Wem der Dax gehört Deutsche Großinvestoren sind auf dem Rückzug

Institutionelle deutsche Investoren ziehen sich immer mehr aus den Dax-Konzernen zurück. US-Anleger dominieren die Investorenlandschaft im deutschen Leitindex. Der größte Einzelinvestor kommt allerdings aus einem anderen Land.
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Die 30 Dax-Unternehmen gelten als Querschnitt der deutschen Wirtschaft, werden aber von ausländischen Investoren dominiert. Quelle: dpa
DAX-Tafel an der Frankfurter Börse

Die 30 Dax-Unternehmen gelten als Querschnitt der deutschen Wirtschaft, werden aber von ausländischen Investoren dominiert.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Wirtschaft in Deutschland läuft so rund wie nirgendwo anders in Europa, doch die deutschen Investoren lässt das kalt. Bei den Dax-Firmen überlassen sie internationalen Anlegern immer stärker das Feld. Nordamerikanische Investoren bilden dabei die größte Investorengruppe, doch auch die Anteile europäischer Fonds unter anderem aus Frankreich und der Schweiz sowie aus Großbritannien und Irland legen zu. Das geht aus einer Studie des Deutschen Investor Relations Verbands (Dirk) und der Beratungsfirma Ipreo hervor, die den institutionellen Streubesitz des deutschen Leitindex Ende 2013 und 2014 ausgewertet und verglichen haben.

Demnach entfallen auf institutionelle Investoren nun insgesamt gut 65 Prozent der Marktkapitalisierung im Dax. Strategische Ankerinvestoren wie Familien, Stiftungen und – zu einem geringeren Teil - der Bund machen etwa 20 Prozent aus. Der Anteil der Privatanleger an den Firmen aus der obersten Börsenliga ging von 15 auf nur noch 13 Prozent zurück.

Die Renditebringer im Dax

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,06 +0,67%
+8,92€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank
1 von 30

Erst für das kommende Jahr hat die teilstaatliche Großbank eine Dividende in Aussicht gestellt. In diesem Jahr gingen die Aktionäre leer aus.

Dividendenrendite: 0,0 %

Dividende je Aktie: 0,00 Euro

Die Dividendenrendite setzt die ausgeschütetete Dividende ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs. Wer zum jetzigen Kurs in einen der Werte einsteigt und im kommenden Jahr eine unveränderte Dividende für das laufende Geschäftsjahr erwartet, hat dann allein mit der ausgeschütteten Dividende die angegebene Rendite erwirtschaftet.

Beispiel: Bei 100 Euro liegt der aktuelle Aktienkurs, die Dividende bei 2,50 Euro pro Aktie. Die Dividendenrendite beträgt damit 2,50 Euro / 100 Euro = 2,5 Prozent.

Stand: 27. Mai 2015.

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

+0,12 +0,54%
+22,88€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Lufthansa
2 von 30

Die Fluggesellschaft steckt mitten in einem Sanierungsprogramm und richtet sich neu aus für den Kampf gegen Billigflieger. Die Aktionäre müssen ihren Teil dazu beitragen – es gibt für das Geschäftsjahr 2014 keine Dividende.

Dividendenrendite: 0,0 %

Dividende je Aktie: 0,00 Euro

THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007500001
Börse
L&S

+0,53 +2,77%
+19,64€
Chart von THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Thyssen-Krupp
3 von 30

Der Stahlkonzern kämpft sich aus dem Tal der Tränen heraus und zeigt die wieder erlangte Stärke auch dadurch an, dass er für 2014 eine Dividende zahlt – nach Jahren der Flaute.

Dividendenrendite: 0,45 %

Dividende je Aktie: 0,11 Euro

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
L&S

-0,16 -0,25%
+62,42€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius
4 von 30

Der Gesundheitskonzern Fresenius hat dank deutlicher Zuwächse in seiner Krankenhaus-Sparte einen Rekordgewinn eingefahren. Die Aktionäre durften sich deshalb auf die 22. Dividendenerhöhung in Folge freuen. Dennoch liegt das Unternehmen bei der Dividenden-Rendite unter den Dax-Werten abgeschlaggen im hinteren Drittel.

Dividendenrendite: 0,78 %

Dividende je Aktie: 0,44 Euro

BEIERSDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005200000
Börse
L&S

-0,58 -0,59%
+97,32€
Chart von BEIERSDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.
Beiersdorf
5 von 30

Der Kosmetikkonzern Beiersdorf ist nach einem durchwachsenen Jahresauftakt optimistisch für 2015 und traut sich Zukäufe zu – Probleme in China sorgten indes dafür, dass der Gewinn unter dem Strich schrumpfte. Die Dividende blieb dennoch stabil. Für 2014 erhielten die Anteilseigner wie im Jahr davor 70 Cent je Aktie.

Dividendenrendite: 0,86 %

Dividende je Aktie: 0,7 Euro

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
L&S

+0,28 +0,43%
+64,69€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess
6 von 30

Für das Jahr 2012 hatte Lanxess noch eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie ausgeschüttet, doch für 2013 und auch das Geschäftsjahr 2014 erhalten die Aktionäre nur halb so viel. Der Konzern kämpft mit einer Flaute im Geschäft, ein Sparprogramm beginnt jedoch zu greifen.

Dividendenrendite: 0,98 %

Dividende je Aktie: 0,50 Euro

FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785802
Börse
L&S

-0,48 -0,54%
+87,90€
Chart von FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius Medical Care
7 von 30

Während der Dialyse-Spezialiste Fresenius Medical Care im vergangenen Jahr die Dividende deutlich erhöhte, blieb die Steigerung in diesem Jahr aus. Die Dividendenrendite liegt dennoch etwas höher als bei der Muttergesellschaft Fresenius SE.

Dividendenrendite: 1,01 %

Dividende je Aktie: 0,78 Euro

Der institutionelle Streubesitz des Dax wird dabei zunehmend internationaler. Kay Bommer, Geschäftsführer des Dirk und Mit-Autor der Studie, sagt: „Die steigende Internationalität und Attraktivität der Dax-Emittenten ist klar zu erkennen.“  Martin Steinbach von der Beratungsfirma EY, der die Aktionärsstruktur im Dax ebenfalls vor kurzem untersucht hat, geht davon aus, dass der Anteil ausländischer Investoren im laufenden Jahr sogar noch weiter steigen wird: „Das anhaltend starke Engagement ausländischer Investoren beweist, wie sehr die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt geschätzt werden.“

Der größte Einzelinvestor im deutschen Leitindex ist laut der Dirk-/Ipreo-Studie die Norges Bank. Die norwegische Zentralbank, die die Auslandsinvestitionen des landeseigenen Staatsfonds steuert, hat zwar ihr Engagement bei den Dax-Firmen im Jahr 2014 um 5,2 Milliarden Dollar auf 24 Milliarden Dollar zurückgefahren. Weitere Verkäufe könnten drohen: Nachdem der Finanzausschuss des norwegischen Parlaments beschlossen hat, dass sich der Fonds aus Energieunternehmen, deren Umsatz zu mindestens 30 Prozent aus dem Kohlegeschäft stammt, zurückziehen soll, dürfte der Anteil an RWE auf dem Prüfstand stehen.

Passiv ausgerichtete Investoren auf dem Vormarsch
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