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Übernahmegerücht Gerüchte um Apple schieben Loewe-Aktie an

Ist das die Vorbereitung für Apple-TV? Angeblich plant der US-Konzern die Übernahme des deutschen Fernseher-Herstellers Loewe. Die Gerüchte lassen dessen Aktie in die Höhe schießen - obwohl Loewe dementiert.
2 Kommentare
Ein LCD-Fernseher der Loewe AG. Quelle: dapd

Ein LCD-Fernseher der Loewe AG.

(Foto: dapd)

MünchenÜbernahmespekulationen haben die Aktien des Fernseher-Herstellers Loewe am Montag kräftig angetrieben. Der iPhone-Konzern Apple hat einem Bericht der Internet-Seite "Apple Insider" zufolge Interesse an dem fränkischen Unternehmen. Unter Berufung auf einen ungenannten Kenner der Pläne schreibt der Experten-Blog, die Amerikaner wollten rund 88 Millionen Euro für das Unternehmen auf den Tisch legen, das sich als Erfinder des Fernsehers sieht. Noch in der laufenden Woche solle eine Vorentscheidung fallen.

Die Firmenspitze ist allerdings nicht im Bilde. Dem Management lägen keine entsprechenden Informationen vor, sagte ein Firmensprecher am Montag. Die Loewe-Papiere kletterten um trotzdem um rund 25 Prozent. Loewe ist an der Börse aktuell etwa 73 Millionen Euro wert. Bei so einem geringen Börsenwert kommt es schneller zu hohen Kursschwankungen. Auch Kursmanipulationen sind bei einem kleinen Wert leichter möglich als bei einem Schwergewicht.

Die Oberfranken haben bereits seit längerem ihre Geräte mit der Apple-Welt vernetzt. So lassen sich etwa iPads oder iPhones der Amerikaner als Fernbedienung für Loewe-Fernseher nutzen. Zudem verkauft Apple in seinen deutschen Läden speziell auf seine Produkte ausgerichtete Lautsprecher des Traditionsherstellers.

Für Apple wäre Loewe ein Schnäppchen. Rund 100 Milliarden Dollar hält der Konzern in seiner Kasse. Im internationalen Vergleich ist Loewe als größter deutscher TV-Hersteller ein kleiner Fisch. Die Oberfranken hatten zuletzt mit Umsatzrückgängen und Verlusten zu kämpfen. Dominiert wird das Geschäft von den koreanischen Elektroriesen Samsung und LG, die allein in Deutschland auf einen Marktanteil von knapp 50 Prozent kommen.

DZ-Bank-Analyst Thomas Maul bezeichnete die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme von Loewe durch Apple als sehr gering. Grundsätzlich sei die Nobelmarke für den IT-Giganten interessant, da er angeblich eigene Fernseher auf den Markt bringen will. Allerdings sei die deutsche Firma zu klein und zu stark auf den europäischen Markt fokussiert. (Reporter: Jens Hack und Hakan Ersen; redigiert von Olaf Brenner)

Was Apple an Loewe reizen könnte

Apple feilt seit längerem erfolglos an einem breiten Einstieg ins TV-Geschäft. Loewe könnte durch seine lange Erfahrung viel Erfahrung in Sachen Technik und Vermarktung mitbringen. Die ausgetüftelten Geräte vom Erfinder des Fernsehens sind vollgestopft mit Technologie und Schnittstellen. Zudem ähnelt das traditionelle Loewe-Design mit seiner Fokussierung auf die Farben weiß, schwarz und silber dem des US-Konzerns fast aufs Haar. Loewe ist in Europa als Nobelmarke etabliert.

Loewe hat in den vergangenen Jahren seine Produkte konsequent für eine Vernetzung mit der Apple-Welt entwickelt. So kann ein iPad oder iPhone der Amerikaner mittels App als Fernbedienung für Loewe-Fernseher dienen. Auch die Audi-Produkte baute Loewe um Apple herum. Der Lautsprecher "Air Speaker" gibt drahtlos Musik von den Apple-Geräten wieder. Der Computerriese verkauft die 750 Euro teuren Boxen in Deutschland sogar in seinen Läden und europaweit über seine Online-Shops.

Loewe ist im weltweiten Markt ein Nischenanbieter. Der Jahresabsatz liegt bei rund 200.000 Geräten, selbst mittlere Anbieter wie Sharp oder Panasonic kommen auf ein Vielfaches. Der einzige Produktionsstandort des Traditionsherstellers liegt im oberfränkischen Kronach.

Die Loewe-Apparate kosten ein Mehrfaches des Durchschnittspreises für TV-Geräte in Europa, die Preisskala für Fernseher mittlerer Größe beginnt bei 1500 Euro und reicht bis 12.000 Euro für die Top-Produkte. Damit kommt Loewe in Deutschland auf einen Marktanteil von an die fünf Prozent. Zuletzt hatte Loewe zudem mit Verlusten und rückläufigen Jahresumsätzen zu kämpfen.

Die Franken sind international nur in Europa und dem Nahen Osten vertreten, in Asien und den USA ist die Marke praktisch unbekannt.

Um das Unternehmen unter seine Kontrolle bringen zu können, muss sich Apple mit mehreren Großaktionären einig werden. Der langjährige japanische Anteilseigner Sharp hält mit knapp 29 Prozent den größten Posten, der französische IT-Konzern LaCie gut elf Prozent. Eine Schlüsselperson ist zudem Aufsichtsratschef Rainer Hecker: Zusammen mit seiner Familie und dem Management kommt der Doyen der deutschen Unterhaltungselektronik auf 14 Prozent der Loewe-Anteile.


  • rtr
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2 Kommentare zu "Übernahmegerücht: Gerüchte um Apple schieben Loewe-Aktie an"

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  • Es könnte Loewe nichts besseres passieren, als von Apple geschluckt zu werden. Und für Apple wäre es ein guter Deal. Loewe hat mit Abstand die beste Bedienerführung, die beste Integration unterschiedlicher Services und immer noch gute Ideen und gutes Design. Ich selbst habe seit zig Jahren immer Loewe im Haushalt - deswegen.

  • Wer das TV Geschäft kennt weiss wie schwer es ist Europakonforme Geräte zu produzieren. Deshalb ist es nicht so abwegig sich diese Technologie für schlappe 100Mio einzuverleiben. Apple geht es nicht darum günstig zu sein sondern gut bis sehr gut.

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