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Wirecard-Kurssturz Wenn Short-Seller Jojo spielen

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Ein Analyst in Frankfurt sagte, für ihn sei klar, dass die Aktie von Wirecard seit Wochen manipuliert werde. Erst verteuere sich die Leihe der Aktie, dann käme es zu außergewöhnlichem Handel, danach tauchten plötzlich desaströse Gerüchte auf. Es sei offensichtlich, dass Short Seller mit der Wirecard-Aktie Jojo spielen. Schon seit Wochen kursiert in Frankfurt eine Mail einer Schweizer Vermögensverwaltung, in der zahlreiche Anschuldigungen gegen Wirecard erhoben werden. Sie enthält auffällige Übereinstimmungen mit zahlreichen Einträgen in Börsenforen.

Tatsächlich war auch in deutschen Medien seit Wochen bekannt, dass gezielt Gerüchte zu Wirecard gestreut werden. Das Unternehmen, das in der Vergangenheit selbst Rechtsprobleme hatte, gilt als leichtes Ziel. Schon einmal beschäftigen Spekulationen gegen die Aktie die Medien. Im Sommer 2008 lieferte sich Wirecard eine öffentliche Schlammschlacht mit der Schutzgemeinschaft deutscher Kapitalanleger (Sdk). Die Organisation hatten Wirecard Fehlbilanzierung vorgeworfen. Später kam heraus, dass ein damaliger SdK-Vorstand und weitere Investoren auf einen Kursverfall der Wirecard-Aktie gewettet hatten.

Bei der Staatsanwaltschaft München ist kürzlich eine anonyme Anzeige eingegangen - auch hier ist von Geldwäsche die Rede. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren eröffnen wird. Doch das allein besagt noch nicht viel. Nicht ohne Grund gehört eine anonyme Anzeige bei halbseidenen Marktteilnehmern zum kleinen Ein-mal-Eins. Die Staatsanwaltschaft muss jede Anzeige prüfen - und allein der Bericht über eine solche Prüfung kann verheerend wirken. Da hilft es auch nichts, dass Wirecard seit Wochen darauf pocht, in dieser Affäre nicht Täter sondern Opfer zu sein und gestern erneut alle Vorwürfe als völlig haltlos zurückwies.

Den Anlegern bleiben nur die Kopfschmerzen. Die Wirecard-Aktie schloss am Dienstag bei rund 6,30 Euro. Dabei hatte die Aktie in den Wochen und Monaten zuvor deutlich zugelegt. Zeitweise notierten die Papiere über zehn Euro. Reihenweise hoben die Analysten das Kursziel an. Es gebe keinen Anlass zur Sorge hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung, schrieb Adrian Hopkinson von der WestLB in einer Studie, die keine zwei Wochen alt ist. DZ-Bank-Analyst Thorsten Reigber glaubt weiter an das Unternehmen. Er schrieb gestern in einem Kommentar, der Kursverfall biete eine gute Gelegenheit für Aktienzukäufe. Der eine oder andere Anleger scheint seinem Rat zu folgen, wenn auch zögerlich: der Aktienkurs stieg heute nach Börsenöffnung um rund acht Prozent auf 6,85 Euro.

Das Unternehmen:

Wirecard bietet die Abwicklung von Zahlen im Internet an. In den ersten neun Monaten steigerte das Unternehmen den operativen Gewinn (Ebit) um 15 Prozent. Für das Gesamtjahr hat der Vorstand ein Ebit von 55 bis 60 Mio. Euro vorhergesagt, nach 49 Mio. Euro im Vorjahr. Die Wirecard-Aktie hatte sich zwischen Januar 2009 und Januar dieses Jahres von 3,78 auf 10,25 Euro verteuert.

Der Dienst:

Goldman Morgenstern & Partners (Gomopa), der sich selbst Financial Intelligence Service nennt, hat nach eigenen Angaben 83 Gesellschafter. Von den vier Gründern aus dem Jahr 2000 sind noch zwei, Mark Vornkahl und Klaus Maurischat, aktiv. Der Dienst publiziert auf deutsch, der Sprecher sitzt in Berlin, die Geschäftsadresse aber ist in New York.

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3 Kommentare zu "Wirecard-Kurssturz: Wenn Short-Seller Jojo spielen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Schlecht recherchiert?
    Der Auszug aus der Anklageschrift nennt Auftraggeber mehrerer Zahlungen sowie die banken, über die diese Zahlungen erfolgten. Das deutet nicht im Geringsten darauf hin, dass die jeweiligen banken (Wirecard bank ist nur eine davon) etwas von den illegalen Zwecken der Zahlungen wussten.
    Rein fiktiv: Wenn A an b eine Überweisung (durch bank X) von 50000EUR macht, damit b die Frau von A ermordet, ist dann die bank X mit dran schuld? ich glaube nicht.

  • Wer lesen kann ist klar im Vorteil! im Artikel wird nirgends die Anklageschrift des Fbi erwähnt! Sondern nur das Geständnisprotokoll von Schütt!

  • Wieder einmal ein sehr schlecht recherchierter Artikel.Die Anklageschrift des Fbi kann jeder einsehen und es kann nicht die Rede davon sein das das Wort Wirecard darin nicht vorkommt.Was wir wird hier gespielt?

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