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Schweizer Großbank setzt Expansionskurs fort Analysten sehen für UBS noch Potenzial

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Zurückhaltung aufgegeben. Im Zwei-Wochen-Rhythmus berichtet sie derzeit über Neuigkeiten aus dem eigenen Haus.

HB ZÜRICH. UBS schafft das Budget weitgehend ab, um die Mitarbeiter mehr anzuspornen. Zudem gründet die Bank eine Hedge-Fonds-Einheit mit einem prominenten Kopf, John Costas, an der Spitze. Die Vermögensverwaltungs-Einheiten werden zusammengelegt und aus Zürich betreut. Mit der Bank of China stecken die Schweizer in Verhandlungen, bei denen es letztlich um eine Beteiligung geht. Dazu kommen zahlreiche kleinere Einkäufe von Bankhäusern in den USA, Deutschland und Italien. Ein gutes Resultat im ersten Quartal sowie ein Aktienrückkaufprogramm haben den Kurs weiter getrieben. Inzwischen hat er sich deutlich oberhalb der Marke von 100 Schweizer Franken etabliert.

Für Analysten ist damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Peter Thorne von der Analyseabteilung bei Helvea hält ein Kursziel von 128 Franken für realistisch. Auch die Beobachter der Bank Vontobel raten im Vergleich zur zweiten Schweizer Großbank Credit Suisse klar zum Kauf von UBS-Aktien. Die Bank habe nach dem steinigen Weg der vergangenen Jahre ihre Konsolidierungsphase hinter sich. Die Credit Suisse dagegen stecke mitten in einem ehrgeizigen Umbau, dessen Ergebnis noch nicht absehbar sei. An ihrer positiven Einschätzung der UBS könne auch die höhere Profitabilität, die die Credit Suisse in der Vermögensverwaltung erziele, nichts ändern – zumal sich auch die UBS in dieser Hinsicht sehen lassen kann.

Als Schwächen der UBS galten bisher die etwas niedrige Bruttomarge der Vermögensverwaltung in Europa sowie vor allem das unbefriedigende Abschneiden dieses Geschäftsbereiches in den USA. Durch die Zusammenlegung der Vermögensverwaltungseinheiten müsste die Bank künftig in der Lage sein, beide Makel in den Griff zu bekommen. „Alles, was die Kosten in Amerika drückt, ist willkommen“, sagt Thorne von Helvea.

Wie die überwiegende Mehrheit seiner Analystenkollegen – nach Angaben von Bloomberg lauteten in den vergangenen sechs Monaten 19 Empfehlungen auf „kaufen“, sieben auf „halten“ und nur eine auf „verkaufen“ – sieht Thorne gute Chancen für weitere Kursgewinne. Als Absicherung nach unten sollte Anlegern die Stärke der UBS in der privaten Vermögensverwaltung dienen. Im Vorjahr trug dieser Bereich, den Claudia Meier von der Privatbank Vontobel als „risikoarmen Wachstumsmotor“ der Schweizer Großbanken bezeichnet, ein Drittel zum Vorsteuergewinn bei – Tendenz steigend.

Überzeugende Ergebnisse liefert die UBS auch in ihrem Investment-Bereich ab, der mehr als 40 Prozent zum Jahresreingewinn von zuletzt mehr als acht Mrd. Franken beisteuert. Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel hat das Ziel ausgegeben, den gegenwärtigen Weltmarktanteil in diesem Segment von fünf Prozent bis 2008 auf acht Prozent erhöhen zu wollen. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Zu Beginn dieses Jahres war die UBS Nummer nach Angaben der Genfer Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch bereits Nummer drei im hochmargigen Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Klar vor ihr ist bislang noch Goldman Sachs, aber zur Nummer zwei im Markt, Merrill Lynch, ist der Abstand klein. Auf ihrem Expansionskurs im Investment-Banking profitiert die UBS davon, dass sie genügend Geld hat, um dieses Geschäft antizyklisch auszubauen. Gleichzeitig liefert die gute Kapitalausstattung einige Sicherheit, dass sich Vorstandschef Peter Wuffli mit Zukäufen nicht übernimmt.

Am Ergebnis ihrer Aktivitäten will die UBS ihre Aktionäre weiter beteiligen. Sie strebt pro Jahr ein prozentual zweistelliges Wachstum des Gewinns pro Aktie an. Die Dividende ist zwar mit 15 Prozent nur halb so stark wie der Gewinn gestiegen, die UBS hebt allerdings den Kurs, in dem sie ihr inzwischen siebtes Aktienrückkaufprogramm gestartet hat, das ein Volumen von bis zu fünf Mrd. Franken umfasst. Zwar hat Wuffli angekündigt, das Programm nicht voll auszuschöpfen, falls er neue lohnende Übernahmeobjekte ausmacht. Angesichts der Wertsteigerung, zu dem die jüngsten Zukäufe beigetragen haben, dürften ihm die Aktionäre für diese Einschränkung aber nicht böse sein.

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