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Absicherungskosten Risikoprämien sinken kräftig

Das Angstbarometer der Kreditmärkte – der Index Markit-i-Traxx-Crossover – ist unter das Niveau gefallen, dass es kurz nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers vor gut einem Jahr erreicht hatte. Der Index gibt an, wie viel Geld Investoren zahlen müssen, um sich fünf Jahre lang vor einem Ausfall der im Index vertretenen europäischen Schuldner mit mäßiger bis schwacher Bonität abzusichern.

FRANKFURT. Institutionelle Investoren werden angesichts der Rally der riskanten Unternehmensanleihen, die auch Junk-Bonds heißen, langsam skeptisch. Nach einer Kundenumfrage von JP Morgan sind 57 Prozent der institutionellen Anleger mit Blick auf Junk-Bonds inzwischen neutral eingestellt oder gewichten die Anlageklasse unter. Im Mai waren das nur 46 Prozent. Für eine weitere Erholung des Marktes müssten sich die wirtschaftlichen Bedingungen extrem verbessern und die Unternehmen wieder profitabler werden, meinen auch die Strategen der Fondsgesellschaft JP Morgan Asset Management.

Gestern lag die Risikoprämie des i-Traxx-Crossover bei 554 Basispunkten. Investoren mussten folglich zur Absicherung des Indexportfolios jährlich 5,54 Prozent der zu versichernden Summe zahlen. Vor einem Jahr waren es gut sechs Prozent. Im März, als Anleger noch eine wirtschaftliche Depression fürchteten, lagen die Absicherungskosten für riskantere Unternehmen bei 11,5 Prozent.

Seinen Ruf als Angstbarometer hat der Index schon im Sommer 2007 begründet. Im Zuge der Krise um die US-Immobilienmärkte waren die Risikoprämien im Crossover schon damals auf über knapp 470 Basispunkte gestiegen und hatten sich damit seit dem Frühjahr mehr als verzweieinhalbfacht. Kreditderivate und die entsprechenden i-Traxx-Indizes sind standardisiert und besser handelbar als die den Indizes zugrunde liegenden Anleihen von Unternehmen.

Derzeit sind im Crossover 44 Unternehmen enthalten, deren Bonität mindestens eine der drei großen Ratingagenturen auf Junk-Niveau einstuft. Darunter sind aus Deutschland die Konzerne Thyssen-Krupp, Heidelberg Cement und Tui. Ab 21. September gehören voraussichtlich auch Lufthansa und Fresenius dazu. Der Anbieter Markit passt die i-Traxx-Indizes regelmäßig an.

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