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US-Haushalt Shutdown bremst den US-Markt für Börsengänge aus

Die US-Wertpapieraufsicht SEC kann eingereichte Anträge nicht bearbeiten. Das trifft auch Kandidaten für Mega-IPOs wie Uber, Lyft und Slack.
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Wegen des Shutdowns kann die US-Wertpapieraufsicht SEC die bereits eingereichten Anträge allerdings auf absehbare Zeit nicht bearbeiten. Quelle: dpa
Der Fahrdienstleister Uber will an die Börse

Wegen des Shutdowns kann die US-Wertpapieraufsicht SEC die bereits eingereichten Anträge allerdings auf absehbare Zeit nicht bearbeiten.

(Foto: dpa)

FrankfurtEigentlich liebt US-Präsident Donald Trump Börsengänge. Je mehr Unternehmen an die Wall Street gehen, desto besser. Um das Geschäft voranzutreiben, wählte er dafür 2017 sogar Jay Clayton als neuen Chef der US-Wertpapieraufsicht SEC aus.

Der ehemalige Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Sullivan & Cromwell war ihm aufgefallen, als er vorschlug, Ausnahmen bei den Regeln der SEC für den Börsengang von kleineren Firmen einzuräumen.

Das vergangene Jahr gab Trump mit seiner Wahl recht. 155 Börsengänge im Wert von 34,2 Milliarden Dollar zählt der Finanzdatenanbieter Refinitiv in den USA. Das war das höchste Volumen seit 2014.

Doch das ist Vergangenheit. Trumps oberste Priorität ist aktuell der Bau der Mauer zu Mexiko. Mit dem Schließen der Behörden, dem sogenannten Government Shutdown, will der Präsident sich die Demokraten gefügig machen, damit diese die für den Bau benötigten Milliarden im Haushalt freigeben.

Das führt dazu, dass das Jahr 2019, das eigentlich ein besonderes Jahr mit Megabörsengängen wie denen des Fahrdienstleisters Uber und seines Konkurrenten Lyft werden sollte, nicht in Schwung kommt. Die beiden US-Unternehmen sollen ihre Unterlagen für ein IPO, wie die Fachleute Börsengänge nennen, bereits vor Wochen vertraulich bei der SEC hinterlegt haben. Doch momentan geht hier nichts.

Da die US-Behörden wegen Trump nun schon seit 34 Tagen geschlossen sind, kann die SEC die Anträge nicht bearbeiten. Eine Änderung ist nicht in Sicht, was zur Verunsicherung der Börsenkandidaten führt.

Darunter leiden besonders Uber und Lyft, die als „decacorns“ bezeichnet werden. So bezeichnen Fachleute Unternehmen, die einen Marktwert von über zehn Milliarden Dollar haben.

Slack improvisiert

Auch der Messengerdienst Slack und der Spezialist für die Verarbeitung und Analyse von Big Data, Palantir, haben bereits ihre Unterlagen bei der SEC eingereicht und warten auf eine Antwort. Die Wertpapieraufsicht muss die Anträge nicht nur bearbeiten, sondern bei Fragen und Unklarheiten bei den Unternehmen erneut nachhaken.

Da könne es schnell sein, dass „die eingereichten Finanzunterlagen auf der Basis der jüngsten Quartalsergebnisse zu alt geworden sind und neue Zahlen eingereicht werden müssen“, betont ein Investmentbanker.

Uber und Lyft planen normale Börsengänge mit Roadshow und Preisbildung über die Nachfrage der Investoren. Die Unternehmen haben ihre Konsortialbanken wie Morgan Stanley beziehungsweise JP Morgan Finanzkreisen zufolge bereits ausgewählt.

Slack will dagegen einen anderen Weg einschlagen. Der 2009 gegründete Messengerdienst hat in den vergangenen Tagen durchsickern lassen, dass das Start-up dem Vorbild des Musikstreaming-Dienstes Spotify folgen möchte. Spotify sorgte im vergangenen Jahr mit einer Direktnotiz in New York für Schlagzeilen.

Dabei werden keine neuen Aktien ausgegeben, aber die Altaktionäre können ihre Anteile über die Börsennotiz gleich verkaufen. Investmentbanken bleiben außen vor.

Als möglicher Börsenkandidat wird von der Nachrichtenagentur Bloomberg auch der Wohnungsvermittler Airbnb genannt. Das Unternehmen mit einem Wert von 31 Milliarden Dollar hat im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal einen Gewinn erzielt. Mit dem neuen Finanzchef Dave Stephenson, der von Amazon kam, hat der Konzern den Weg in Richtung Börsennotierung eingeschlagen.

Zu den weiteren genannten Namen für einen Börsengang zählt auch das soziale Netzwerk Pinterest, ein Konkurrent von Snapchat und Instagram. Doch alles hängt von Präsident Trump und der Dauer des Shutdowns ab.

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