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Zertifikate Strategien für den „guten Hebel“

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Strategie 3: Zinsersatz vom Aktienmarkt

Mit einem Marktvolumen von zehn Milliarden Euro gehören Expresszertifikate zu den beliebtesten Anlagepapieren aus dem Derivateregal. Sie sind Bestandteil der dritten Strategie für den „guten Hebel“, also den sinnvollen Einsatz von Derivaten. Expresszertifikate bieten zinsähnliche Erträge, die höher liegen als bei Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit. Diese höhere Rendite ist möglich, weil sie nicht vom Zinsmarkt stammt, auf dem die Renditen immer noch sehr niedrig sind. Vielmehr speist sich diese Rendite vom Markt für Aktien und Derivate.

Expresszertifikate sind künstliche Wertpapiere, in denen Optionen als fester Bestandteil verbaut sind. Diese Optionen produzieren mit ihrem Hebel im Erfolgsfall den Ertrag des Zertifikats. Im ungünstigen Fall haben diese Optionen aber Nebenwirkungen, die zu deutlichen Verlusten führen können. Sollte der Dax etwa in einem Crash um mehr als die Hälfte absacken, so entstünden ebenfalls Verluste von mehr als 50 Prozent.

Wenn Anleger einige Grundregeln beherzigen, stehen die Chancen aber nicht schlecht, dass die Expressrechnung aufgeht. „Zunächst senkt eine längere Laufzeit des Zertifikats das Risiko. Sechs bis acht Jahre bis zum Fälligkeitstermin haben sich in der Praxis bewährt“, sagt Michael Hinz, Vorstand des Vermögensverwalters MPF aus Wuppertal, der Expresszertifikate seit mehr als zehn Jahren für Kundendepots einsetzt.

Per Fingerwisch zum Finanzprofi
Acorns
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Selten steht bei Preisen im Supermarkt und Shopping-Center eine Null hinter dem Komma. Doch wohin mit den krummen Restbeträgen? Eine Idee dafür hatten die Macher der Finanz-App Acorns. Mit ihrer Hilfe können die Nutzer Kreditkarten-Einkäufe aufrunden und das Restgeld in ein diversifiziertes Portfolio investieren. So können sie quasi „im Vorbeigehen” Geld sparen. Im Moment gibt es die App jedoch nur in den USA.

Quelle: coderfactory.co

(Foto: Pressefoto)
Simply Wall St
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Wer sich für Aktien interessiert, bekommt mit Hilfe von Simply Wall St schnell den Durchblick. Die australische App übersetzt komplizierte Finanzmarkt-Informationen in simple Grafiken. So können sich auch Laien über das Geschehen auf den Märkten informieren. Kauftipps gibt es auch, und zwar passend zum Rendite-Risiko-Profil des Nutzers.

(Foto: Screenshot)
Scaffold
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An etwas erfahrene Anleger richtet sich Scaffold. Es erlaubt eine etwas vereinfachte Finanz-Recherche und bietet - ähnlich wie Simply Wall St - seinen Kunden zahlreiche Grafiken. Erfunden wurde der Dienst von den Value-Investoren Roger Montgomery und Russell Muldoon.

(Foto: Screenshot)
Stocktwits
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Über 300.000 Investoren nutzen inzwischen Stocktwits. Es ist ein soziales Netzwerk für die Börsen. Auf ihren Bildschirmen können die Anleger Tweets von anderen Investoren zu bestimmten Firmen und Anlageentscheidungen verfolgen und sich die Stimmung der Marktteilnehmer zunutze machen.

(Foto: Screenshot)
Nimble
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Noch eine australische Erfindung: Nimble. Die Firma leiht ihren Kunden kleinere Geldsummen. Sich bewerben können die Nutzer per App. Wer als Schuldner infrage kommt, entscheiden Computer-Algorithmen. So können die Kreditnehmer das komplexe Prüfungsverfahren von großer Banken umgehen.

(Foto: Pressefoto)
Xero
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Aus Neuseeland kommt die Rettung für alle, die Buchhaltung machen müssen, die aber nicht können. Die App Xero erlaubt es auch Laien, Soll und Haben im Auge zu behalten - und macht damit Mainstream-Software-Anbietern Konkurrenz. An der neuseeländischen Börse ist das Unternehmen inzwischen rund zwei Milliarden Dollar wert.

(Foto: Pressefoto)
iBillionaire
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Was macht eigentlich das Portfolio von Warren Buffett? Oder das von Carl Icahn? Wer sich das fragt und sich von den Großinvestoren auch etwas fürs eigene Portfolio abgucken möchte, ist bei iBillionaire richtig. Die App macht es einfach, die Entscheidungen der Elite-Anleger zu verfolgen.

(Foto: Pressefoto)

Der Vorteil der längeren Laufzeit hat mit dem speziellen Aufbau der Expresszertifikate zu tun. Bei diesen Papieren gibt es einmal im Jahr einen Bewertungstag, an dem geprüft wird, ob der Basiswert des Zertifikats (ein Börsenindex oder eine Aktie) ein bestimmtes Kursniveau erreicht oder nicht. Wenn ja, gibt es automatisch den Einsatz inklusive Gewinn zurück, und das Geschäft ist gelaufen. Sollte der Basiswert beim ersten Mal sein Ziel verfehlen, besteht ein Jahr später die zweite Chance. Wird die Gewinnschwelle wieder nicht erreicht, folgt ein Jahr später der nächste Test. Notfalls geht dieses Spiel bis zum Ende der Laufzeit.

Von Vorteil ist, wenn im Zertifikat im letzten Jahr die Rückzahlungsschwelle noch einmal tiefer liegt und auch nur am Fälligkeitstag gilt. Zudem wird der Gewinn, den es auf den Einsatz gibt, jedes Jahr ein Stück größer. Erst wenn der Basiswert auch diese letzte Schwelle reißt, entstehen höhere Verluste. Dann führt die Mechanik der eingebauten Optionen dazu, dass das Zertifikat etwa genauso stark verliert wie der Basiswert.

Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, wählt Vermögensexperte Hinz als Basiswert in der Regel einen gesamten Aktienmarkt: „In einem diversifizierten Index wie dem Euro Stoxx werden extreme Schwankungen insgesamt besser ausgeglichen als bei einer Einzelaktie.“ Zudem sei es ratsam, die gefährliche untere Barriere, auf die es am letzten Stichtag ankommt, sehr tief anzusetzen. „Rückberechnungen im Euro Stoxx bis 1986 haben ergeben, dass bei einer Laufzeit von sechs Jahren und einer Barriere bei 50 Prozent des Startniveaus noch nie ein Verlust herauskam“, sagt Hinz. Mit einem solchen Polster lassen sich die Renditen aus dem Expresszertifikat auch dann noch einfahren, wenn es an den Aktienmärkten zu Kursrückgängen kommen sollte.

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