Geförderte Altersvorsorge Bei Riester lauern die Fallen im Kleingedruckten

Die staatlich geförderte Riester-Rente bietet Vorteile, nicht umsonst sind inzwischen rund 14 Millionen Verträge abgeschlossen wurden. Bankunabhängige Berater raten aber dazu, die Verträge genau zu prüfen, und warnen vor den zahlreichen Bedingungen.
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Die Fallen im Kleingedruckten Quelle: dpa

Die Fallen im Kleingedruckten

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Gut 14 Millionen Riester-Verträge sprechen eine deutliche Sprache. Die mit staatlichen Zulagen und Steuervorteilen geförderte private Altersvorsorge kommt bei den Bürgern offenbar gut an. Nach den Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat damit fast die Hälfte der rund 33 Millionen Förderberechtigten im Deutschland einen Vertrag unterschrieben. Inzwischen folgen also viele den Empfehlungen von Wissenschaftlern und Politikern, die „staatliche Förderung mitzunehmen“, wie es etwa Bernd Raffelhüschen, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg, formuliert.

Die Förderung ist nur eine Seite der Medaille

Tatsächlich können sich Zulagen und Steuervorteile über Jahrzehnte zu einer fünfstelligen Summe addieren. Ein typischer Sparer, der 36 Jahre lang den geförderten Riester-Höchstbetrag von 2 100 Euro im Jahr und damit insgesamt 75 600 Euro einzahlt, erhält 23 000 Euro Förderung, wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg errechnet hat. Doch die üppige Förderung ist nur eine Seite der Medaille. Die Verträge laufen über Jahrzehnte und sollten daher zum persönlichen Lebensplan passen, mahnen bankunabhängige Berater wie Tom Friess, Chef des VZ Vermögenszentrums in München: „Bei staatlichen geförderten Verträgen muss man prüfen, ob die Förderung passt. Nicht immer hat sie den gewünschten Effekt.“ Friess verweist insbesondere auf die zahlreichen Bedingungen, die in den Riester-Verträgen stehen.

So bekommt die volle Förderung nur derjenige, der mindestens bis zum Alter von 60 Jahren einen Beitrag von vier Prozent seines Bruttoeinkommens zahlt. Das angesparte Kapital wird zu Rentenbeginn nur zu 30 Prozent auf einen Schlag ausgezahlt, den Rest bekommt man nur als Rentenzahlung. Und die gesetzlich vorgeschriebene Kapitalgarantie nagt an der Rendite: „Die Garantie zahlt letztlich der Riester-Sparer“, sagt auch Nauhauser. Das verringert die Renditechancen im Vergleich zum freien Sparen, die Anbieter legen einen gewichtigen Teil der Beiträge so sicher an, dass sie das Kapital in jedem Fall zurückzahlen können. Und ein großer Nachteil für diejenigen, die später ihren Wohnsitz verlagern wollen: Wer seinen Lebensabend im Ausland verbringt, muss die Förderung zurückzahlen.

Der Anteil der Kosten variiert je nach Vertrag deutlich

Wer sich für einen Riester-Vertrag interessiert, sollte zudem auf die Kosten achten, mahnen Experten. Je nach Riester-Vertrag und -Anbieter variieren diese stark. Kosten fallen meist an beim Abschluss eines Vertrags, beim Wechsel oder bei Änderungen des Vertrags, für Kapitalanlage und Verwaltung.

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8 Kommentare zu "Geförderte Altersvorsorge: Bei Riester lauern die Fallen im Kleingedruckten"

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  • Diese sogenannten "Verbraucherschützer" vergessen so einiges bei ihren Empfehlungen pro Fondssparpläne und banksparpläne... Mehr dazu unter http://bit.ly/hHHCO9

    beste Grüße
    Wladimir Simonov

  • Lebensabend im Ausland ? Zurück Förderung zahlen?
    Wird garantiert von EuGH gekippt, eindeutiger
    verstoß gegen EU-Recht bei Aufenthalt in der EU !

  • Eben [5] die gesetzliche Rente war ursprünglich mal so, sie haben immer ihr Geld erhalten, zinsfrei wenigstens und l darum geht es: Lebenslang.

    ich habe mir die Riesterverträge auch angeschaut, doch was die meisten nicht sehen ist: die Garantie für diese Zahlung einer Riesterrente beträgt oft nur 10 Jahre und die eingezahlten beträge werden garantiert. Ob der Versicherer mittlerweile das Geld verzockt hat und provisionen angefallen sind? interessiert nicht. irgendjemand garantiert dies. ist Augenwischerei. Der berater erhält die Provision und fertig oder der Staatsangestellte eben sein Gehalt dafür.

    Desweiteren nach 10 Jahren privater Absicherung: ist der rüstige Rentner zu alt zum Klagen geworden, nicht zu alt zum Klagen ,aber bis diese Missstände dann mal überhaupt erst erkannt und wieder aufgeklärt sind...

    Meine Erkenntnis ist: Die gesetzliche Rente ist sicher, weil sie wird ausgezahlt, aufgrund der Staatsgarantien. Doch dieses System wird seit Jahren ausgehebelt.

    Schwierigkeit ist: Leute die Anspruch auf Rente haben erhalten diese nicht und müssen erst darum kämpfen. z.b. echte Krebskranke die erst klagen müssen damit sie ihre Rente erahlten und dann anschlie0end trotzt Krankheit so massiv belastet werden. Die Schwierigkeit liegt darin: Die Leute malochen sich zu Tode, weil sie z.b. die Krebskrankheit erst auf ihrer Arbeitsstelle erworben haben und anschließend sollen sie klagen und dies beweisen. Nun diese Leute sind bereits tot und das Geld floss woanderst hin. Das ist das unmenschliche an dieser Situation. Die Menschen würdig sterben lassen? Nein, sie erhalten sinnlose Chemotherapien reingedrückt. Kostet auch noch mal extra.

    Die meisten Menschen erreichen ihr Rentenalter nur kurzfristig. Wo fliesst der Rest des Geldes hin, das ist die Frage. Eben heute in Frührente. Weil die Leute weitestgehend gesund aussteigen.
    Viele hochbezahlt gewesen. Die müssen sich alle keine Sorgen machen.

    Fallbeispiel:
    Währendessen sind die jungen Leute und die Freiberufler mit Niedriglohn nicht mehr in der Rente drin. Weil sie nichts einzahlen. iCh zahle seit 4 Jahren nichts ein, weil es ist ein Zinsloses Darlehen an den Staat und ich habe keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente weil ich nicht gesetzlich pflichtversicher bin und aus dieser gesetzlichen PFlichtVersicherung werde ich seit 5 Jahren "vorsätzlich" ausgegrenzt durch Hartz4.

  • "Gut 14 Millionen Riester-Verträge sprechen eine deutliche Sprache."
    10 Mio werden den Tag verfluchen, an dem sie den Ristervertrag unterzeichnet haben. Die restl. 4 Mio sind dann entweder schon gestorben oder sie haben es nie kapiert, dass sie nur Verluste gemacht haben.

    ich habe mir die Sache in Excel komplett durchgerechnet. Wenn ich jährlich einen bestimmten betrag spare und dafür Zinsen bekomme (abzüglich KapitalertragsSt + Zinseszinseffekt) dann habe ich mit 65 Jahren einen betrag X.
    Davon zahle ich mir monatlich eine Rente, bis ich 95 bin. Die Rentenhöhe habe ich so berechnet, dass mit 95 alles Geld verbraucht ist.
    Und natürlich fliesen auch während der Rente weiter Zinsen.
    Ergebnis: ~330Eur Rente/Monat , Riesterrente wären 260 Eur gewesen.

    Ohne Rister habe ich mit 65J. die Wahl was ich mit dem Geld anfange. Mit Rister bin ich gefangen.

  • Aber Hauptsache, die jetzige Rentnergeneration wird geschont und muss ja keinen Tag länger als die Frühverrentung mit 60 arbeiten.
    Die jetzigen Generationen müssen privat vorsorgen, damit das Stammwählerklientel der (Senior)volksparteien weiter die Rentenkassen plündern kann.

  • Alle die ziwschen ALG1 und Hrtz4 stehen können nicht riestern, weil sie aus der gesetzlichen Rentenversicherung herausfallen.

    Riester trat neulich im Fernsehen auf und erklärte groß und laut, jeder der arbeitslos wird, kann seinen Vertrag stillegen lassen und erhält die Zulagenförderung.

    Nachdem bezug von ALG1 ist man jedoch áus der gesetzlichen Rentenversicherung draussen.
    Hartz4 greift gegen Riester. Und wieder eine der vielen Zwickmühlenlügen in Deutschland der SPD diesmal. So werden die Leute nicht nur aus der gesetzlichen Rente gedrängt, nein auch Riestern mit Förderung geht nicht mehr.

    Wer ist die betroffene Gruppe: Frauen mit Kindern, und Frauen ohne kinder, und andere, weil sie kein Hartz4 erhalten weil sie "z.b. einen Freund haben", und alle diese Personengruppen in den Unternehmen unerwünscht sind.
    Also die isolierung gegen Geld von Frauen funktioniert gut in diesem Lande. Frauen die alleine wohnen erhalten Geld für die Rente. Der Rest hat eben einen Freund oder mehr als 1300 Euro Vermögen und fällt somit aus der gesetzlichen Rente. Das sind nur einige der Ausschlusskriterien um in Deutschland riestern zu können.

    betroffen sind wieder mal Frauen und das war bereits im Vorfeld bei der Gesetzgebung in Talkshows debattiert worden. Das Frauen insbesondere mit Kindern weider die Verlierer sind.
    Sie können wählen: isoliert und alleine leben oder ..
    Aber die meisten vollen eh keine Frau die Hartz4 bezieht. Da müssen die Männer ja auch noch für die blechen, gele.
    Frauen insbesondere mit Kindern werden gezielt mit Gewalt aus den Unternehmen vertrieben und sind Hartz4. Das ist die Realität in Deutschland so wie sie in der industrie und den Zulieferunternehmen betrieben wird. Wer bereit ist diese Aktionen mitzutragen erhält eine belohnung und wird hochbezahlt weitervermittelt.
    Gewalt wird belohnt in Deutschland. Wer das kann, über Leichen gehen, der hat Arbeit.

  • "Ein typischer Sparer, der 36 Jahre lang den geförderten Riester-Höchstbetrag von 2 100 Euro im Jahr und damit insgesamt 75 600 Euro einzahlt, erhält 23 000 Euro Förderung"

    Der eigene beitrag plus Förderung werden über die lange Laufzeit munter weginflationiert.
    Dieses Produkt ist der reine Dummenfang.
    Wenn es hart auf hart kommt, hat der Versicherer diese Gelder in den PiGS Staaten "GUT ANGELGT" - oder auch - VERSENKT - wie die Titanic.

  • Wie schön, das man seine Rentenkürzung selbst gegenfinazieren darf: weniger Rente später und weniger Netto vom brutto heute.

    So macht das Arbeiten Spaß.

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