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Wegen Handelskonflikt Autowerte legen Rückwärtsgang ein – Fiat-Chrysler-Aktien verlieren mehr als 15 Prozent

Der Handelsstreit sogt für Ausverkauf bei Auto-Aktien: Fiat Chrysler, General Motors, Ford sowie VW, Daimler und BMW gehen auf Talfahrt. Nur ein Autowert hält sich im Plus.
Update: 26.07.2018 - 02:04 Uhr Kommentieren
BMW, VW, Ford, Daimler, GM: Autowerte legen Rückwärtsgang ein Quelle: AFP
Jeep

Fiat-Chrysler gab bekannt, dass Importzölle aus China das Geschäft des Autoherstellers belasteten.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Der Handelskonflikt zwischen USA und anderen Ländern macht Automobilherstellern zu schaffen – und schickt deren Aktien auf Talfahrt. So verloren die Papiere von General Motors am Mittwoch über sieben Prozent, nachdem der US-Konzern eine Gewinnwarnung veröffentlichte.

Als Grund für die schlechtere Prognose nannte GM unter anderem höhere Kosten für Stahl und Aluminium, die wiederum aus den von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Einfuhrzöllen auf Stahl und Aluminiumprodukte resultieren.

Beinahe zeitgleich veröffentlichte der Konkurrent von GM, Fiat Chrysler, Zahlen. Diese fielen deutlich schlechter aus als von den Analysten erwartet. So fiel die Ebit-Marge im zweiten Quartal um elf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Von Analysten wurden zwei Milliarden Euro erwartet. Auch die Jahresprognose musste der Konzern reduzieren. Statt 125 Milliarden Euro erwartet das Unternehmen nun Einnahmen zwischen 115 und 118 Milliarden Euro.

Grund für die schlechte Prognose liegt ebenfalls im Handelskonflikt. So belasteten Importzölle aus China das Geschäft in Asien. Hinzu kam eine verzögerte Markteinführung neuer Modelle in Nordamerika sowie geringere Absätze der Nobelmarke Maserati. Die Anleger reagierten empfindlich – die Aktie verlor rund 15,5 Prozent an der Mailänder Börse.

Analysten bleiben dennoch optimistisch

Bei Fiat Chrysler dürfte außerdem der Tod des früheren Konzernchefs Sergio Marchionne die Zahlenbekanntgabe überschattet haben. Dieser starb nach einer Komplikationen bei einer Schulteroperation in der Schweiz.

Aus Analystensicht sind die Zahlen von Fiat trotz der Prognosekorrekturen keine Katastrophe: Auf den ersten Blick seien die gesenkten Schätzungen des italienisch-amerikanischen Autobauers schwer verständlich, schrieb etwa JP-Morgan Analyst Jose Asumendi in einer ersten Reaktion. Er beließ seine Einstufung des Autobauers auf „overweight“ mit einem Kursziel von 25 Prozent.

Auch das Analystenhaus Bernstein Research zeigt sich optimistisch. Zwar habe das zweite Quartal gezeigt, dass der italienisch-amerikanische Autobauer einige Problemfelder hat, schrieb Analyst Max Warburton am Mittwoch. Auch sei die Erwartung an die operative Gewinnmarge (Ebit) um 20 Prozent verfehlt worden. Es sei aber verfrüht, deshalb nicht mehr an ein starkes Jahr 2018 zu glauben (weiteren aktuelle Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck).

Aber auch der zweitgrößte US-Autobauer Ford senkte nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr und warnte vor milliardenschweren Kosten für den Konzernumbau. In den drei Monaten bis Ende Juni fiel der Überschuss im Jahresvergleich um fast die Hälfte auf 1,1 Milliarden Dollar (0,9 Mrd. Euro), wie Ford am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte.

Als Gründe für den starken Rückgang nannte das Unternehmen Probleme bei der Truck-Produktion in Nordamerika wegen eines Feuers bei einem Zulieferer und anhaltende Schwierigkeiten im China-Geschäft, das unter sinkenden Absatzzahlen und dem Zollstreit mit den USA leidet.

Und das hat teure Folgen: Der Umsatz schrumpfte um gut zwei Prozent auf 38,9 Milliarden Dollar. Nach dem schwachen Quartal wurde das Gewinnziel für das Gesamtjahr 2018 auf 1,30 bis 1,50 Dollar pro Aktie gesenkt. Zuvor hatte die Prognose bei 1,45 bis 1,70 Dollar je Anteilsschein gelegen.

Auch die Aktien von BMW, Daimler und VW gaben nach 

Die Aktien der deutschen Autobauer folgten ihren europäischen und amerikanischen Konkurrenten ins Minus. Die Papiere von Volkswagen, Daimler und BMW verloren deutlich über zwei Prozent und zählten zu den größten Verlierern im Dax-Index.

Überhaupt hielten sich die Anleger vor dem Treffen zwischen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und Donald Trump bedeckt: „Da wir erst am späten Abend erfahren, ob es eine Lösung im europäisch-amerikanischen Handelsstreit gibt oder er weiter eskaliert, sind viele Anleger sehr vorsichtig und nehmen die Gewinne von gestern mit“, sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Die Anleger befürchten, dass die USA demnächst Zölle auf Autoimporte aus der EU erheben werden.

Nur einem Autohersteller konnte die negative Stimmung und die Sorgen vor dem Handelskonflikt am Mittwoch wenig anhaben: Peugeot Citroen. Die Aktien des französischen Autohersteller gewannen 1,1 Prozent. Offenbar hielt bei den Anlegern die Freude über die guten Zahlen von Opel an. Der von Peugeot Citroen übernommene Autokonzern vermeldete am Dienstag einen Gewinn in Höhe von 502 Millionen Euro – zum ersten Mal seit 20 Jahren.


Mit Material von Reuters und dpa. 

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