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Offene Immobilienfonds Mit dem Eigenheim sind Anleger gut bedient

So unsicher sich die Situation in Zeiten der Finanzkrise auch darstellen mag, eines ist doch ziemlich sicher: Diejenigen, die nun geradezu panisch aus den offenen Immobilienfonds rennen, wissen nicht, was sie tun. Denn Immobilien bringen zwar keine schnellen Gewinne, dafür aber Sicherheit.
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Solange keine ungeheure Pleitewelle Deutschland erfasst, fließen die Mieteinnahmen weiter. Und solange Mieten bezahlt werden, so lange schütten die Fonds auch Geld aus. Foto: Archiv

Solange keine ungeheure Pleitewelle Deutschland erfasst, fließen die Mieteinnahmen weiter. Und solange Mieten bezahlt werden, so lange schütten die Fonds auch Geld aus. Foto: Archiv

DÜSSELDORF. Wohin mit dem Geld? Aktien - um Gottes Willen nein - damit habe ich doch gerade erst einen großen Teil meines Vermögens vernichtet. Zertifikate - damit es mir so geht, wie den armen Kunden von Lehman? Bank pleite - Geld weg. Und was ist mit Gold? Wer versteht schon das Auf und Ab des Goldpreises? Viel zu riskant. Dann halt Immobilien. Nein danke! Den offenen Immobilienfonds laufen doch gerade die Kunden weg, die werden schon wissen, warum. So weit die so realistischen wie verständlichen Überlegungen eines fiktiven Anlegers in den überaus unruhigen Zeiten der aktuellen Finanzkrise.

So unsicher aber die Situation sich auch darstellen mag, eines ist doch ziemlich sicher: Diejenigen, die nun geradezu panisch aus den offenen Immobilienfonds rennen, wissen nicht, was sie tun. Denn die Fondsobjekte sind überwiegend gut vermietet. Solange also keine ungeheure Pleitewelle Deutschlands Unternehmen erfasst, fließen die Mieteinnahmen weiter. Und solange Mieten bezahlt werden, so lange schütten die Fonds auch Geld aus. Gewiss: Die hohen Renditen des vergangenen Jahres werden in diesem und dem nächsten Jahr nicht mehr erreicht werden. Laut Branchenverband BVI betrug die Durchschnittsrendite im vergangenen Jahr 5,7 Prozent.

Auch ein Ergebnis kluger Fondsstrategie: In den Jahren 2006 und 2007 nämlich bereinigten praktisch alle Fonds ihre Portfolios. Vielen gelang, was zuvor nur wenige für möglich gehalten hatten: Sie verkauften Immobilien mit Gewinn. Ihre Anleger profitierten davon, dass angelsächsische Investoren den deutschen Immobilienmarkt lieb gewonnen hatten. Die interessierte der Zustand der Gebäude häufig nur wenig. Hauptsache, die Differenz zwischen (hohen) Mieteinnahmen und (niedrigen) Zinskosten war möglichst groß. Die Fondsmanager schnürten ihre Immobilien geschickt zu Paketen, die nicht nur die Perlen, sondern auch sanierungsbedürftige Gebäude in Deutschland enthielten. Gleichzeitig verringerten sie ihr historisch bedingtes Übergewicht in Frankfurt, belegt eine BVI-Statistik: Von März 2006 bis März 2008 schmolz die Rhein-Main-Quote über alle Fonds von 13,6 auf 7,3 Prozent.

Heute zwingen die Geldabzüge von Großanlegern die Fonds in die Knie. Vor wenigen Wochen hatten einige sogar die Anteilsausgabe ausgesetzt, um nicht Geld zu horten, das kurzfristig nicht investiert werden kann. Nun haben fünf Fonds das Tauschgeschäft Anteile gegen Geld für drei Monate ausgesetzt. Sie repräsentieren ein Fünftel des Marktvolumens.

Nennenswerte Abwertungen wie vor und während der Krise vor zweieinhalb Jahren sind heute kein Thema. Der Wert der Gebäude wird von Gutachtern bestimmt. Die werten - das hat man in der Vergangenheit gesehen - nicht so schnell ab. Darum meint Barbara Knoflach, als Vorstand der SEB Asset Management für den offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest verantwortlich: "Immobilien sind eine Langfristanlage mit geringen Wertschwankungen. Als Gegenleistung für diese Sicherheit sollte der Anleger akzeptieren, dass er zeitweise seine Anteile nicht in Geld umwandeln kann." Der Fonds hat die Anteilsrücknahme ausgesetzt.



Sehr schnell an sein Geld kommt dagegen, wer in Immobilienaktien oder Immobilienaktien-Fonds investiert. Doch viel Freude hatten die Aktionäre in den vergangenen zwei Jahren nicht. Die Kurse sanken. Wer gerne spekuliert, kann jetzt über den Einstieg nachdenken. "Die Aktien von Immobilien-Gesellschaften sind zuletzt stark gefallen und deshalb unterbewertet", sagt Andre Remke, Immobilien-Experte bei Unicredit. Einzelne Werte wie Deutsche Wohnen, Vivacon und Polis Immobilien seien so günstig zu haben, dass sich der Kauf lohnen könnte.

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