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Ölpreis hängt wie ein Damoklesschwert über den Märkten Blue Chips haben Nachhol-Potenzial

Nach den insgesamt im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag könnte der deutsche Aktienmarkt nach Ansicht von Marktteilnehmer wieder an Fahrt aufnehmen. Die vielbeachteten Zahlen seien zwar „nicht bombastisch“ ausgefallen, hätten aber Befürchtungen einer deutlichen Verfehlung der Prognosen zerstreut, sagten Analysten.

HB FRANKFURT. Damit dürfte sich das Augenmerk wieder auf die günstige Bewertung deutscher Werte richten. „In Anbetracht der guten Unternehmensergebnisse und der optimistischen Ausblicke besteht noch gehöriges Nachholpotenzial“, meinen die Marktstrategen der Landesbank Baden-Württemberg.

Mit einem KGV von weniger als 12 auf Basis 2005 liege die Bewertung deutscher Standardwerte auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Allerdings sei erst dann mit einem Kursschub Richtung 4 000 Punkte zu rechnen, wenn sich die institutionellen Anleger wieder stärker engagierten. Dies könnte dann der Fall sein, wenn die im Oktober anlaufende Berichtssaison das positive Bild des ersten Halbjahres bestätigt.

Einem Damokles-Schwert gleich hängt aber immer noch der Ölpreis über den Märkten. Marktteilnehmer wollen nach der vorangegangenen Korrekur nicht ausschließen, dass der Ölpreis wieder Anlauf in Richtung der alten Höchststände nimmt. Auch die Jahreszeit lädt laut Händlern nicht gerade zum Investieren ein: „Der September ist traditionell ein schlechter Börsenmonat“, meint ein Marktteilnehmer. Zudem könnten vor dem 11. September und im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen wieder Terrorängste aufkommen.

Selbst wenn nichts passieren und keine konkreten Terrorwarnungen erfolgen sollten, dürfte das Thema im Wahlkampf auf jeden Fall noch mehr “hochgekocht“ werden und daher im Bewußtsein bleiben, heißt es. Auch der vielbeachtete Intel-Zwischenquartalsbericht habe Ängste geschürt, dass zumindest in stark zyklischen Sektoren der Aufschwung seinen Zenit überschritten haben könnte. „Wir sehen bereits seit einiger Zeit Umschichtungen aus Technologietiteln in defensivere, dividendenstarke Branchen,“ weiß denn auch ein Händler zu berichten.

Ungeachtet dieser Faktoren beurteilen die Analysten der Bankgesellschaft Berlin die mittelfristigen Aussichten für den Aktienmarkt als gut. Der Wirtschaftsaufschwung sei insgesamt nicht gefährdet und die Einkaufsmanagerindizes lägen oberhalb der Expansionsschwelle. Das Beschäftigungsbaromter für die deutsche Wirtschaft habe erstmals seit Mai 2001 die kritische Schwelle von 50 Zählern überwunden. Der vom Export getragene Aufschwung sollte bald den Arbeitsmarkt erreichen und dann auch den Privatkonsum zu stützen.

Lediglich die Inflationsdaten in der Eurozone hätten auf die Ölpreisentwicklung mit einem Warnsignal reagiert. Die Preiskomponenten innerhalb der jüngsten Konjunkturdaten wiesen stärker nach oben und zeigten, dass ein Rückgang der Verbraucherpreise unter die Marke von 2%, bei der für die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig Preisstabilität gewährleistet wäre, so schnell nicht zu erreichen sein werde. Allerdings habe die EZB auf ihrer jüngsten Sitzung betont, dass noch kein bedeutender Inflationsdruck zu erkennen sei. Sollte sich der Trend bei der Preisentwicklung jedoch fortsetzen, könnte das Thema Inflation demnächst mehr Bedeutung gewinnen.

Unter technischen Aspekten komme es nun beim Dax auf das letzte Zwischenhoch bei 3 856 Punkten an, meint Marcel Mußler, Verfasser der Mußler-Briefe. Vor allem aber die Trendlinie bei 3 870 dürfte nicht ohne weiteres zu überwinden sein. Nach unten hin sollte die Marke von 3 778 verteidigt werden.

An wichtigen Konjunkturdaten stehen in der kommenden Woche die deutschen Auftrageingänge für Juli am Montag und die Vorlage des Beige Book am Mittwoch an. Am Donnerstag folgen Lagerbestände und Großhandelsumsätze der USA im Juli. Am Freitag stehen dann noch die US-Handelsbilanz für Juli und die Erzeugerpreise für August, die besonders auf den Einfluss des Ölpreis abgeklopft werden dürften, auf dem Programm.

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