Online-Anzeigenmarkt Scout24 schafft es an die Börse

Kleiner als erwartet – aber immer noch einer der größten Börsengänge des Jahres: Der Online-Anzeigenmarkt Scout24 hat den Sprung aufs Parkett geschafft. Doch auf eine Dividende müssen Anleger vorerst noch warten.
Scout24 betreibt verschiedene thematisch sortierte Kleinanzeigen-Portale im Internet. Quelle: dpa
Scout24

Scout24 betreibt verschiedene thematisch sortierte Kleinanzeigen-Portale im Internet.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Internet-Kleinanzeigenbetreiber Scout24 hat den Sprung an die Börse geschafft: Die Aktie startete am Donnerstag bei ihrem Debüt in Frankfurt bei 30,75 Euro und lag damit leicht über dem Ausgabepreis von 30 Euro. Mit einem Emissionsvolumen von 1,16 Milliarden Euro ist der Börsengang zwar kleiner als im optimistischsten Szenario, aber immer noch einer der bislang größten in diesem Jahr in Deutschland. Denn Dickschiffe wie die Bayer-Kunststoffsparte Covestro und der Autozulieferer Schaeffler tun sich bei den derzeitigen Sorgen um die Konjunktur schwer, Investoren anzulocken. Scout24-Chef Greg Ellis stimmte nicht in das Klagelied ein. Er läutete die Börsenglocke auf dem Parkett in guter Stimmung: „Der jetzige Zeitpunkt war genau richtig“, sagte er. „Wir haben von den Anlegern ein sehr positives Echo bekommen.“ Scout24 sei ein stabiles Unternehmen und reif für die Börse.

Die Firma betreibt die Online-Portale ImmobilienScout24 und AutoScout24. Anders als bei den großen Industrieunternehmen ist das Geschäft nicht besonders schwankungsanfällig. Das half im aktuellen Marktumfeld, in dem die Ausschläge nach oben und unten groß sind und andere Börsenkandidaten zittern müssen. Für Scout24 war es bereits der zweite Anlauf. Nun platzierte das Unternehmen insgesamt 38,64 Millionen Aktien in der Mitte der Preisspanne, die auf 29,50 bis 31 Euro eingeengt wurde.

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

Dem Unternehmen selbst fließen aus dem Gesamterlös aber nur knapp 230 Millionen Euro zu, die zum Abbau der fast eine Milliarde Euro schweren Schuldenlast verwendet werden sollen. Auf eine Dividende müssen die Anleger deshalb trotz gut laufender Geschäfte noch warten. Das meiste Geld streichen die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone sowie die Deutsche Telekom ein. Sie brachten insgesamt 26 Millionen Aktien an den Mann. Hinzu kommt eine Platzierungsreserve. Der Streubesitz liegt jetzt bei über 30 Prozent, insgesamt wird Scout24 mit gut drei Milliarden Euro bewertet. An den Aktienmarkt begleitet wurde die Firma von den Banken Credit Suisse und Goldman Sachs.

  • rtr
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