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Neuemissionen Springer Nature verschiebt offenbar Börsengang in Frankfurt

Grund dafür seien die schwachen Marktbedingungen, heißt es in Finanzkreisen. Der Wissenschaftsverlag verschiebt sein IPO damit zum dritten Mal.
05.10.2020 - 10:10 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen entstand 2015 durch die Fusion von Springer Science+Business Media mit einem Mehrheitsanteil der von Holtzbrinck kontrollierten Macmillan Science and Education. Quelle: AP
Schriftzug des Wissenschaftsverlags Springer Nature

Das Unternehmen entstand 2015 durch die Fusion von Springer Science+Business Media mit einem Mehrheitsanteil der von Holtzbrinck kontrollierten Macmillan Science and Education.

(Foto: AP)

Frankfurt Der Wissenschaftsverlag Springer Nature verschiebt unterrichteten Kreisen zufolge seinen geplanten Börsengang. Der Verlag, der sich im Besitz der Buy-out-Gesellschaft BC Partners und der familiengeführten Holtzbrinck Publishing Group befindet, habe wegen der Marktbedingungen eine Verschiebung beschlossen, berichten die Nachrichtenagentur Bloomberg und Reuters übereinstimmend und beziehen sich dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Der Verlag hatte den Sprung an die Börse noch vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November schaffen wollen, hatte dies aber nicht zuvor offiziell angekündigt. Das Geschäft mit Lehr- und Schulbüchern (Professional und Education) hat in der Coronakrise gelitten, während sich das - zunehmend ins Internet wandernde - Kerngeschäft mit der Publikation von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen (Research) gut hielt. Universitäten und Schulen waren weltweit teilweise monatelang geschlossen.

Ein Vertreter von BC Partners lehnte eine Stellungnahme ab. Vertreter von Holtzbrinck und Springer Nature standen für eine Stellungnahme zunächst nicht zur Verfügung.

Springer Nature wollte mit dem Börsengang Insidern zufolge rund eine Milliarde Euro frisches Kapital erlösen, vornehmlich um Schulden abzubauen. Es wäre die größte Emission in Frankfurt in diesem Jahr gewesen. Ein IPO noch in diesem Jahr erscheint nun äußerst unwahrscheinlich, heißt es in Finanzkreisen.

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    Der Verlag verschiebt damit seinen Börsengang zum dritten Mal. Ein erster Anlauf 2018 war im Sande verlaufen, ein zweiter im Frühjahr war am Ausbruch der Corona-Pandemie gescheitert. Das Unternehmen ist 2015 aus der Fusion von Springer Science mit der Holtzbrinck-Tochter Macmillan Science & Education entstanden. Verleger Stefan von Holtzbrinck hält 53 Prozent der Anteile, der Rest gehört der Gesellschaft BC Partners, die den Börsengang braucht, um nach und nach auszusteigen. Holtzbrinck sieht sich als langfristiger Investor.

    Der 1842 in Berlin gegründete Verlag bringt 13.000 Fachbuch-Titel jährlich auf den Markt und verlegt 3000 Fachzeitschriften, darunter das bekannte Wissenschaftsmagazin „Nature“. Springer Nature rechnet 2020 mit einem Umsatzrückgang um vier Prozent; 2019 lage der Umsatz bei 1,72 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebitda) bei 619 Millionen Euro. Mehrere Finanzinvestoren hatten Springer knapp drei Milliarden Euro Schulden aufgebürdet.

    Die Börsengänge in Frankfurt seit der Sommerpause sind auf mäßige Resonanz gestoßen. Die Aktien des Caravan-Herstellers Knaus Tabbert notierten am Montag knapp acht Prozent über dem Ausgabepreis, die des Rüstungselektronik-Konzerns Hensoldt gut fünf Prozent darunter.

    Mehr: Warum es in Deutschland so wenige Tech-Börsengänge gibt.

    • Bloomberg
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