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Technologie-Werte Auch FAANG-Aktien sind nicht gegen einen Handelskrieg immun

Die Tech-Größen Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google schienen bisher sicher vor Auswirkungen eines drohenden Handelskriegs. Das könnte sich laut Analysten bald ändern.
Update: 26.06.2018 - 02:56 Uhr Kommentieren
Warum auch FAANG-Aktien nicht gegen einen Handelskrieg immun sind Quelle: AFP
FAANG

Vier Logos der fünf, als FAANG zusammengefassten, Tech-Größen: Neben Facebook, Amazon, Apple und Google gehört auch Netflix zu dem Akronym.

(Foto: AFP)

TorontoFacebook, Apple, Amazon, Netflix und Google: Die heißesten Tech-Aktien schienen bisher vor einem Handelskrieg einigermaßen gut geschützt. Immerhin gelten die Mega-Unternehmen allgemein als immun gegen Wirtschaftsschwankungen. Laut Analysten könnten aber selbst die FAANG-Aktien, wie das Konglomerat der Tech-Riesen zusammengefasst genannt wird, bald unter Druck geraten.

„Zwar sind die Aktien grundsätzlich nicht den Risiken von US-Zöllen auf ausländische Waren oder gar Vergeltungszöllen von anderen Nationen auf US-Waren ausgesetzt“, schreibt John Higgins, Chefmarktökonom bei Capital Economics, am Montag in einer Kundenmitteilung. „Sollte der Handelskrieg aber ernst genug werden, um die Wirtschaft erheblich zu bremsen, könnten selbst FAANG darunter leiden“, so Higgins.

Auch wenn es am Montag zu keinem FAANG-Ausverkauf an den US-Börsen kam – die Nervosität der Händler war generell spürbar. Sorgen vor einer Zuspitzung hatten die Wall Street stark belastet. Und so standen vor allem Technologie-Werte auf den Verkaufszetteln.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,3 Prozent auf 24.252 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,4 Prozent auf 2717 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 2,1 Prozent auf 7532 Zähler ab.

Schon in der vergangenen Woche hatte der Dow Jones zwei Prozent verloren und damit die schwächste Kursentwicklung seit Ende März aufgewiesen. Der Dax in Frankfurt hatte zum Wochenauftakt 2,5 Prozent auf 12.270 Punkte verloren.

Die Tech-Schwäche vom Montag lässt sich vor allem auf einen Bericht des „Wall Street Journal“ zurückführen, wonach das US-Finanzministerium Einschränkungen für chinesische Investitionen in US-Technologiefirmen plant. US-Finanzminister Steve Mnuchin twitterte zwar dazu, solche Schritte würden nicht nur China betreffen, sondern „alle Länder, die versuchen, Technologie von uns zu stehlen“. Zu einer Beruhigung der Kurse führte das nicht.

Peter Navarro, Handelsberater von Präsident Donald Trump hatte wiederum parallel dazu andere Töne angeschlagen: Andere Länder als China seien bei geplanten Beschränkungen für Investoren nicht im Visier, erklärte er dem Sender CNBC. Das Finanzministerium werde die Vorschläge am Freitag Trump vorlegen. Die Restriktionen hätten zum Ziel, Technologien und geistiges Eigentum der USA zu schützen, damit Amerika auch in der Zukunft erfolgreich sein könne, so Navarro.

„Das wäre eine weitere Eskalation des Streits, der bald auch die Weltwirtschaft erreichen könnte“, sagte ein Händler. Schon in der vergangenen Woche hatte der Dow Jones zwei Prozent verloren und damit die schwächste Kursentwicklung seit Ende März aufgewiesen.

Zwar seien FAANG laut Higgins im Schnitt deutlich weniger direkt von steigenden Handelsbeschränkungen betroffen als amerikanische IT-Firmen im Allgemeinen. „Sie sind aber stark zyklisch und damit einer Wachstumsverlangsamung ausgesetzt“, erklärte der Ökonom.

Im März hatten US-Experten nach der Ankündigung von Trumps aggressiver Handelsinitiative die möglichen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft noch als äußerst gering prognostiziert. Cowen-Analyst Novid Rassouli hatte beispielsweise dem US-Blatt „Business Insider“ erklärt, dass die Inflation nur minimal reagieren würde. Marginal erhöhte Stahlpreise würden Autohersteller und andere Käufer dazu veranlassen, ihre Preise geringfügig zu erhöhen – die Verbraucher würden kaum etwas davon zu spüren bekommen.

Doch laut Higgins sei die US-Wirtschaft durch die Erholung Chinas und einem gestiegenen Niveau der Zölle auf beiden Seiten mittlerweile einem größeren Risiko ausgesetzt. Und das könnte einen Verfall der FAANG-Aktien zur Folge haben.

Dabei genießt die FAANG-Gruppe laut dem Experten grundsätzlich zwei Vorteile: Erstens haben sie keine Wertschöpfungsketten, die eng mit chinesischen Technologieunternehmen verbunden sind, da sie größtenteils aus Software und nicht aus Hardware bestehen. Zweitens haben sie verhältnismäßig geringe Verkaufszahlen in China, unter anderem weil dort chinesische Konkurrenten den lokalen Markt dominieren.

Und trotzdem sieht Higgins Gefahren auf die Tech-Top-Five zukommen: „Während diese beiden Faktoren FAANG auch bei anhaltenden Handelssorgen weiterhin Unterstützung bieten, werden FAANG anfällig, sobald die Handelsspannungen eskalieren“, sagte er. „Und das könnte eher früher als später passieren.“

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