Trotz Kaufempfehlungen Kapitalerhöhung zieht Leoni ins Minus

Der Nürnberger Autozulieferer Leoni hat bei großen Investoren einen dreistelligen Millionenbetrag eingesammelt. Obwohl die Kapitalerhöhung erwartet war, lassen Anleger die Aktie abstürzen. Zu unrecht, meinen Analysten.
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Spezialkabel liegen in der Produktionsstätte im mittelfränkischen Roth der Leoni. Quelle: dpa

Spezialkabel liegen in der Produktionsstätte im mittelfränkischen Roth der Leoni.

(Foto: dpa)

Der Autozulieferer Leoni hat seine Kapitalerhöhung erfolgreich durchgezogen. Durch die Ausgabe von fast 30 Millionen neuen Aktien fließen dem Unternehmen rund 113 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die neuen Aktien wurden zum Preis von 38 Euro bei institutionellen Investoren platziert. Altaktionäre waren vom Bezugsrecht ausgeschlossen. Das Geld soll zur Weiterentwicklung des Unternehmens genutzt werden.

Anlegern gefällt die Kapitalerhöhung gar nicht: Leoni-Aktien verloren mehr als fünf Prozent und notierten am Freitagmittag bei 38,74 Euro. Trotz des Abschlags zeigten sich Börsianer aber zuversichtlich, dass die Titel bald wieder Boden gutmachen werden. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Anteilsscheine immerhin um 139 Prozent gestiegen.

Gleich fünf Banken sprachen heute Kaufempfehlungen aus: Die Privatbank Berenberg hat den MDax-Wert nach der angekündigten Kapitalerhöhung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 48,00 Euro belassen. Die Kapitalmaßnahme verbessere die Bilanz des Automobilzulieferers, schrieb Analyst Mark Mackenzie in einer aktuellen Studie. Dies könnte sich in künftigen Refinanzierungsverhandlungen als nützlich erweisen. Auch die Commerzbank bleibt bei ihrem „Kaufen“ mit einem Kursziel von 44,00 Euro. Er werte diesen erwarteten Schritt neutral, schrieb Analyst Daniel Schwarz. Seine Gewinnschätzung je Aktie für 2012 könnte um 6,5 Prozent auf rund 5,2 Euro sinken. Weitere Kaufempfehlungen kamen vom Bankhaus Metzler (Kursziel: 43 Euro), von Equinet (49 Euro) sowie von der LBBW (45 Euro) und der DZ Bank (45 Euro).

Weniger begeistert zeigt sich Henning Cosman von der WestLB. Er stufte Leoni von „Buy“ auf „Neutral“ ab und strich das Kursziel. Er habe seine Ergebnisschätzungen für den Autozulieferer wegen der Gewinnverwässerung im Zuge der Kapitalmaßnahme reduziert, erklärte Cosman. Die aktuelle Bewertung der Aktie sei zwar nicht wirklich hoch, aber auch nicht mehr so attraktiv wie vor der Kapitalanhebung. Leoni wird an der Börse mit dem Neunfachen des Unternehmensgewinns bewertet.

  • jes
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  • dpa
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