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Schaeffler, Covestro, Hapag Lloyd Wem VW in den Börsengang grätscht

Volkswagen ist ein großer Auftraggeber des Automobilzulieferers Schaeffler – der Abgasskandal erschwert Schaefflers Börsengang. Auch Covestro und Hapag Lloyd zittern vor dem Gang aufs Parkett. Anleger verlieren Vertrauen.
2 Kommentare
Der VW-Konzern lässt nicht im Fußball grätschen – und stellt jetzt auch einigen Börsenaspiranten ein Bein. Quelle: ap
VfL Wolfsburg-Spieler Naldo (l.)

Der VW-Konzern lässt nicht im Fußball grätschen – und stellt jetzt auch einigen Börsenaspiranten ein Bein.

(Foto: ap)

Frankfurt/DüsseldorfEs hätte ein schöner IPO-Herbst werden können. Gleich mehrere Firmen haben ihren Gang aufs Parkett angekündigt, darunter die Bayer-Kunststoffsparte Covestro, der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler und die Reederei Hapag Lloyd. Doch nun sieht es so aus, als müssten die Börsenkandidaten einen längeren Atem haben als gedacht – oder die finanziellen Erwartungen herunterschrauben. Der Schrecken, der die Märkte seit der vergangenen Woche erfasst hat, trägt einen kurzen Namen: VW.

Seit ans Licht gekommen ist, dass der sonst als so sicher, rechtschaffend und beständig geltende Automobilkonzern die Abgaswerte für viele seiner Dieselfahrtzeuge manipuliert hat, steht die Börse Kopf. Der Dax rauschte bereits in der vergangenen Woche in die Tiefe und setzte am Montag seine Talfahrt fort. Der Index verlor rund 1,6 Prozent. Aktien von Automobilzulieferern wie Elring-Klinger, Continental und Dürr sackten zum Teil zweistellig ab.

Die Auto-Aktien in VW-Sippenhaft

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

-0,96 -0,61%
+156,50€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
1 von 12

Für Volkswagen ist am Montag in der vergangenen Woche eine neue Ära eingebrochen. Es wurde bekannt, dass der deutsche Vorzeige-Autokonzern bei den Abgaswerten für Diesel-Motoren geschummelt haben soll. Rund 6,5 Milliarden Euro sollen bereits im dritten Quartal dieses Jahres „ergebniswirksam” zurückgestellt werden, so der Konzern. Über 11 Millionen Autos sind betroffen. Der Skandal schlug haushohe Wellen, nicht nur in der Autobranche, sondern vor allem auch bei den Aktionären. Um rund 20 Prozent brach die Aktie am Montag ein. Am Dienstag rauschte sie weiter abwärts. Inzwischen hat sich die Aktie leicht erholt. Dennoch ist sie inzwischen fast 40 Prozent billiger.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -37,7 Prozent

PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE000PAH0038
Börse
Xetra

-0,32 -0,51%
+62,52€
Chart von PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Porsche
2 von 12

Auch die Aktie von Porsche wurde von der VW-Krise heftig gebeutelt. Dabei kommen die beanstandeten Diesel-Vierzylinder-Motoren bei Porsche-Autos gar nicht zum Einsatz. Doch im Sog des Skandals musste auch die Luxusmarke personelle Konsequenzen ziehen.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -35,8 Prozent

AUDI AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006757008
Börse
Xetra

0,00 0,00%
+792,00€
Chart von AUDI AG INHABER-AKTIEN O.N.
Audi
3 von 12

Ebenfalls erwischt hat es die Audi-Aktie – wenn auch nicht ganz so schwer wie die Papiere von VW. Dabei finden sich auch Autos dieser Marke mit den Mogel-Motoren.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -11,3 Prozent

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

-0,33 -0,56%
+58,08€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
4 von 12

Daimler setzt nach eigenen Angaben keine Manipulationstechnik zum Herunterregeln von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen ein. „Wir betrügen nicht, und wir setzen auch keine 'Defeat-Devices' ein - auch in Europa nicht”, bekräftigte ein Daimler-Sprecher am 24. September. Investoren machen trotzdem einen Bogen um die Papiere des Mercedes-Herstellers.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -11,5 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

-0,16 -0,21%
+76,30€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
5 von 12

BMW geriet am 24. September in Verdacht, Abgaswerte von Diesel-Autos ebenfalls manipuliert zu haben. Ein Bericht der „Auto-Bild” legte das nahe. Daraufhin rutschte die Aktie bis zu neun Prozent nach unten.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -10,6 Prozent

ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007856023
Börse
Xetra

-0,14 -2,05%
+6,67€
Chart von ELRINGKLINGER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Elring-Klinger
6 von 12

Auch die Automobilzulieferer hat die VW-Krise erwischt. Schlimm traf es die Aktie von Elring-Klinger. Der baden-württembergische Zulieferer produziert Teile für fast alle Automobilhersteller. Auch Abgassysteme gehören zur Produktpalette des Unternehmens.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -17,2 Prozent

LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005408884
Börse
Xetra

-0,29 -1,39%
+20,60€
Chart von LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Leoni
7 von 12

Auch den nürnbergischen Hersteller von Auto-Elektronik Leoni hat die VW-Krise erfasst.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -15,5 Prozent

In einem solchen Börsenumfeld leiden auch jene Firmen, die noch gar nicht auf dem Parkett sind. Allen voran: Schaeffler. Das fränkische Familienunternehmen will bereits am 5. Oktober seinen Börsengang feiern. Nun hat Schaeffler Insidern zufolge die Bekanntgabe der Aktienpreisspanne um einige Tage verschoben. Die Spanne, zu der die Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten werden, solle erst in der zweiten Wochenhälfte veröffentlicht werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ursprünglich hatte die Preisspanne zu Wochenbeginn festgezurrt werden.

„Wir haben vergangene Woche zwei Tage verloren, weil Investoren nur Fragen zur VW-Affäre stellten”, sagte eine mit dem Börsengang vertraute Person. Volkswagen ist ein wichtiger Kunde von Schaeffler. Zudem seien die volatilen Märkte nicht gerade hilfreich. Der Dax hat im Zuge des VW-Abgasskandals in der vergangenen Woche mehr als zwei Prozent verloren.

Das fränkische Familienunternehmen Schaeffler, das auch Großaktionär beim Autozulieferer Continental ist, hat ohnehin keinen besonders leichten Start auf dem Parkett. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise versuchte Schaeffler Continental zu schlucken – und scheiterte. Das kam das Familienunternehmen teuer zu stehen. Die Schulden, die aus dem gescheiterten Übernahmeversuch entstanden sind, sollen nun auch über den Börsengang reduziert werden.

Mit dem Börsengang hat es Schaeffler ziemlich eilig. Start des Bookbuilding – dem offiziellen Sammeln von Kaufinteressenten – war offiziell der 28. September – also der heutige Montag. Das Unternehmen musste unter anderem wegen der unsicheren Lage in China seinen Ausblick für das Gesamtjahr leicht zurücknehmen. „Timing ist immer eine kunstvolle Frage. Wir sind der Meinung, dass das jetzt der richtige Zeitpunkt ist.“

Notiert werden sollen die Schaeffler-Aktien am regulierten Markt in Frankfurt. Konzernchef Klaus Rosenfeld stellt den Anlegern eine Dividende in Höhe von 25 bis 35 Prozent des Jahresüberschusses in Aussicht. Privatanleger werden wohl keinen leichten Zugang zur Aktie haben. Rosenfeld will eine „Privatplatzierung ohne öffentliches Angebot” durchziehen. Damit können Privatanleger erst nach dem Börsengang einsteigen.

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Zitterpartie auch bei Covestro und Hapag Lloyd
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2 Kommentare zu "Schaeffler, Covestro, Hapag Lloyd: Wem VW in den Börsengang grätscht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie schön ist es, wenn man wie ich , die VOW zum richtigen Zeitpunkt verkauft hat.
    Doch bald lohnt wieder ein Neueinstieg.
    Wer wie ich seit 50 Jahren dabei ist, den machen solche Bewegungen nicht schwindlig.
    Die Aktienanlage ist alternativlos, man muß nur die richtiegn Aktien zum richtigen Zeitpunkt kaufen.

  • Covestro ist die Kunststoffsparte von bayer, nicht von BASF.