Steinhoff Einzelhandelsriese treibt Börsenpläne für Afrika-Tochter voran

Einzelhandelsriese Steinhoff treibt die Börsenpläne für seine Afrika-Tochter voran. Bis Ende September will der Konzern an die Börse gehen. Grund für die Börsenpläne ist der Einstieg von Steinhoff beim Rivalen Shoprite.
Kommentieren
In Europa ist Steinhoff vor allem als Möbelhändler (Poco, Leiner, Kika und Conforama) bekannt. Quelle: PR
Poco

In Europa ist Steinhoff vor allem als Möbelhändler (Poco, Leiner, Kika und Conforama) bekannt.

(Foto: PR)

FrankfurtDer deutsch-südafrikanische Einzelhandelsriese Steinhoff macht mit den Börsenplänen für seine Afrika-Tochter ernst. Die Steinhoff Africa Retail (Star) solle bis Ende September ihr Debüt an der Börse in Johannesburg feiern, teilte die im Nebenwerteindex MDax gelistete Steinhoff am Mittwoch mit.

Star war zum 1. Juli von Steinhoff abgespalten worden, der Konzern will aber die Mehrheit daran behalten. Zu STAR gehören Möbel-, Kleidungs-, Schuh-, Haushaltswaren-Händler und Baumärkte in Südafrika und angrenzenden Ländern ebenso wie eine Autoreparatur-Kette. Der Erlös aus dem Aktienverkauf geht an den Mutterkonzern.

Die größten Börsengänge in Deutschland
Delivery Hero
1 von 12

Der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero geht an die Börse. Die Aktien des Unternehmens aus der Start-up-Schmiede Rocket Internet wird an diesem Freitag zum ersten Mal an der Frankfurter Börse gehandelt. Den Ausgabepreis der neuen Aktien setzte das Unternehmen auf 25,50 Euro fest. Das ist das obere Ende der zuvor ausgegebenen Preisspanne. Damit nimmt das Start-up mit dem Börsengang knapp eine Milliarde Euro ein. Die richtig großen Börsengange gibt es allerdings hier...

Platz 10: Rocket Internet
2 von 12

Rocket Internet ist ein Internet-Inkubator. Das 2007 von den Samwer-Brüdern gegründet Unternehmen identifiziert Internet-Geschäftsmodelle und überträgt diese dann auf neue Märkte, die zumeist in schnell wachsenden Schwellenländern liegen. Ende 2016 befanden sich 125 (Vorjahr: 182) voll- und 48 (51) teilkonsolidierte Töchter im Portfolio der Rocket Internet. Bei dem Börsengang wurde die Aktie zehnfach überzeichnet, wurde mit 42,50 Euro pro Aktie ausgegeben, was 6,7 Milliarden Euro entspricht. Am Ende betrug der Wert an der Börse aber nur 1,4 Milliarden Euro.

Platz 10: Symrise
3 von 12

Am 11. Dezember 2006 debütierte die Aktie des Duft- und Aromenherstellers Symrise. Rund 1,4 Milliarden Euro erlösten das Holzmindener Unternehmen und der schwedische Finanzinvestor EQT mit 81 Millionen Aktien zu je 17,25 Euro. EQT hatte 2002 die Bayer-Tochter Haarmann & Reimer gekauft und mit dem Familienunternehmen Dragoco verschmolzen.

Platz 9: Telefónica Deutschland
4 von 12

Der Vorstandsvorsitzende der Telefonica Deutschland, Rene Schuster, posiert am 2012 in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main mit einem Telefon. Die Aktie von Telefonica Deutschland war damals bei ihrer Erstnotiz über ihren Ausgabepreis gestiegen. Nachdem die Anteilsscheine des Telekom-Unternehmens, das unter der Marke O2 auftritt, für 5,60 Euro an die Zeichner zugeteilt worden waren, notierten die Papiere kurz nach Handelsstart in Frankfurt am Main mit knapp zwei Prozent im Plus bei 5,78 Euro. Insgesamt spülte der Teilverkauf der deutschen Tochter dem spanischen Telefonica-Konzern inklusive der Mehrzuteilungsoption etwa 1,45 Milliarden Euro in die Kassen.

Platz 8: Covestro
5 von 12

Der Bayer-Kunststofftochter Covestro gelang 2015 ein erfreulicher Börsengang. Der Kurs lag mit 26,50 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 24 Euro. Die Bookbulding-Spanne von Covestro lag bei 21,50 bis 24,50. Nach Angabe des Unternehmens hatten Anleger deutlich mehr Aktien gezeichnet als überhaupt ausgegeben würden. Die Covestro AG ist einer der weltweit führenden Anbieter von Hightech-Materiallösungen und -Polymerwerkstoffen für zahlreiche Branchen. Am Ende betrug der Wert der Aktie 1,5 Milliarden Euro.

Platz 7: Deutsche Postbank
6 von 12

Am 23. Juni 2004 kam die Postbank an den Markt. Die Deutsche Post verkaufte 55 Millionen Aktien und eine Umtauschanleihe und sammelte 2,6 Milliarden Euro ein. Doch verlief der Börsengang nicht problemlos: Ursprünglich waren mehr Aktien zu einem höheren Preis angeboten worden. Für Aufruhr sorgte, dass der im Emissionskonsortium vertretenen Deutschen Bank Interesse an der Postbank nachgesagt wurde – heute ist sie tatsächlich an ihr beteiligt. Am Ende war die Emission zweifach überzeichnet, der erste Kurs lag mit 29 Euro über dem Ausgabepreis. Am Ende für das Unternehmen mit 1,6 Milliarden Euro bewertet.

Platz 6: Tognum
7 von 12

Der Hersteller von Dieselmotoren für Schiffe, Panzer und Schienenfahrzeuge sammelte mit seinem Debüt am 2. Juli 2007 zwei Milliarden Euro ein, wovon der Großteil an den schwedischen Finanzinvestor EQT ging. An der Börse startete die Aktie etwas über dem Ausgabepreis von 24 Euro. Wenige Monate später wurde sie in den MDax aufgenommen.

Hintergrund der Börsenpläne ist der Einstieg von Steinhoff beim Rivalen Shoprite. Der Konzern hat die Option, 22,7 Prozent der Anteile und 50 Prozent der Stimmrechte an Shoprite von dem südafrikanischen Milliardär Christo Wiese und von der staatlichen Investmentgesellschaft PIC für umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro zu erwerben. Die Beteiligung soll künftig bei STAR angedockt werden. Wiese ist auch der größte Aktionär und Aufsichtsratschef von Steinhoff. Eine Fusion von Shoprite und Steinhoff war Anfang des Jahres trotzdem gescheitert.

Begleitet wird der Börsengang von STAR federführend von den Investmentbanken Citigroup, Investec, J.P. Morgan und Morgan Stanley. Im Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende September) kam Star auf einen Umsatz von 51,2 Milliarden südafrikanischen Rand (3,3 Milliarden Euro) und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,49 Milliarden Rand (223 Millionen Euro).

2016/17 soll das Ebit nach zwei Übernahmen auf 6,06 Milliarden Rand (389 Millionen Euro) steigen. „Die Eröffnung weiterer Filialen und organische Wachstumsinitiativen geben uns die Möglichkeit, die operative Umsatzrendite auszubauen und das starke Wachstumstempo aufrecht zu erhalten“, erklärte Steinhoff.

Der Mutterkonzern versucht sich seit einigen Jahren stärker als europäisches Unternehmen zu profilieren und war deshalb vor eineinhalb Jahren von der Börse in Johannesburg nach Frankfurt gewechselt. In Europa ist Steinhoff vor allem als Möbelhändler (Poco, Leiner, Kika und Conforama) bekannt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Steinhoff - Einzelhandelsriese treibt Börsenpläne für Afrika-Tochter voran

0 Kommentare zu "Steinhoff: Einzelhandelsriese treibt Börsenpläne für Afrika-Tochter voran"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%