Zweitlistung an der Ceinex Hausgeräte-Firma Haier will mit Börsengang in Frankfurt 450 Millionen Euro einsammeln

Das chinesische Unternehmen ist die erste Firma, die ein Zweitlisting an der deutsch-chinesischen Börsenplattform Ceinex anstrebt. Nun wurden Details bekannt.
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Haier ist in Deutschland vor allem für seine Waschmaschinen und Kühlschränke bekannt. Quelle: Reuters
Weltmarktführer bei „weißer Ware“

Haier ist in Deutschland vor allem für seine Waschmaschinen und Kühlschränke bekannt.

(Foto: Reuters)

FrankfurtEs gibt eine Geschichte über den Haier-CEO Ruimin Zhang, die der chinesische Hausgeräte-Hersteller Haier gerne als Meilenstein in der Firmengeschichte präsentiert. Zhang soll 1984, seinem ersten Jahr an der Spitze des Unternehmens, einen Kühlschrank mit einem Vorschlaghammer demoliert haben. Der Grund: Kunden hatten sich über die schlechte Qualität beschwert. Der Wutausbruch Zhangs soll den Grundstein für die Entwicklung von der fast bankrotten Kühlschrankfabrik zum Weltmarktführer gelegt haben. Nun will Haier an die Frankfurter Börse – und etwa 450 Millionen Euro einsammeln.

Anleger können die sogenannten D-Aktien zu einem Preis zwischen einem und 1,50 Euro ab Montag bis zum 18. Oktober zeichnen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Haier ist damit das erste Unternehmen, das ein Zweitlisting an der deutsch-chinesischen Börsenplattform Ceinex in Frankfurt anstrebt.

Bislang ist die Haier-Aktie nur in Shanghai notiert. Die Deutsche Bank begleitet den Börsengang federführend. Der erste Handelstag wird voraussichtlich der 24. Oktober sein.

Ceinex wurde im Oktober 2015 in Peking als wegweisendes deutsch-chinesisches Projekt vorgestellt – im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Die Deutsche Börse und die Shanghai Stock Exchange halten jeweils 40 Prozent an der Gesellschaft, die übrigen Anteile liegen bei der China Financial Futures Exchange.

Im November 2015 nahm die deutsch-chinesische Börse in Frankfurt mit rund 200 Anleihen und Indexfonds den Handel auf. Die Eröffnung sei ein wichtiger Meilenstein bei der Öffnung der chinesischen Kapitalmärkte, sagte Ex-Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter damals. Aber: „Uns steht noch viel Arbeit bevor.“ Kengeter sollte Recht behalten.

Zwar stellten die Beteiligten schon Ende 2015 in Aussicht, dass an der Ceinex bald chinesische Aktien gehandelt werden können. Damals gab es die Hoffnung, große chinesische Staatsunternehmen wie PetroChina oder den Schienenfahrzeug-Hersteller CRRC für ein Zweitlisting in Frankfurt begeistern zu können. Doch diese Hoffnungen erfüllten sich nicht – auch wegen der politischen Komplexität eines solchen Unterfangens.

Deshalb änderte die Ceinex ihr Beuteschema und konzentrierte sich auf chinesische Privatunternehmen. Diese sollten ein substanzielles Geschäft in Europa haben, eine internationale Strategie verfolgen und eine gute Geschäftshistorie sowie eine zuverlässige Dividendenpolitik vorweisen können.

Rund drei Jahre nach ihrer Gründung hat die Ceinex mit Haier nun ein passendes Unternehmen für ein Börsendebüt in Frankfurt gefunden. „Uns war es wichtig, einen Kandidaten für die Erstnotierung zu gewinnen, der unsere besonders strengen Auswahlkriterien erfüllt,“ sagt Ceinex-Co-Chef Chen Han. Haier sei genau diese Art von Unternehmen und die Zweitlistung ein wichtiger Schritt für Ceinex. „Wir begrüßen weitere chinesische Blue-Chips, die diesem Beispiel folgen.“ Haier wollte sich auf Nachfrage nicht äußern.

Der Hausgeräte-Hersteller ist in Deutschland vor allem für seine Waschmaschinen und Kühlschränke bekannt. Die Chinesen sind seit Jahren Weltmarktführer und hatten im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 13,3 Prozent. Der Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 745 Millionen Euro. Aktuell kommt das Unternehmen auf einen Börsenwert von rund 12,7 Milliarden Euro.

Der chinesische Hausgeräte-Hersteller will das Geld aus dem Börsengang dafür benutzen, die Marke bekannter zu machen und das Wachstum des Europa-Geschäfts zu fördern. Außerdem will das Unternehmen mit den Erlösen die Ende September angekündigte 475 Millionen Euro schwere Übernahme des italienischen Haushaltgeräte-Herstellers Candy finanzieren.

Der Deal muss noch von der Kartellbehörde abgesegnet werden. Haier will ihn im Frühjahr 2019 abschließen. Die Chinesen hatten 2016 bereits die Hausgeräte-Sparte von General Electric für 5,4 Milliarden US-Dollar gekauft.

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