zum Überlaufen. Die Aktie brach binnen weniger Stunden um 18 Prozent ein und liegt derzeit bei rund 33 Dollar.

Linkedin Corp.

WKN
ISIN
US53578A1088
Börse
n. a.

Chart von Linkedin Corp.
LinkedIn
3 von 7

LinkedIn

Das 2003 gegründete Internet-Karrierenetzwerk LinkedIn ist einer der Börsenstars der Internetfirmen. Der Ausgabepreis betrug 45 Dollar. Der Wert der Aktien sprang gleich am ersten Tag auf das Doppelte. Dach Netzwerk macht große Fortschritte bei der Rekrutierung von Nutzern. Allein zwischen September und April kamen im deutschsprachigen Raum 839.000 neue Nutzer hinzu. Mehr als 300 Millionen Menschen weltweit nutzen LinkedIn, damit läuft der Dienst seinem Konkurrenten Xing den Rang ab. Doch in Geld verwandeln lassen sich die Nutzer bislang nicht, denn im ersten Quartal 2014 meldete das Netzwerk einen Verlust von rund 13 Millionen Dollar. Grund: Hohe Wachstumskosten. Die Investoren ließen sich von der Strategie kaum überzeugen. Zur Zeit kostet ein Anteilsschein etwa 147 Dollar.


GROUPON INC. REG. SHARES DL-,0001

WKN
ISIN
US3994731079
Börse
L&S

+0,02 +0,40%
+4,00€
Chart von GROUPON INC. REG. SHARES DL-,0001
Groupon
4 von 7

Groupon

Fulminant startete im November 2011 auch das 2008 gegründete Internet-Schnäppchenportal Groupon auf dem Parkett. Der Börsengang brachte 700 Millionen Dollar ein und war damit der größte einer Internetfirma seit Google. Mittlerweile steht Groupon nicht ganz so gut da. Der Kurs der Aktie sackte von ehemals 20 Dollar auf aktuell gerade einmal sechs Dollar ab. Im Februar 2013 setzte das Unternehmen seinen Gründer und Chef Andrew Mason vor die Tür, nachdem es für 2012 einen Verlust einräumen musste. Doch Groupon kommt einfach nicht aus den roten Zahlen: Auch im ersten Quartal 2014 meldete das Schnäppchenportal einen Verlust von 38 Millionen Dollar.

YELP INC. REG. SHARES DL -,000001

WKN
ISIN
US9858171054
Börse
L&S

-0,98 -2,87%
+33,44€
Chart von YELP INC. REG. SHARES DL -,000001
Yelp
5 von 7

Yelp

Auch bei der auf Restaurantkritiken und andere Empfehlungen spezialisierten Website Yelp geht es seit Jahresanfang 2014 rasant nach unten. War die Aktie vor gut einem Jahr noch mehr als 100 Dollar wert, ist der aktuelle Preis mit 55 Dollar gerade Mal halb so hoch. Dabei war sah es beim Börsengang noch vielversprechend aus: Der Kurs der Aktie schoss am ersten Tag im März 2012 von 15 Dollar um mehr als 60 Prozent nach oben. Das 2004 gegründete Unternehmen finanziert sich über Anzeigen und bietet neben Restaurantkritiken auch Empfehlungen für Geschäfte, Schönheitssalons, Sportstudios und Kneipen.

PANDORA MEDIA INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US6983541078
Börse
L&S

+0,04 +0,53%
+6,96€
Chart von PANDORA MEDIA INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Pandora
6 von 7

Pandora

Während die meisten Internetunternehmen Schwierigkeiten haben, Anleger von ihrem Geschäftskonzept nachhaltig zu überzeugen, boomt Pandora. Trotz anfänglicher Skepsis: Der Aktienkurs des US-Internetradios dümpelte lange Zeit unter dem Ausgabepreis von 16 Dollar dahin. Schon beim Börsenstart im Juni 2011 hatten sich zahlreiche Analysten skeptisch gezeigt, ob eine Bewertung von rund 2,5 Milliarden Dollar für ein Verluste schreibendes Unternehmen gerechtfertigt sei. Im ersten Quartal 2014 konnte Pandora jedoch steigende Kundenzahlen (knapp 76 Millionen Nutzer) und höhere Umsätze verbuchen. Pandoras Marktanteil liegt bei 31 Prozent. Aktuell liegt der Kurs bei knapp 24 Dollar.

ZYNGA INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US98986T1088
Börse
L&S

+0,14 +3,83%
+3,60€
Chart von ZYNGA INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Zynga
7 von 7

Zynga

Der Onlinespiele-Anbieter war im Dezember 2011 an die Börse gegangen und wurde damals mit sieben Milliarden Dollar bewertet. Seitdem aber sitzt der Erfinder von „Farmville“ und „Mafia Wars“ auf der Verliererseite - die Konkurrenz ist groß. Eine Zynga-Aktie, am Ausgabetag für 10 Dollar erworben, ist aktuell nur noch rund 3,6 Dollar wert. Und die schlechten Nachrichten hören nicht auf. So steckt die Plattform auch Anfang 2014 tief in den roten Zahlen. Das Unternehmen fuhr einen Verlust von rund 61 Millionen Dollar ein. Nur noch 123 Millionen Spieler nutzen Zynga aktiv, vor zwei Jahren waren es mehr als doppelt so viele. Das Unternehmen muss Rechenzentren schließen.

Bei der Privatisierung soll die Belegschaft bis zu fünf Prozent der Aktien zu einem Sonderpreis von 5,24 Euro erhalten. 30 Prozent der Anteile an CTT behält der Staat.

Mit Kundgebungen und Streiks hatten die Beschäftigten der Post mehrfach gegen die Pläne protestiert und den Umstrukturierungsprozess angeprangert, der bislang zur Schließung von mehr als 100 Filialen führte. Die Zahl der Mitarbeiter schrumpfte zwischen Mitte 2012 und Mitte 2013 um 939 auf 13 156. Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Gewinn leicht auf 31,6 Millionen Euro.

Mit dem Privatisierungsprogramm will Portugal die Auflagen der Geldgeber erfüllen, die das Land 2011 mit einem 78 Milliarden schweren Hilfspaket vor dem Bankrott retteten. Bisher trennte man sich von Anteilen am Stromriesen EDP, am Energieversorger REN sowie an der Flughafenverwaltungsbehörde ANA. Daraus flossen rund 6,5 Milliarden Euro in die Staatskassen. Das Mindestziel von 5,5 Milliarden ist längst übertroffen. Zur Privatisierung stehen unter anderem auch noch die Airline TAP, Teile der Wasserbetriebe Aguas de Portugal sowie Schiffswerften im Norden des Landes an.

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  • dpa
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