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Neues Smartphone Nokia kann die Börse nicht überzeugen

Die Ankündigung eines neuen Nokia-Smartphones sehen Anleger offenbar skeptisch, wie der Aktienkurs beweist. Die Investoren halten das Handy des finnischen Herstellers vermutlich für zu teuer - oder für zu langweilig.
3 Kommentare

Neues Nokia-Smartphone überzeugt nicht

Frankfurt Mit Skepsis haben Investoren auf die Ankündigung eines neuen Smartphones von Nokia reagiert. Die Aktien des finnischen Handyherstellers fielen um 5,5 Prozent.

Das neue Telefon Lumia 610 werde mit einer Windows-Software von Microsoft ausgestattet sein und solle 189 Euro kosten, teilte Nokia am rande der Mobile World in Barcelona mit. Obwohl Nokia damit das bisher günstigste Smartphone mit Windows anbietet, sind die Analysten skeptisch. "Ich hatte auf einen etwas niedrigeren Preis gehofft", sagte Analyst Mikael Rautanen von Inderes. "Womöglich ist der Markt vom Preis etwas enttäuscht." Er wies aber auch darauf hin, dass die Nokia-Aktie am Freitag in Erwartung positiver Nachrichten nach oben geschnellt war.

Nokia steht im Smartphone-Geschäft massiv unter Druck. Zwar ist das Unternehmen Marktführer bei Geräten mit Windows-Betriebssystemen. In absoluten Zahlen sieht es aber noch bescheiden aus: Rund 2,7 Millionen Windows-Smartphones wurden im vierten Quartal 2011 an Handel und Telekomunternehmen ausgeliefert, davon 900.000 Nokias. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum gingen 37 Millionen iPhones über die Ladentheke.

Ein Jahr nach dem Wechsel von Nokia ins Lager von Microsofts Smartphone-Plattform Windows Phone wird jetzt die Strategie der Finnen deutlich. Den teuren Lumia-Smartphones, die mit Apples iPhone oder Top-Modellen mit dem Google-Betriebssystem Android konkurrieren sollen, werden günstige Telefone zu Seite gestellt, um die angestammte Stellung in Entwicklungsländern zu verteidigen. Hier ist Nokia nach wie vor stark - aber mit dem Vormarsch von Rivalen wie Samsung und erwarteten günstigen Android-Smartphones von chinesischen Herstellern wie ZTE steigt die Konkurrenz. Es soll auch in Deutschland auf den Markt kommen.

Zudem stellten die Finnen in Barcelona mehrere einfache Handys der Serie Asha vor. Die Telefone seien „schneller als viele einfachere Androiden“, verkündete die zuständige Nokia-Managerin Mary McDowell. Die Kunden anlocken soll auch eine Auswahl an Diensten unter der Dachmarke „Nokia Life“. So kann man zum Beispiel medizinische Fragen bei einem Call-Center loswerden. Außerdem können Asha-Käufer sich in den ersten zwei Monaten kostenlos 40 Spiele des Anbieters Electronic Arts im Wert von 75 Euro herunterladen. Der populäre Messaging-Dienst WhatsApp ist gleich vorinstalliert - ein weiterer Schlag gegen die Mobilfunk-Anbieter, für die SMS-Gebühren eine sehr wichtige Einnahmequelle sind.

Die Aktie von Nokia ist auf Sicht der vergangenen zwölf Monate um knapp ein Drittel auf 4,10 Euro gefallen. Einige Analysten halten die Papiere auf diesem Niveau wieder für attraktiv bewertet. Die Credit Suisse stuft die Aktie mit "Outperform" und einem Kursziel von sechs Euro ein. Das finnische Mobilfunkunternehmen könnte im zweiten Halbjahr die Wende zum Besseren schaffen, schrieben die Analysten in einer Studie. Besonders der Niedrigpreismarkt könnte sich trotz geringer Margen als wertsteigerndes Geschäftsfeld erweisen. Ihre Schätzungen könnten sich gar als recht konservativ erweisen, so die Experten weiter.

  • dpa
  • rtr
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3 Kommentare zu "Neues Smartphone: Nokia kann die Börse nicht überzeugen"

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  • Schade, dass hier das Highlight Nokias (808 PureView) auf dem MWC 2012 - dass übrigens einen Award als bestest neues Gerät bekommen hat - nicht erwähnt wird!!

  • Richtig. Hinzu kommt der für mich wichtige Aspekt Umwelt und Ethik. Hier könnte Nokia gegenüber Apple mit seiner unter katastrophalen Bedingungen in China stattfindenden Produktion punkten.

  • Nokia unterliegt den selben von Microsoft vorgegebenen Einschränkungen hinsichtlich der verbauten Hardware. Wenn Nokia daher punkten will, sollte es sich auf seinen (noch) vorhandenen Wettbewerbsvorteil im Bereich Navigation konzentrieren und seinen Kunden interessante Dienste wie ein spontanes Mitfahrsystem anbieten. Der Konkurrenz (z.B. Flinc) fehlt derzeit dazu das Navi-KnowHow und die Reichweite. Aber wie lange noch!?