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Salzgitter Ein Börsenstar mit Augenmaß

Die Aktie des Stahlkonzerns gehört zu den Gewinnern der vergangenen zehn Jahre. Kein anderer aktueller Dax-Wert schaffte in dieser Zeit mehr. Experten rechnen damit, dass die Papiere weiter zulegen.
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Stahlrollen in Salzgitter: In zehn Jahren ist die Aktie um 889 Prozent gestiegen. Quelle: ap

Stahlrollen in Salzgitter: In zehn Jahren ist die Aktie um 889 Prozent gestiegen.

(Foto: ap)

FRANKFURT. Wer die Börsengeschichte von Salzgitter erzählen will, kommt am 21. Januar 2005 nicht vorbei. An jenem Handelstag kostet die Aktie des niedersächsischen Stahlkonzerns 16,85 Euro. Verglichen mit dem heutigen Kurs, der bei rund 65 Euro liegt, ist das wenig; eine kleine Randnotiz im Börsenalltag, wenn überhaupt. In Frankfurt, München oder Essen wird man sich daran ohnehin nicht erinnern. Für die Niedersachsen aber ist es ein Feiertag. Damals, vor gut fünf Jahren, sind Anleger bereit, mehr für eine Salzgitter-Aktie zu bezahlen als für ein Papier von Thyssen-Krupp. Es sind drei Cent, um genau zu sein (siehe: Risiken müssen kalkulierbar sein).

Der kleine Sieg über den großen Rivalen ist Teil einer Erfolgsgeschichte, wie sie die Börse nicht allzu oft erzählt. Aus drei Cent Vorsprung sollten zeitweise rund 90Euro werden. Am 18.Dezember 2006 knackt die Salzgitter-Aktie sogar die Marke von 100 Euro. Der Aufstieg in den Dax Ende 2008 - reine Formsache. Die Langfristbilanz ist beeindruckend: Anleger, die vor zehn Jahren die Papiere des Stahlkonzerns geordert haben und dabei geblieben sind, dürfen sich über ein Kursplus von 889 Prozent freuen. Keine andere Aktie eines aktuellen Dax-Unternehmens schaffte im selben Zeitraum mehr.

Glaubt man Analysten, stehen die Chancen gut, dass noch der eine oder andere Euro dazukommt. Andrew Snowdowne von der Schweizer UBS etwa hat erst kürzlich seine Gewinnerwartung für Salzgitter angehoben. Seine Empfehlung lautet: "kaufen". Das Kursziel taxiert er auf 77 Euro. Die Niedersachsen werden vom Ende des Lagerabbaus profitieren, sagt Snowdowne. Noch weiter geht Bastian Synagowitz, Analyst bei der Deutschen Bank. Er schätzt, dass die Papiere bald wieder über 90 Euro springen könnten; vorausgesetzt natürlich, er liegt mit seinen Gewinnschätzungen richtig.

Hundertprozentig sicher ist das nicht - nicht nach den vergangenen 18 Monaten. Die Wirtschaftskrise hat auch Salzgitter mit voller Wucht getroffen. Umsatz und Erlöse schmolzen dahin wie Stahl im Hochofen, nachdem im Spätsommer 2008 in den USA die Investmentbank Lehman Brothers zusammengebrochen war und die Weltwirtschaft ins Trudeln geriet. An der Börse sackten die Aktienkurse der konjunktursensiblen Unternehmen, die sogenannten Zykliker, ab - darunter auch die Papiere von Salzgitter.

Die Produktion wurde drastisch heruntergefahren; zeitweise arbeiteten die Salzgitter-Werke nur mit halber Kraft. Jeder dritte Beschäftigte wurde in Kurzarbeit geschickt. Anders als viele Konkurrenten verzichtete Salzgitter aber auf betriebsbedingte Kündigungen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr musste das Unternehmen gestern dennoch einen hohen Vorsteuerverlust ausweisen.

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1 Kommentar zu "Salzgitter: Ein Börsenstar mit Augenmaß"

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  • Erfolg das war gestern. Das Salzgitter-Management hat die Aktionäre geschädigt und in 2009 für 2009 total falsche Prognosen abgegeben. Der Erwerb der Klöckner-Werke ist doch ein einziges Desaster: Keinerlei Synergien, aber riesige Verluste, die nicht nur mit der Finanzkrise zusammenhängen, sondern auf Missmanagement beruhen. Das Ergebnis: 260 Mio. € (!!!) Abschreibungen des Kaufpreises für eine vergleichsweise so kleine Firma. Dafür auch noch Lob? Nein, das ist eine totale Fehlleistung, die nicht mehr kaschiert werden kann durch noch so schöne Worte.

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