Wem der Dax gehört Deutsche Großinvestoren sind auf dem Rückzug

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Passiv ausgerichtete Investoren auf dem Vormarsch

Da die bisherige Nummer eins im Ranking, Blackrock Deutschland, ihre Beteiligung über die iShares Dax-Fondspalette zumindest im Jahr 2014 noch deutlich massiver reduziert hat, konnten sich die Norweger an die Spitze setzen. Zweitgrößter Einzelinvestor ist nun die US-Einheit von Blackrock, Blockrock Fund Advisors, gefolgt von der französischen Anlagegesellschaft Lyxor.  Zählt man jedoch alle Anteile der Blackrock-Gruppe zusammen, bleibt der weltweit größte Vermögensverwalter mit rund 57 Milliarden Dollar oder sechs Prozent des Streubesitzes der mit Abstand größte Aktionär im deutschen Leitindex. Ohnehin dominieren Investoren aus den USA den Dax-Streubesitz deutlich. Die deutschen Institutionellen haben ihren Anteil dagegen um fast ein Fünftel auf 15 Prozent reduziert. Neben Blackrock Deutschland zählen auch Deka, Allianz Global Investors und Union Investment zu den Verkäufern.

Er läuft und läuft und läuft
1. Juli 1988
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Der Dax feiert seinen Einstand. Rechnerisch startet er allerdings am 30. Dezember 1987 bei einem Stand von 1.000 Punkten. Der Deutsche Leitindex umfasst die größten 30 börsennotierten deutschen Unternehmen und ist ein Performance-Index. Das heißt: Die Dividenden, die die Dax-Unternehmen auszahlen, werden in den Kurs des Indizes wieder eingerechnet. Manche bezeichnen ihn deshalb als „Mogelpackung“ und finden einen Vergleich mit Kurs-Indizes – wie dem Dow Jones – „unfair“.

16. Oktober 1989
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Der erste schwarze Tag für den Dax: Er bricht im Sog der Wall Street um rund 13 Prozent ein.

Dabei war der Kurssturz an der Wall Street mit Minus sieben Prozent deutlich kleiner. Die Ursache: In den achtziger Jahren hatten Übernahmen und Fusionen in den USA Hochkonjunktur. Unternehmen nahmen Kredite auf, um andere Unternehmen zu kaufen. Das Problem war, dass dadurch viele Unternehmen hoch verschuldet waren. Es kamen bereits Sorgen auf, dass Unternehmen in Schieflage geraten könnten, sobald die Zinsen steigen würden oder es Liquiditätsengpässe gebe.

Der Auslöser: Die Übernahme von United Airlines scheiterte an der Finanzierung und löste eine Verkaufswelle aus. Zuerst wurden Übernahmekandidaten abgestoßen, dann alle anderen Aktien. Die Angst der Anleger, dass Unternehmen Liquiditätsprobleme bekommen, entlud sich an der Börse.

18. November 1996
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Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt stark zu. Telekom-Chef Ron Sommer steht hier am 17. November 1996 vor der Frankfurter Wertpapierboerse, an der der Einführungspreis der T-Aktie von seinerzeit 28,50 D-Mark angezeigt wird. Die Aktie wurde allerdings zur Enttäuschung. Lesen sie hier die gesamte Chronik der T-Aktie.

28. Oktober 1997
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Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

Hintergrund: Asien galt in den Neunziger Jahren als Wachstumszentrum der Welt. Die sogenannten Tigerstaaten (Singapur, Südkorea, Taiwan, Hong Kong) galten als große Hoffnungsträger, gerieten aber wegen finanzpolitischer Fehlentwicklungen (und zahlreicher weiterer Faktoren) in Schieflage. Der massive Kapitalabfluss aus diesen Ländern löste schließlich auch Panik an der Börse aus. Der Dax brach ein, erholte sich aber am nächsten Tag fast wieder vollständig. Hier hätten Kostolanys Schlaftabletten viel Geld gespart.

28. November 1997
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Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading“ - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Xetra löste den Vorgänger IBIS ab.

Mittlerweile sind die Aktienhändler am Frankfurter Parkett nur noch Fassade. Der „wirkliche“ Dax-Handel findet in einem Rechenzentrum statt. Der Handel an der Präsenzbörse in Frankfurt am Main wurde am 20. Mai 2011 abgeschafft.

7. März 2000
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Der Dax erreicht ein neues Rekordhoch von 8136 Punkten. Befeuert wird die Euphorie von der Entstehung des Internets und einem sich ausbreitenden Fusionsfieber. Danach ging es wegen einer sich abkühlenden Wirtschaft und dem Einbruch des Neuen Marktes deutlich abwärts. Diesen Höchststand erreichte der Dax dann erst wieder im Jahr 2007.

11. September 2001
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Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um rund neun Prozent. Im Handelsverlauf ging es für den Leitindex sogar um bis zu elf Prozent nach unten. Die US-Börsen setzten den Handel sofort aus und eröffneten die Börsen sechs Tage später – „den Kriminellen zum Trotz“. Bei der Wiedereröffnung gingen die US-Börsen auf Talfahrt – allerdings nicht ganz so stark wie befürchtet. Der Dow Jones verlor etwa sieben Prozent.

Eine weitere wichtige Entwicklung ist der Anstiegs des Anteils passiv ausgerichteter Investorengruppen wie Lyxor, State Street Global Advisors, Mellon Capital oder Vanguard. Diese machen mittlerweile 26 Prozent des Streubesitzes im Dax aus. „ETF-Produkte erfahren im Moment einen enormen Zulauf ", sagt Ipreo-Manager Frederik Frank. „Anbieter von index-basierten Fonds verfolgen eine aggressive Strategie, um Marktanteile von aktiv verwalteten Fonds zu gewinnen.“ Daher sei ein weiterer Anstieg passiver Gelder im Dax zu erwarten.

Gemessen am investierten Kapital ist London nach wie vor die wichtigste Stadt für die Dax-Konzerne. Dies liege vor allem daran, dass ein Großteil der internationalen, institutionellen Investoren sowie Staats- und Hedgefonds die englische Metropole als Standort für die europäische Vermögensverwaltung nutzen, heißt es. Frankfurt ist immerhin wieder an die zweite Stelle gerückt. 

 

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