Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Springer Nature

Die Eigentümer hatten auf einen Erlös von bis zu 1,6 Milliarden Euro gehofft.

(Foto: Imago)

Wissenschaftsverlag Springer Nature verschiebt geplanten Börsengang

Der Wissenschaftsverlag Springer Nature verschiebt seinen geplanten Börsengang. Das Füllen des Orderbuchs hatte ungewöhnlich lange gedauert.
Update: 08.05.2018 - 17:52 Uhr Kommentieren

FrankfurtDer Wissenschaftsverlag Springer Nature hat seinen geplanten Börsengang auf unbestimmte Zeit verschoben. Am Dienstagabend teilte das Unternehmen per Ad-hoc-Mitteilung überraschend mit, das Initial Public Offering (IPO) werde aktuell „aufgrund des Marktumfelds“ nicht stattfinden. Am Mittwoch wäre der erste Handelstag gewesen.

Das Unternehmen hatte die Preisspanne auf 10,50 bis 14,50 Euro festgelegt, jedoch war die Platzierung nach Angaben von Beobachtern schleppend verlaufen. Mit der Emission sollten bis zu 1,6 Milliarden Euro erlöst werden.

Einen Termin für einen neuen Anlauf nannte das von der Verlagsgruppe Holtzbrinck und dem Finanzinvestor BC Partners kontrollierte Unternehmen nicht. Springer Nature und die Gesellschafter würden das Marktumfeld und die Möglichkeiten eines Börsengangs in der Zukunft genau bewerten. Es wäre die dritte milliardenschwere Emission in Deutschland in diesem Jahr nach der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers und der Deutsche-Bank-Vermögensverwaltung DWS geworden.

Der Börsengang von Springer Nature war bisher schleppend angelaufen. Springer Nature wollte eigentlich 1,2 Milliarden Euro für den Abbau des Schuldenbergs von drei Milliarden Euro einsammeln, daneben wollte BC Partners Kasse machen. Insgesamt hatten die Eigentümer auf einen Erlös von bis zu 1,6 Milliarden Euro gehofft.

Während des Börsengangs dauerte das Füllen des Orderbuchs ungewöhnlich lange. Erst am Dienstag hatten die Banken signalisiert, dass die Emission insgesamt überzeichnet sei. Die Alteigentümerin Holtzbrinck Publishing Group orderte während der Zeichnungsfrist Aktien für 200 Millionen Euro – doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Der zweite Miteigentümer, der Finanzinvestor BC Partners, wollte bei entsprechender Nachfrage Aktien für bis zu rund 400 Millionen Euro auf den Markt geben.

Holtzbrinck, bisher mit 53 Prozent beteiligt, wäre nach der Erstnotiz auf 35 bis 38 Prozent der Anteile gekommen, BC Partners knapp unter 30 Prozent geblieben. Die Aktien sollten zu 10,50 Euro ausgegeben werden, teilten die begleitenden Investmentbanken den Investoren am Dienstag zum Ablauf der Zeichnungsfrist mit. Der Platzierungspreis hätte damit am unteren Ende der Preisspanne gelegen. Diese Planungen sind mit der Absage des Börsengangs nun Makulatur.

Springer Nature setzt auf ein stabiles Vertriebsgeschäft seiner 2.800 Journale (darunter das weltbekannte Wissenschaftsmagazin „Nature“ sowie „Scientific American“), 240.000 E-Books und 13.000 neuen Bücher pro Jahr. Jeder dritte Euro Erlös stammt aus diesem Business, fast alle Titel sind digital verfügbar.

Auch in der Boombranche „Open Access“ sind die Deutschen mit mehr als 30 Prozent Marktanteil und Hunderten Open-Access-Zeitschriften vorn. Hier zahlt der Autor für eine Veröffentlichung rund 2.200 Euro im Internet – der Verlag kümmert sich dafür um Verifizierung und Verschlagwortung. Springer Nature wächst in diesem Geschäft jährlich um 3,2 Prozent.

Zur Konkurrenz gehören laut Finanzvorstand Ulrich Vest die Verlagsgruppe Relx (Reed Elsevier) und Informa (Taylor & Francis). Zu den Risiken des Geschäftsmodells zählt unter anderem das illegale Kopieren von Texten im Internet, wie aus dem Prospekt hervorgeht.

Im vergangenen Jahr kam Springer Nature mit 13.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro. Mit dem Berliner Verlagskonzern Axel Springer hat Springer Nature nichts zu tun.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • pk
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Wissenschaftsverlag - Springer Nature verschiebt geplanten Börsengang

0 Kommentare zu "Wissenschaftsverlag: Springer Nature verschiebt geplanten Börsengang"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%