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Pokémon Go Nintendo dämpft Erwartungen – Aktie stürzt ab

Der Erfolg des Smartphone-Spiels Pokémon Go hatte den Aktienkurs von Nintendo, Erfinder der Monsterfiguren, beflügelt. Doch der erwartete Gewinn sei schon in der Prognose enthalten, so der Konzern. Die Aktie sackt ab.
Nintendo kann nur teilweise vom Erfolg des Spiels profitieren. Quelle: Reuters
Pokémon-Spieler in Tokio

Nintendo kann nur teilweise vom Erfolg des Spiels profitieren.

(Foto: Reuters)

Tokio Enttäuschte Hoffnungen auf eine Gewinnschub durch das Handyspiel „Pokémon Go“ haben am Montag einen Ausverkauf bei Nintendo ausgelöst. Die Aktien des japanischen Videospiel-Anbieters fielen an der Tokioter Börse um knapp 18 Prozent und standen damit vor dem größten Tagesverlust seit fast 26 Jahren. Dabei wechselten bis kurz vor Handelsschluss fast fünf Mal so viele Nintendo-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Allerdings notierten die Papiere damit immer noch zwei Drittel über dem Wert vor Start des Spiels in der ersten Juli-Woche.

Grund für den Kursrutsch: Das Unternehmen hatte am Freitag nach Börsenschluss mitgeteilt, „Pokémon Go“ werde nur einen begrenzten Einfluss auf die Geschäftszahlen haben. Es gebe derzeit keine Pläne, die Geschäftsziele anzuheben.

„Pokémon Go“ wechselt zwischen der echten und der virtuellen Welt. Der Spieler muss dabei verschiedene Arten von Fantasiewesen einfangen, die bereits vor 20 Jahren mit einer Serie von Videospielen bekanntwurden. Dank des unerwartet großen, weltweiten Erfolgs von „Pokémon Go“ verdoppelte sich der Kurs der Nintendo-Aktien in den vergangenen zwei Wochen zeitweise. Der Konzern war dadurch zwischenzeitlich mehr Wert als der japanische Elektronikkonzern Sony.

Doch am geschäftlichen Erfolg des Spiels ist Nintendo nur teilweise beteiligt. Die Rechte an den Pokémon-Figuren („Pocket Monster“) hält Pokémon Co, an der Firma ist Nintendo mit 32 Prozent beteiligt. Die Rechte am Spiel hält Pokémon Co gemeinsam mit dem Entwickler Niantic, einem Spin-off der Google-Konzernholding Alphabet, und anderen Investoren. So könnte unter dem Strich nur ein Zehntel des erzielten Gewinns bei Nintendo landen. Wie viel Umsatz und Gewinn das Spiel macht, ist bislang nicht bekannt. Nintendo sieht in jedem Fall keine Notwendigkeit, den eigenen Geschäftsausblick seit dem Start positiver zu bewerten.

Am Mittwoch wird Nintendo über das Ergebnis des Geschäfts im ersten Quartal des Anfang April begonnenen Geschäftsjahrs berichten. Das Spiel kam jedoch erst im Juli auf dem Markt, also nach Schließen der Bücher für das Quartal.

Eine Smartphone-App stellt die Welt auf den Kopf
In Japan geht es erst noch los
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Das Smartphone-Spiele „Pokémon Go“ wird laut Medienberichten am Mittwoch auch in Japan, dem Geburtsland der Pokémon-Monster, in Japan veröffentlicht. Das berichten unter anderem das Technologie-Blog „Techcrunch“ und das „Wall Street Journal“. Bislang ist die App, die auch hierzulande einen wahren Hype ausgelöst hat, in 30 Ländern verfügbar, darunter den USA, Kanada und in Europa.

(Foto: dpa)
Echte Schießidee
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Auf der Suche nach kleinen gelben „Pokémons“ haben sich einige Spieler in Gefahr gebracht. In Niedersachsen wurden drei „Pokémon“-Fänger auf einem Truppenübungsplatz erwischt, auf dem gerade mit scharfer Munition geschossen wurde. Der Wachdienst hat das Trio auf dem Gelände der Bundeswehr in der Lüneburger Heide entdeckt. Eine 16-Jährige aus Schleswig-Holstein wurde sogar Opfer eines Verbrechens. Auf der Suche nach einem „Pokémon“ riss ihr ein Radfahrer das Handy aus der Hand.

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Da raschelt was im Gras
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Dem ein oder anderem hat „Pokémon“ Ärger mit dem Gesetz eingehandelt. Eigentlich wollte ein Marihuana-Konsument in München kleine „Pokémons“ fangen, dabei ging er allerdings selbst der Polizei ins Netz. Der 30-Jährige war in München mit einen Joint unterwegs - und dabei so in das Spiel auf seinem Handy vertieft, dass er die Streife nicht bemerkte. Und in Trier wurde ein per Haftbefehl gesuchter Mann beim „Pokémon“-Spiel von der Polizei aufgegriffen - und muss nun für ein halbes Jahr ins Gefängnis.

(Foto: dpa)
Verbraucherschutz als Endgegner
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Die Entwickler der Smartphone-App „Pokémon Go“, im Bild Niantic-CEO John Hanke, sind wegen der Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen des Spiels von deutschen Verbraucherschützern abgemahnt worden. Insgesamt wurden 15 Klauseln angeprangert, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband am Mittwoch in Berlin mitteilte. Dem kalifornischen Spieleentwickler Niantic Labs sei Zeit bis zum 9. August eingeräumt worden, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Bestimmungen zu ändern. Ansonsten wollen die Verbraucherschützer eine Klage prüfen.

(Foto: Reuters)
Schicht im Schacht
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„Pokémon“ bringt die Menschen vor die Tür - und manchmal auch an ungewöhnliche Orte. In Frankfurt stiegen Jugendliche auf das zehn Meter hohe Dach eines Einkaufszentrums, um dort nach den virtuellen Viechern zu suchen. Und ebenfalls in Frankfurt haben sich die virtuellen Monster in den dunklen Gängen eines gesperrten S-Bahn-Tunnels verirrt. Für den Rhein-Main-Verkehrsverbund war das ein bisschen zu viel Abenteuer: „Auch wenn es euch schwerfällt, doch für die Jagd ist und bleibt der #tunnelzu ;)“, twitterte das Unternehmen zur Sicherheit.

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Pokémon Stop & Go
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Mit einem Fahrzeug jagt es sich besser als zu Fuß? Auf diese Idee kam ein 24-Jähriger in Bochum. Der Mann war einem Fahrradpolizisten aufgefallen, als er während der Fahrt sein Handy in der Hand hielt und bediente. Auch in Berlin war ein Spieler auf Monstersuche - mit dem Fahrrad. Der Mann suchte mit Schrittgeschwindigkeit und einer Hand am Lenker die Umgebung nach den „Pokémons“ ab. Die Handynutzung ist im Straßenverkehr allerdings verboten - das gilt nicht nur fürs Telefonieren.

(Foto: dpa)
Böse Mine zum guten Spiel
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Auf der Jagd nach Pokémons wagen sich einige Menschen in Bosnien-Herzegowina selbst in gefährliche Regionen mit Landminen. Nachdem einzelne Pokemon-Jäger vor den vielen Minenfeldern in diesem Balkanland nicht haltgemacht hatten, warnten Medien und Fachorganisationen am Dienstag in Sarajevo: „Wir bitten die Bürger, die aufgestellten Tafeln wegen der Minengefahr zu beachten.“

Nach dem Bürgerkrieg von 1992 bis 1995 liegen in dem Land noch auf schätzungsweise mehr als 1100 Quadratkilometern verborgene Minen. In diesem Jahr sind bereits zwei Minenentschärfer ums Leben gekommen. Zwei weitere kamen mit Verletzungen davon. Obwohl seit Kriegsende mehr als 3000 Quadratkilometer entmint worden sind, dürfte es noch bis zum Jahr 2024 dauern, bis Bosnien-Herzegowina minenfrei ist.

(Foto: AP)
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