Nordex-Aktie im Sinkflug Anleger ergreifen nach gekappter Prognose die Flucht

Die Nordex-Aktie ist am Donnerstag weiter abgerutscht. Grund dafür ist die gesenkte Umsatzprognose des Windturbinenbauers. Das Unternehmen zeigt sich erst im Bezug auf 2018 wieder optimistisch.
Update: 24.02.2017 - 12:14 Uhr 1 Kommentar
Gesenkte Umsatzprognosen schadeten dem Windturbinenbauer. Quelle: dpa
Nordex

Gesenkte Umsatzprognosen schadeten dem Windturbinenbauer.

(Foto: dpa)

ReutersMit einer teils drastischen Senkung der Ziele für 2017 und 2018 hat der Windturbinenbauer Nordex seine Anleger vergrault. Die im Technologieindex TecDax notierten Aktien setzten am Freitag ihre Talfahrt fort und büßten mehr als 15 Prozent auf 14,05 Euro ein. Binnen zwei Handelstagen verloren die Titel damit fast 30 Prozent ihres Wertes und fielen auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. „Die Prognose für 2018 war sehr optimistisch. Aber die jetzigen Erwartungen sind ein Schock. Die Wachstumsstory ist raus“, kommentierte Holger Fechner von der NordLB den Kurssturz. Rein rechnerisch werde der operative Gewinn (EBITDA) im kommenden Jahr 160 bis 170 Millionen Euro unter den ursprünglichen Planungen liegen. Damit könnte der Gewinn unter dem von 2016 fallen.

Amir Roshan Zamir von MM Warburg betonte, die Rücknahme der Umsatzprognose für 2018 von rund einer Milliarde Euro sei dramatisch. „Die ursprünglich angepeilten 4,2 bis 4,5 Milliarden Euro erschienen zwar überzogen, aber die nun angekündigtem 3,4 bis 3,6 Milliarden Euro sind sehr enttäuschend.“ Das sei ein herber Vertrauensverlust.

Nordex hatte am Donnerstagabend seine Ziele für 2017 und 2018 deutlich zurückgenommen. „Zwei Hauptgründe für die angepassten Ziele sind geringere Absatzerwartungen und deutlich erhöhter Preisdruck“, sagte Firmenchef Lars Bondo Krogsgaard. Vor allem die Geschäfte in Kernmärkten wie Brasilien, Indien und Südafrika liefen schlechter. Insgesamt verschieben sich Projekte in Südafrika und Brasilien im Volumen von 450 Millionen Euro.

Das sind die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. XEMC profitiert zwar von diesem Boom, hat aber durch einen etwas schwächeren Windmarkt an Bedeutung verloren. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2017 auf fast tausend verkaufte Turbinen und einen Marktanteil von 1,8 Prozent.

Marktanteil 1,8 Prozent.  

Platz 13: Sewind (China)
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Im vergangenen Jahr fand sich auf diesem Platz noch der chinesische Staatskonzern Dongfang, im Ranking 2017 wird er von seinem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Sewind zwei Plätze nach hinten verwiesen. Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 2,1 Prozent.  

Platz 12: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 15 führenden Windkraftkonzernen der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2017 mehr als 45 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 2,3 Prozent.

Platz 11: United Power (China)
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Der chinesische Windkraft-Konzern, United Power, bekommt die gedämpfte Entwicklung auf dem Heimatmarkt stark zu spüren. Vom siebten geht es auf den elften Platz und der Marktanteil schrumpft um ganze 1,2 Prozent. Die Tochtergesellschaft des staatlichen Stromversorgers China Guodian produziert Turbinen für Windräder an Land und auf hoher See in beinahe allen Leistungsklassen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

Platz 10: Suzion (Indien)
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Dank eines Boom-Jahres auf dem heimischen Markt, hat der indische Windturbinenhersteller Suzion es in die Top 15 geschafft. Das ist allerdings auch der Markt, auf den fast 40 Prozent des Geschäfts von Suzion entfallen. Im laufenden Jahr wird aufgrund von der Umstellung auf offene Ausschreibungen erst einmal mit einem Einbruch des indischen Marktes gerechnet, dann muss auch der Windradbauer zunächst mit einem Auftragseinbruch rechnen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

Platz 9: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion hat es auch global wieder unter die Top 10 geschafft. Ganze drei Plätze brachte ihn ein Rekordjahr auf dem deutschen Markt nach vorne. In der Bundesrepublik wurde noch nie soviel Windkraftleistung installiert wie im vergangenen Jahr: Ganze 6,5 Megawatt. Im nächsten Jahr könnte das aber wieder ganz anders aussehen. Die Hamburger kämpfen mit schwindenden Subventionen, massiven Preiskampf und sinkenden Umsätzen.

Marktanteil: 3,7 Prozent.

Platz 8: Mingyang (China)
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Chinas drittgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Windkonzernen, konnte Mingyang seinen Marktanteil 2017 sogar vergrößern.

Marktanteil: 4,7 Prozent.

Für das laufende Jahr rechnet Krogsgaard daher nur noch mit einem Umsatz von 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro statt bislang 3,35 Milliarden. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll zwischen 7,8 bis 8,2 Prozent liegen und damit unter dem Vorjahreswert von 8,3 Prozent. 2018 strebt Nordex bei einem Umsatz von 3,4 bis 3,6 Milliarden Euro eine stabile Marge an. Ursprünglich waren 4,2 bis 4,5 Milliarden Euro avisiert worden bei einer Ebitda-Marge von über zehn Prozent.

„Bei der Begründung bleiben Fragen offen auch in Bezug auf den Preisdruck“, sagte Analyst Roshan Zamir dazu. Die Geschäfte in Deutschland und den USA liefen auf Hochtouren. „Da scheint es in den übrigen Märkten wie etwa der Türkei offenbar kein Wachstum mehr zu geben.“
Nordex hatte Anfang 2016 die spanische Acciona erworben. Mit der neuen Tochter, die vor allem in den USA und Südamerika unterwegs ist und 2015 950 Millionen Euro erlöst hatte, wollte der Konzern bis 2018 den Umsatz verdoppeln und damit zum Weltmarktführer Vestas aufschließen.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Nordex-Aktie im Sinkflug: Anleger ergreifen nach gekappter Prognose die Flucht"

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  • Trump in den USA gibt die neue Energierichtung vor. Weg von der staatlichen Subventionierung der sog. Erneuerbaren Energien (Wind und Sonne) und wieder hin zur marktfähigen Energieerzeugung durch Kohle, Gas und Kernkraftwerke.
    Oder anders gesagt...die marktfeindliche CO2 FREI Politik hat endlich ein Ende gefunden. Der CO2 basierende Wohlstand kann durch eine Marktwirtschaft in der Energiebranche wieder aufleben.

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