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Tech-IPO Zoom-Börsengang stellt Pinterest in den Schatten

Der Video-Dienst Zoom begeistert Anleger auch, weil er als eines der wenigen Start-ups profitabel ist. Dass sollte den anderen Einhörnern und deren Geldgebern zu denken geben. Ein Kommentar.
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Zoom-CEO Eric Yuan (Mitte) beim Zoom-Börsenstart an der New Yorker Wall Street. Quelle: AP
Wall Street

Zoom-CEO Eric Yuan (Mitte) beim Zoom-Börsenstart an der New Yorker Wall Street.

(Foto: AP)

Zoom – Wer? Bis vor wenigen Tagen hatte kaum jemand auf dem Radar, dass am Donnerstag nicht nur Pinterest sondern auch der Video-Dienst Zoom an die Börse ging. Pinterest, die Plattform für Fotos und Shopping ist schließlich eines der großen und bekannten Einhörner aus dem Silicon Valley und stand damit im Rampenlicht, ähnlich wie der Fahrdienstvermittler Lyft, der Ende März den Gang aufs Parkett wagte.

Zoom dagegen ist „nur“ ein Video-Dienst, der von Firmen für Konferenzen genutzt wird, ähnlich wie Skype. Das Unternehmen ist so unbekannt, dass es einige Anleger mit dem chinesischen Unternehmen „Zoom Technologies“ verwechselt haben. Das hat der Aktie in den vergangenen Tagen ein Kursplus von zweitweise 70.000 Prozent verschafft, wie der Finanzdienstleister Bloomberg berichtete. Das Papier ist zu normalen Zeiten allerdings nur wenige Cent wert.

Dennoch: Zoom, der Video-Dienst aus dem kalifornischen San Jose, hat etwas, was viele andere Silicon-Valley-Start-ups nicht haben: schwarze Zahlen! Das Unternehmen machte im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende Januar endete, 7,6 Millionen Dollar Gewinn, bei einem Umsatz von 331 Millionen Dollar. Die Anleger haben das bejubelt.

Die Aktie stieg zum Börsenstart am Donnerstag um 81 Prozent. Es war der größte sogenannte „Pop“ in diesem Jahr, wie aus Daten des Analysehauses Dealogic hervorgeht. Börsengänge von Tech-Unternehmen steigen zum Handelsstart im Schnitt um 23 Prozent.

Zoom stellte Pinterest damit in den Schatten. Mit knapp 16 Milliarden Dollar Börsenwert ist der Video-Dienst nach dem ersten Handelstag nun größer als Pinterest, das auf eine Bewertung von knapp 13 Milliarden Dollar kommt. Was nicht heißt, dass Pinterest nicht auch einen erfolgreichen Börsengang hatte. Das Papier stieg zum Handelsstart an der New York Stock Exchange um 21 Prozent und endete mit einem Plus von 28 Prozent.

Pinterest hat in den vergangenen Jahren die Verluste zwar verkleinert, anders als Lyft und der größere Konkurrent Uber, der im Mai an die Börse strebt. Doch auch Pinterest ist immer noch nicht profitabel. Das 2010 gegründete Start-up machte im vergangenen Jahr einen Verlust von 63 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 756 Millionen Dollar. Dan Morgan, Portfoliomanager beim Finanzdienstleister Synovus, geht zwar davon aus, dass Pinterest schon in diesem Jahr profitabel werden könnte. Doch sicher ist das nicht. Gerade die Umsätze außerhalb der USA sind schwächer, als es sich viele erhofft hatten.

Anleger haben am Donnerstag ein starkes Signal gesendet: Gewinne sind wichtig. Das sollte nicht nur den vielen anderen milliardenschweren und unprofitablen Start-ups zu denken geben, die in diesem Jahr ebenfalls an die Wall Street wollen. Es ist auch ein wichtiges Signal für die Risikokapitalgeber, die das ganze System erst möglich gemacht haben.

Wachstum, Wachstum, Wachstum lautet oft die Devise, egal zu welchem Preis. Sicher, auch Amazon hat jahrelang Verluste gemacht und zählt nun zu den erfolgreichsten Konzernen der Welt. Doch das heißt nicht, dass die Investoren allen Börsenneuligen den Amazon-Bonus geben und geduldig die Verluste aussitzen. Früher oder später muss das Geschäftsmodell funktionieren. Das sollte vor allem für die nächste Generation der Tech-Unternehmen eine wichtige Lektion sein.

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