Rocket Internet Stärkster Einbruch seit Börsengang

Dramatischer Kurssturz bei Rocket Internet: Knapp 15 Prozent verlor die Aktie des IT-Unternehmens an nur einem Tag. Zuvor hatte die Konzerngruppe angekündigt, eine siebenjährige Wandelanleihe zu begeben.
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Im Oktober 2014 ging Rocket Internet an die Börse. Nun liegt der Kurs des IT-Konzerns so tief wie noch nie. Quelle: Reuters
Börsengang

Im Oktober 2014 ging Rocket Internet an die Börse. Nun liegt der Kurs des IT-Konzerns so tief wie noch nie.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/Main, BerlinDie Aufnahme von frischem Kapital hat die Aktien von Rocket Internet am Dienstag auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Oktober 2014 gedrückt. Der Kurs fiel zum Mittag um fast 15 Prozent unter 35 Euro. Im Vergleich zum Höchststand Anfang Februar verlor die Aktie damit rund 38 Prozent an Wert. Damit kommt das Unternehmen auf einen Marktwert von 5,7 Mrd. Euro.

Rocket Internet hatte am Montagabend die Platzierung einer Wandelanleihe über 550 Millionen Euro angekündigt. Diese könne später in etwa 10,2 Millionen Aktien umgetauscht werden, was 6,2 Prozent des gegenwärtigen Grundkapitals der Rocket Internet SE entspreche. Bei einer Laufzeit von sieben Jahren sollen die Papiere eine Konversionsprämie von 35 Prozent bis 37,5 Prozent haben, wie aus einem Term Sheet hervorgeht.

Im Juni hatte Rocket nach eigenen Angaben Barmittel in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dem Börsengang hatte Rocket rund 1,5 Milliarden Euro eingenommen. Im Februar besorgte sich die Startup-Fabrik zusätzlich 590 Millionen Euro durch die Ausgabe neuer Aktien.

Die 10 führenden IT-Dienstleister Deutschlands
Platz 10: Dimension Data
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Auf dem zehnten Platz landet Dimension Data (unser Bild zeigt die Firmenbroschüre) mit einem Umsatz von 440 Millionen Euro (2013: 224 Millionen). Die Zentrale des globalen Unternehmens liegt im südafrikanischem Johannesburg, in Deutschland ist Bad Homburg der Hauptstandort.

Das Managementberatungs-Unternehmen Lünendonk hat die zehn führenden IT-Service-Unternehmen in Deutschland zusammengestellt. Dazu hat es den Umsatz von mehreren Branchenvertretern im Jahr 2014 verglichen.

Platz 9: BWI Informationstechnik
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Auf Rang neun liegt die BWI Informationstechnik mit 643 Millionen Euro Umsatz (2013: 642 Millionen). Die Gesellschaft mit Rechtsform GmbH wurde im Jahr 2006 von Bundeswehr (49,9 Prozent Anteil), Siemens (50,05 Prozent) und IBM (0,05 Prozent) gegründet, um die nichtmilitärische Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr zu betrieben und zu modernisieren. Die BWI hat ihren Firmenhauptsitz in Meckenheim (Bild).

Platz 8: Fiducia
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Die Fiducia besetzt mit einem Erlös von 734 Millionen Euro den achten Rang (2013: 733 Millionen). Das Kerngeschäft der 1924 gegründeten Aktiengesellschaft sind IT-Dienstleistungen für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Unter anderem betreibt die Fiducia ein Hochsicherheits-Rechenzentrum im Raum Karlsruhe (Bild).

Platz 7: GAD eG
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Auf Platz sieben liegt die GAD eG mit einem Umsatz von knapp 774 Millionen Euro (2013: 761 Millionen). In IT-Fragen betreut sie Volks- und Raiffeisenbanken, Zentralinstitute sowie weitere Unternehmen in der genossenschaftlichen FinanzGruppe, etwa Schwäbisch Hall, Union Investment und R+V. Ihren Firmensitz hat die eingetragene Genossenschaft in Münster (Bild).

Platz 6: Atos
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Auf Rang sechs landet Atos (unser Bild zeigt die Homepage des Unternehmens) mit einem Erlös von 992 Millionen Euro (2013: 1,1 Milliarden). Die als Societas Europae registrierte Firma bedient unter anderem Kunden aus den Bereichen Verteidigung, Finanzdienstleistungen, produzierendes Gewerbe und Medien.

Platz 5: HP
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Hewlett Packard Deutschland Services erwirtschaftete 1,34 Milliarden Euro, das entspricht dem fünften Rang (2013: 1,37 Milliarden). Die Zentrale der US-Firma liegt im kalifornischen Palo Alto (Bild), die deutsche Hauptniederlassung befindet sich in Böblingen.

Platz 4: Computacenter
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Computacenter belegt mit einem Erlös von 1,45 Milliarden Euro Platz vier (2013: 1,5 Milliarden). Das Unternehmen berät Organisationen hinsichtlich ihrer IT-Strategie. Zudem errichtet und betreibt es Netzwerk- und Rechenzentren. Die deutschen Geschäftstellen der britischen Firma befinden sich in Kerpen, Berlin und Ratingen.

Rocket will den Erlös für weitere Investments in Unternehmen verwenden. Das Startup-Unternehmen will die weltgrößte Internet-Plattform außerhalb der USA und Chinas werden. Im Oktober hatte Rocket Internet mit seinem Börsengang 1,4 Mrd. Euro erlöst und das größte IPO in Deutschland in dem Jahr hingelegt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2014 verfügte Rocket über rund 2 Mrd. Euro an liquiden Mitteln.

  • dpa
  • Bloomberg
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