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Tesla-Quartalszahlen Elon Musk lästert über Daimler-Chef Zetsche – „hat keine Ahnung von Physik“

Bei der Vorlage der Quartalszahlen wollte der Tesla-Chef keine „dummen, langweiligen“ Analystenfragen beantworten. Viel Zeit widmete er einem Fan.
14 Kommentare

Bizarre Telefonkonferenz: „Elon Musk muss sich smarter verhalten“

DüsseldorfElon Musk gilt vielen als Enfant terrible der Tech-Branche. Dass sich der Chef von Tesla, SpaceX und Boring Company tatsächlich kindisch aufführen kann, hat Musk am Mittwochabend bewiesen. Das belegt das nun veröffentlichte Protokoll der Analysten-Telefonkonferenz zu den Tesla-Quartalsergebnissen – und die Reaktion an den Märkten. Die Tesla-Aktie liegt am Donnerstagnachmittag fast sieben Prozent im Minus.

Gleich zu Beginn steckte Musk ab, wie er die Fragen beantworten werde – nämlich nur „so lange es gute Fragen zu beantworten gibt“, sagte er den zwölf Beobachtern, die dem Gespräch beiwohnen durften. Doch nach der ersten halben Stunde hatte Musk genug.

Als Bernstein-Analyst Antonio M. Sacconaghi Musk fragte, warum sich denn Tesla das von Musk angekündigte Ziel einer Bruttogewinnmarge von 25 Prozent für Model 3-Wagen rund ein halbes Jahr später erreichen würde als gedacht, wurde Musk barsch und fiel Finanzvorstand Deepak Ahuja ins Wort. Der war dabei, das Problem mit Zollbeschränkungen, steigenden Rohstoffkosten und dem temporären Ersatz von Robotern durch Arbeiter zu erklären.

„Machen Sie die Sache nicht größer als sie ist“

Ganz anders Musk. „Ja“, bestätigte er die Aussagen des CFOs. „Aber wir sprechen hier von einer Differenz von drei bis fünf Prozent. Die werden wir binnen drei bis sechs Monaten aufgeholt haben“, sagte Musk und fügte an den Analysten gerichtet genervt hinzu: „Machen Sie die Sache nicht größer als sie ist.“

„Langweilige, dumme Fragen sind nicht cool“

Als Sacconaghi noch eine Frage zur Kapitalausstattung des E-Autobauers nachschieben wollte, riss Musk der Geduldsfaden: „Entschuldigen Sie. Der nächste bitte. Langweilige, dumme Fragen sind nicht cool. Der nächste, bitte“, so der 47-Jährige.

„Diese Fragen sind so trocken. Die bringen mich um“

Doch die nächste Frage – diesmal von RBC-Analyst Joseph Spak – besserte Musks Laune nicht. Dieser wollte wissen, wie hoch der Anteil jener Tesla-Kunden sei, denen Tesla nach Reservierung des Model 3 die Autos auch tatsächlich geliefert hätte. Daraufhin schwieg Musk rund 15 Sekunden lang und sagte schließlich. „Wir machen mit Youtube weiter. Sorry, diese Fragen sind so trocken. Die bringen mich um.“

Mit diesen Worten erteile Musk das Wort an Galileo Russell, einen Tesla-Fan mit eigenem Youtube-Kanal. Dieser sollte Investoren aus dem Einzelhandel repräsentieren. Die nächsten 20 Minuten verbrachte Musk im Dialog mit Russell, dessen Fragen, die er offenbar nicht als langweilig empfand – was er auch immer wieder sagte.

Unter anderem wollte Russell wissen, wann denn Tesla plane, einen Taxi-Service autonom fahrenden Autos anzubieten, was Musk wiederum dazu veranlasste, sich ausführlich über die Verkehrssicherheitsvorteile des autonomen Fahrens zu ergehen. Auch fragte Russell, wann denn die Produktion des künftigen Model Y starten solle (Musk: „Nicht vor 2020“) und über Batterie-Technologie für den Lastwagen Semi.

„[Dieter Zetsche] hat keine Ahnung von Physik“

Selbst über den Daimler-Chef Dieter Zetsche haben sich Musk und Russell ausgetauscht – und zwar nicht im Positiven. Russell: „Ich glaube der CEO von Daimler sagte, die Semi-Truck-Batterien würden die Gesetze der Physik infrage stellen“. Musk: „Der hat keine Ahnung von Physik. Ich würde mich total gerne mit ihm über Physik unterhalten – ich hab’s nämlich studiert“.

Anders als bei den Profi-Analysten schien Musk für Russell sowohl Zeit als auch Geduld übrig zu haben. Denn obwohl zu Beginn der Konferenz die Teilnehmer darauf hingewiesen wurden, sich auf maximal zwei Fragen zu beschränken, durfte Russell gut ein Dutzend stellen.

Für die Aufmerksamkeit des Tesla-Chefs bedankte sich der Fan mit einem Video auf seinem Youtube-Kanal und einer Twitter-Empfehlung mit dem Hashtag #TESLALONG – „long“ werden Positionen von Investoren genannt, die Kursgewinne erwarten.

Andere Anleger sahen das nicht so. Bereits kurz nach dem Call rutschte die Aktie des E-Autobauers am Mittwoch nachbörslich gut fünf Prozent ab. Dabei sind die Quartalszahlen des Autoherstellers teilweise ordentlich: Tesla konnte seinen Umsatz im ersten Quartal um 712 Millionen auf 3,41 Milliarden Dollar steigern – mehr als von Analysten erhofft. Auch konnte das Unternehmen seinen Verlust von 3,54 auf 3,35 Dollar pro Anteilsschein reduzieren.

„Ich bin nicht hier, um jemanden zu überzeugen, unsere Aktie zu kaufen“

Gegen Ende der Analystenrunde ging Musk – wie bereits immer mal wieder in den Vergangenheit – Investoren an, die von den Preisschwankungen der Aktie irritiert sind: „Ich bin nicht hier, um jemanden zu überzeugen, unsere Aktie zu kaufen.“

Zumindest eine Teilnehmerin der Telefonkonferenz war nach den teils kräftigen Worten Musks irritiert. „Ich verließ den Call sehr frustriert“, so Rebecca Lindland, Analystin beim Gebrauchtwagenpreis-Spezialisten Kelley Blue Book, im Gespräch mit CNBC. Und sie ergänzte: „Elon, du musst erwachsen werden.“

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14 Kommentare zu "Tesla-Quartalszahlen: Elon Musk lästert über Daimler-Chef Zetsche – „hat keine Ahnung von Physik“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Angstbeissen von Musk ist schon bemerkenswert.
    Ich bleibe dabei: Unter diesem Menschen ist Tesla ein Übernahmekandidat,
    der in ein paar Jahren entweder ganz oder zerschlagen an Großinvestoren oder Konkurrenten geht.

  • Also
    Elon Musk, das "Schreckenskind der Tech-Branche" - was soll denn diese Bezeichnung, nur weil Analysten, Statistiker und Buchhalter ihn Langweilen -Menschen die ängstlich an 3-5 Prozenten Mäkeln, muss man das bitte Respektieren. Der Mann hat als Visionär schon einige Hürden genommenen und mit Tesla die Elektromobilität Angeschoben. Es gibt nur diese eine Richtung, in die es gehen kann und die deutsche Autoindustrie, auch Herr Zetsche, können vom Amerikaner Mut und Innovationskraft lernen. Dazu empfehle ich die revolutionäre Entdeckung der ENERGIENUTZUNG von Neutrino-Energy für die Elektromobilität - sie bietet ebenfalls ein grosses Potential. Ein geplantes Kleinfahrzeug PI wird mit einem Power Cube angetrieben, der quasi unendlich Neutrino-Energy "aus der Luft wandelt" und damit ohne Limit fahrbar ist, also kein Aufladen mehr an irgendwelchen Steckdosen benötigen würde. Das ist ein sensationeller Produktvorschlag der Berliner Neutrino-Energy Group. Diese revolutionäre Energienutzung bedeutet allerdings ein Grosses Umdenken in Politik und Wirtschaft, wie etwa in den 80iger Jahren weg von der Festnetztelefonie zur Mobilen Telekommunikation oder der Verbreitung von News über das Internet & Social Media anstelle auf gedrucktem Papier. Unter wissenschaftlichen Leitung von Prof. Konstantin Meyl und internationalem Team tüftelt man seit 2Jahren am Aufbau diesen Neuentwicklungen. Das wäre für beide Autohersteller von Interesse. Ohne Visionen kein Fortschritt möglich.

  • Meines Erachtens muss ein Autoboss nicht unbedingt fit sein in der höheren Physik. Wünschenswerter ist es wenn er anstelle dessen versteht wie man einen positiven Cash Flow erzielen kann.

  • Oh Annette Bollmohr! Sie gehören offensichtlich auch zu den Sektenangehörigen um den GURU Elon Musk.
    An seinen Autos ist überhaupt nichts weltverbesserisches oder neu erfundenes oder visionäres. Es sind zusammengekaufte Einzelteile (u.a. 1200 Laptop-Akkus). Sein erstes Auto war im Prinzip ein Lotus Elise auf Elektroantrieb umgebaut. Das können 3 Studenten in Papas Garage! Mit den Eigenentwicklungen tut Tesla sich schwer. Zu keiner Zeit hat die Firma bisher Geld verdient, und somit die Marktfähigkeit ihrer Produkte bewiesen. Wozu auch, solange die Spenden der Sektenmitglieder reichlich fließen. Und hoffentlich glauben Sie nicht ernsthaft, dass Musk die Rakete selber entwickelt hat!

  • Wenn man sich SpaceX anguckt, dann muss man bei aller Kritik an Musk zugeben, daß er in der Lage ist "visionär" zu denken. Auch wenn Hyperloop z,B. der perfekte Blödsinn ist, so halte ich es für logisch, daß ein Mensch wie Musk sich langweilt, wenn es um so schnöde Dinge wie Geld geht. So gesehen ist sein Verhalten vollkommen gerechtfertigt.

  • @ Herr Frank Plonus
    04.05.2018, 14:51 Uhr

    „Ich mag das "Walroß" Zetsche nicht unbedingt, aber der Mann ist Dr.Ing. Elektrotechnik. Der hat sicher mehr Ahnung von Physik als Musk“

    Also der war jetzt echt gut. Schon mal was von SpaceX gehört (http://www.spacex.com/about)? Sozusagen das Musterbeispiel für erfolgreiche technische Anwendung physikalischer Prinzipien (und für das Erschließen neuer Horizonte).

    Es mangelt generell nicht an Geld (was immer das sein soll), sondern an Gestaltungswillen und Eigeninitiative. Beides hat Musk zuhauf.

    Das Allerwichtigste ist und bleibt jedoch Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwesen und das Wohl der Allgemeinheit (d.h., nicht nur fürs eigene bzw. das der eigenen Unternehmen). Wie es hier darum bestellt ist, muss sich noch sehr viel deutlicher zeigen.

  • Ich mag das "Walroß" Zetsche nicht unbedingt, aber der Mann ist Dr.Ing. Elektrotechnik. Der hat sicher mehr Ahnung von Physik als Musk. Und Daimler produziert und verkauft Autos, seit mehr als 100 Jahren, die zu allen Zeiten zu den besten der Welt zählten. Im Vergleich dazu ist Musk und seine Firma nicht mal eine halbe Null. Aber zum Glück für Musk gibt's ja Leute wie Richard Schmelzle, die jedem noch so dummen Hype hinterher hecheln. Es gab ja auch mal die Bhagwan-Sekte, die ihrem Guru für jeden Tag des Jahre einen Rolls-Royce schenken wollten. Die haben auch alles geglaubt, was der ihnen erzählt hat.

  • Musk hat nichts über Daimler-Chef Zetsche gesagt, sondern über Daimler’s head of trucks Martin Daum. Nachzulesen unter: https://www.teslarati.com/tesla-semi-battery-range-600-miles/ .
    Bitte überprüfen Sie Ihre Quellen, Frau Rotenberger. Viele Grüße

  • Dafür scheint Musk keine Ahnung von Geld zu haben, wenn er denkt, dass seine Gutemenschgeschichte endlos weitergehen wird.

  • Zsetsche hat ja aber Jahrzehnte tolle Arbeit bei Daimler u. Crysler abgeliefert, von der Hochzeit im Himmel über seine Cryslersanierung zur fast Pleite u. den daraus folgenden Verkauf bis zur Verschuldung von Daimler, die 2007 schon 100 Milliarden betrug, heute sind es möglicherweise 500 Milliarden, nichts als Schulden.

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