Teure Trennungen Scheidungspaare zahlen einen hohen Preis

Jede zweite Ehe trennt heutzutage ein Richter. Weil eine Scheidung auch finanziell ein einschneidender Schritt sein kann, besteht in Deutschland Anwalts- und Gerichtszwang. Das kostet. Worauf Paare achten müssen.
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Prominentes Scheidungspaar: Heidi Klum und (Noch-)Ehemann Seal. Quelle: dapd

Prominentes Scheidungspaar: Heidi Klum und (Noch-)Ehemann Seal.

(Foto: dapd)

FrankfurtBis dass der Tod uns scheidet – oder der Richter. Jüngste berühmte Vertreter des zweiten Weges sind Heidi Klum und Seal. Nach knapp sieben Jahren Ehe gaben das deutsche Topmodel und der britische Schmusesänger Anfang dieser Woche ihre Scheidungspläne bekannt. Sie entsprechen damit dem deutschen Durchschnitt. Denn hierzulande werden die meisten Ehen nach sechs bis zehn Jahren geschieden. Statistisch gesehen kommt bei jeder zweiten Ehe der Richter dem Lebensende zuvor.

Medienberichten zufolge hat Klum die Scheidung eingereicht, womit sie ebenfalls den Mainstream abbildet. In 60 Prozent aller Fälle stellen in Deutschland die Frauen den Scheidungsantrag. Wobei es genauer heißen müsste, sie bitten einen Anwalt darum.

Denn in Deutschland besteht für Scheidungen Anwalts- und Gerichtszwang. „Eine Scheidung bedeutet einschneidende Veränderungen im sozial-, renten- sowie im erbrechtlichen Bereich. Ein Anwalt soll sicherstellen, dass niemand bei einer Scheidung aus Unkenntnis auf seine Rechte verzichtet“, erklärt Maria Beger-Schmitz, Anwältin für Familienrecht in Frankfurt.

Damit kostet ein Scheidungsverfahren in jedem Fall Geld – aufzuwenden für das Familiengericht und den Rechtsbeistand. Wie viel, ist abhängig vom Nettoeinkommen der Ehepartner, dem gemeinsamen Vermögen und dem Wert aller zu verhandelnden Streitwerte – wie zum Beispiel der Unterhalt –, auf die sich das Paar nicht außergerichtlich einigen kann.

Scheidungsfolgesachen außergerichtlich klären

Richtig teuer kann es werden, wenn der Richter nicht nur die Scheidung vollzieht, sondern auch die Schlammschlacht ums Geld und mögliche Kinder verhandelt, die sogenannten Scheidungsfolgesachen. Wer den nachehelichen Unterhalt, die Aufteilung des in der Ehe erwirtschafteten Vermögens – den Zugewinn –, des Hausrats, der Wohnung und alle Fragen zum Umgang mit den Kindern dagegen außergerichtlich mit seinem Partner regelt, zahlt dafür nur die Gebühren für den anwaltlichen Beistand und den Notar.

Wenn keine Kinder im Spiel sind und wenn großes Vertrauen zwischen beiden Partnern herrscht, kann auch ein einziger Anwalt ausreichen, der dann aber nur einen der beiden Partner vertritt. Ansonsten sollten sich beide Seiten einen eigenen rechtlichen Beistand suchen. „Wichtig ist hier, dass alle Vereinbarungen schriftlich unter Beachtung der Formvorschriften geschlossen werden, um für beide Partner Rechtssicherheit zu gewährleisten“, sagt Anwältin Beger-Schmitz.

Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen, zahlen beide Partner ihre jeweiligen Scheidungskosten selbst. Sind die Kosten für einen nicht tragbar, muss der andere sie übernehmen. Falls beide wirtschaftlich überfordert sind, kann ein Antrag auf Verfahrenskostenhilfe gestellt werden. Dann springt der Staat ein.

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10 Kommentare zu "Teure Trennungen: Scheidungspaare zahlen einen hohen Preis"

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  • Es ist nicht immer so, daß Frau den Ehemann abzockt! Ich bin gegangen mit zwei Kindern und hatte keinerlei Vorzüge, im Gegenteil, ich mußte notariell auf alles verzichten, um keine Schwierigkeiten vom Ehemann zu bekommen, nicht mal der Hausstand wurde ehrlich geteilt. Der Ehemann mußte erst verklagt werden, daß er wenigstens seinen Unterhaltszahlungen für die Kinder nachkam. Da lernt man seinen Partner erst kennen. Also unterlaßt es, dauernt auf den Frauen herumzuhacken, noch besser überprüft Euren Charakter, vielleicht bräuchte man dann ja nicht gehen? Ich ging lachend aus der Ehe, es war hart, aber ich habe es gepackt.

  • Stimmt! Wer jedoch durch Karrieresprung zu Vermögen kommt und nicht schnell vorher noch Gütertrennung durchsetzt, ist selbst Schuld, wenn das Ding dann immer noch in die Hose geht. Ich empfehle, immer! Gütertrennung, denn die Partnerin lernt man immer in dem Fall des Vermögenszuwachses erst richtig kennen, zu 50%, mit Sicherheit nach der Statistik.

  • schöner versteckter Hinweis auf "Maxfield"! ;-)

  • Jeder muss selbst wissen, was er tut!

    Ich sehe das nicht so pessimistisch.

    Im Übrigen geht die Tendenz dahin, dass sich Paare aus ähnlichen "Schichten" finden. Chefarzt heiratet Krankenschwester ist wohl eher selten geworden! „Pilot heiratet Oberärztin“ ist angesagt.

    Wo ist da das Risiko: Beide haben ihr Auskommen auch ohne Partner, ein vernünftiger Ehevertrag (der Notar ist ohnehin billiger), Grund- und Firmenbesitz bleibt in der jeweiligen Familie, um die Kinder kümmern sich Beide....

    Die Trennung kann zum Problem werden, wenn der Sport-Star, der ehemals Millionen verdiente die Frau ohne Ausbildung und Vermögen geheiratet hat. Oder aber die „Werbe Ikone“ feststellt, dass sie sich einen „Pleite-Geier“ angelacht hat….

  • Wenn unsere Infrastruktur so wäre,dass beide Elternteile weiterhin arbeiten koennen, wenn Kinder da sind, dann wuerde eine Scheidung nicht mehr ins Gewicht fallen.
    Ansonsten sollten die Scheidungsfolgen wirklich nur dann eintreten, wenn tatsächlich Kinder geboren werden, denn dann kommt die grosse Veraenderung und nicht vorher: Letztendlich sollen die vielen Scheidungsfolgen den Ehepartner absichern, welcher aufgrund von Kindererziehung beruflich "zurückstecken" musste, was sich nicht nur im Geldbeutel, sonder auch später in der Rente bemerkbar macht.
    Insofern, kann ich nur denen raten, die Kinder wollen, unbedingt zu heiraten, und den PArtner, wenn er nicht will, auf den Mond zu schiessen und vom Kinderwunsch absehen. DAsselbe gilt auch, wenn der Eheparter Guetertrennung will u den Eheunterhalt abbedingen, aber auf der anderen Seite Kinder will. Auch sollte das Recht angepasst werden, und Scheidungsfolgen sollten nur dann eintreten, wenn das Ehepaar Kinder hatte (eigene oder adoptierte).

  • Hihi, ich hab den Spieß einfach umgedreht....

  • Es gibt immer noch benebelte Paare, die sich von Hochzeit Hollywoodfilme begeistern lassen. Großer Bungalow, großer Pool, dickes Auto und reisen rund um die Welt werden da ehefähig gemacht.
    Die deutsche Ralität sieht so aus, die Trennungs und Scheidungsindustrie treibt die Kosten gigantisch hoch.
    Der deutsche Rechtsstaat ist so aufgebaut, dass reichlich am Elend der Paare verdient wird.
    Oft kommt der Absturz in die Sozialhilfe, Kinder zur Mutter und Vater zahlt.
    Zwei Millionen Väter sehen in Deutschland ihre Kinder nicht, weil sie per Gericht ausgegrenzt werden. Oft bekommen Frauen es mit der Psyche und somit ist sie Arbeitsunfähig und der geschiedene Mann kann zahlen.
    Wer in Deutschland heiratet, ist ein potentieller Selbstmörder.

  • Aus Liebe muss man nicht heiraten. Wenn eine Frau auf Heirat mit einem vermögenden Mann drängt, spielen (ggf. auch unterbewusst) finanzielle Aspekte eine Rolle. Wirkliche Liebe ist, wenn man ohne Heirat zusammen bleibt.

  • Lieber Andre, so etwas nennt man Liebe! Noch nie gehört?

  • Wer Vermögen hat und bei der heutigen Rechtslage heiratet, muss schon ziemlich einen an der Waffel haben. Nur ein armer Schlucker kann ohne Risiko heiraten, denn der hat nichts zu verlieren.

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