Abstufung Fitch straft Italien ab

Noch keine Regierung in Sicht und jetzt auch noch Ärger vonseiten der Ratingagenturen: Nach dem Wahl-Patt in Italien senkt Fitch die Kreditwürdigkeit des Euro-Krisenlandes.
Update: 09.03.2013 - 04:07 Uhr 15 Kommentare
Italien wird zur Falle für den Euro. Quelle: dpa

Italien wird zur Falle für den Euro.

(Foto: dpa)

London/Rom/FrankfurtNach dem unklaren Wahlausgang in Italien hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote von Italien um eine Stufe gesenkt. Die Kreditwürdigkeit werde jetzt nur noch mit „BBB+“ bewertet, teilte Fitch am Freitag in London mit. Zuvor war Italien noch mit „A-“ bewertet worden.

Zudem droht Fitch der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an. Der Ausblick für das Rating ist „negativ“. Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

Das war die erste Abwertung der Bonität des Euro-Krisenlandes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten. Unmittelbar nach dem Urnengang hatte auch die Ratingagentur Moody's mit einer Abstufung der Bonität gedroht, da dem Land wegen des Patts zwischen Mitte-Links und Mitte-Rechts unter dem skandalumwitterten Ex-Premier Silvio Berlusconi politischer Stillstand drohe.

Eine Lösung in Rom ist bislang nicht in Sicht. Es drohen Neuwahlen. Konkurrent Standard & Poor's bewertet Italien wie Fitch mit „BBB+“ - Moody's eine Note schlechter mit „Baa2“.

Ein schlechteres Ranking verteuert in der Regel die Kreditaufnahme am Kapitalmarkt. Das kann die Probleme des Euro-Krisenlandes Italien noch verstärken. Der Eurokurs und der italienische Anleihemarkt reagierten kaum auf die Entscheidung von Fitch.

Die italienische Regierung verwies am Abend in einer ersten Reaktion aber darauf, dass Fitch auch Fortschritte Italiens in den vergangenen zwei Jahren anerkenne, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. So ist in der Fitch-Mitteilung etwa von beachtlichen Fortschritten bei der Haushaltskonsolidierung die Rede.

Wie Fitch die Herabstufung begründet
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15 Kommentare zu "Abstufung: Fitch straft Italien ab"

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  • Italien wird die Euro-Zone so schnell leider nicht verlassen.
    Die sind doch auch nicht blöd, und wissen genau wo Ihr Geld herkommt.
    Schließlich wird die Kuh erst geschlachtet (also die Reissleine gezogen), wenn sie keine Milch mehr gibt. Nicht vorher.
    Und darum werden wohl einige Länder in der EU solange kaputt gespart, bis auch die Schrott sein werden.
    Mit der Begründung der Solidarität.
    Dasselbe gilt für alle andere Mittelmeerstaaten.

  • @Und_tschuess

    Und die Sause läuft bei mir nicht mit Sekt, sondern mit Champagner

  • Das war klar, dass sich unsere amerikanischen Freunde diese Steilvorlage auch diesmal nicht entgehen lassen und die "günstige" Situation in Europa nutzen, um vom eigenen Verschuldungsgrad und Reformunwillen abzulenken.

  • Harz-IV und die Nazikeule ist die einzig noch verbliebene Waffe der Sprachlosen, der Loser und Ignoranten!

  • WENN Italien aus dem Euro-Raum verschwindet, werden die anderen unsteten Kantonisten - Griechenland, Spanien und Portugal - folgen müssen. Da bleibt kein Auge trocken!
    Sie haben sich den Austritt redlich verdient - durch jahrelanges Schuldenmachen (auch im Privaten), durch Gewährung schon obszön zu bezeichnender Benefiz' (Wahlgeschenke) und durch eine über alle Maßen aus dem Ruder laufende Gewerkschaft, die Lohnzuwächse, Renten und Arbeitszeiten "erkämpften", von denen man hier bei uns nur ansatzweise träumen kann!

  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Euro-Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst deren Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Dazu kommt dass die Gewinne die deutsche Konzerne über den Export z.Bsp. nach Italien erzielen sehr oft in Nicht-Euro-Ausland investiert wurden, besonders in die ehemalige Länder des Ost-Blocks.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer stärkeren Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer berücksichtigen und entgegen wirken.

  • Es ist völlig belanglos, was eine amerikanische rating-Agentur über irgend ein Land in Europa urteilt. Im Zweifelsfall kommt die Knete immer von der EZB - auch für Frankreich. Der Geldwert wird immer weiter ausgehölt zu Gunsten der Schuldner und zu Lasten derer, die ein Sparbuch, Rentenanwartschaften oder sonstiges Geldvermögen haben. Das ist der Masterplan. Simbawe läßt grüßen

  • <<Paul 7744>>
    Diese Schreibe ist der letzte Mist. Aber leben kannst du ganz prima in diesem "Merkelstaat". Und sei es nur mit H-4.

  • Die Herabstufung Italiens bedeutet natürlich - bei diesem perfiden Eurosystem - auch eine Herabstufung Deutschlands und eine Verteuerung der Bürgschaften, die Merkel und ihre Helfershelfer widerrechtlich in unserem Namen unterschrieben hat.
    Daß Merkel in Griechenland, Portugal, Spanien und nun auch in Italien bespuckt wird, ist begründet, aber nur ein schwacher Trost für die Betroffenen.
    Die willfährige Politik, die Merkel gegenüber den Hauptprofiteuren der finanziellen und politischen Fehlentwicklung, nämlich den Banken betreibt, erinnert immer mehr an die willfährige Politik im Deuschland der 1930er Jahre gegenüber dne Profiteuren des Krieges, wie Krupp, Siemens, IG Farben, Volkswagen etc.
    Ich sehe mit großem Schmerz, daß aus berechtigtem Hass gegen Merkel&Cie wieder in einen Hass zwischen den Völkern wird.
    Das Politiker- und Finanz/Machtkartell hat sich ins nichts geändert. Ein widerliches Pack!

  • Hoffentlich geschieht es so. Ich feiere mit.

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