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Analysten setzen auf Papiere aus Venezuela Investoren sehen Südamerika-Bonds mit gemischten Gefühlen

Südamerikanische Anleihen profitieren zurzeit davon, dass Ängste vor einer Zinserhöhung der US-Notenbank erst einmal verflogen sind. Das Attentat in Madrid wirkte sich nur kurz aus, vor allem brasilianische Bonds gaben nach. Doch schon am Freitag führte Brasilien die Erholung der Emerging-Market-Anleihen an und glich die Verluste mehr als aus. Es fällt aber schwer einen einheitlichen Trend auszumachen, zu unterschiedlich sind die Einflussfaktoren in den einzelnen Regionen.
  • Alexander Busch und Anne Grüttner (Handelsblatt)

BUENOS AIRES/ SAO PAULO. Argentinische Bonds etwa profitierten von der Einigung der Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Ab 22. März will die Regierung zudem ein Treffen mit Repräsentanten der Gläubiger abhalten. Das Land befindet sich seit Anfang 2001 gegenüber den privaten Gläubigern im Zahlungsverzug. Der argentinische Global 2008 stieg auf über 30 US$. Ganz offensichtlich halten Investoren den offiziellen Umschuldungsvorschlag, der die Rückzahlung von nur ca. 10 % des Barwerts vorsieht, für wenig realistisch. Spätestens Anfang Juni will die Regierung einen revidierten Vorschlag vorlegen. Die Dresdner Bank Lateinamerika warnt indes vor zu großem Optimismus und erwartet trotz der neuen Gesprächsbereitschaft „keine substanziellen Verbesserungen des argentinischen Angebots“.

Brasilien stand zuletzt ganz unter dem Eindruck eines Korruptionsskandal um einen Vertrauten des Präsidentenberaters Jose Dirceu. Investoren reagierten sensibel auf Kritik führender Mitglieder der Regierungspartei PT und sogar von Teilen der Regierung, die angesichts des schleppenden Wirtschaftswachstums die orthodoxe Wirtschaftspolitik von Finanzminister Antonio Palocci und Zentralbankchef Henrique Meirelles zunehmend in Frage stellen. Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (Lula) musste die Märkte beruhigen und versicherte, das keine Änderungen des ökonomischen Kurs geplant seien. Arturo Porzecanski von ABN-Amro erwartet, dass weiterhin „Stimmungsschwankungen über Brasilien“ die Anleihen der Emerging Markets dominieren werden. Grund dafür sei „das große Gewichts von 24 %, das Brasilien im EMBI+ Index hat“. Er ist insgesamt optimistisch dank guter wirtschaftlicher Trends und „guten Inflationsindizes, die im zweiten Quartal eine monetäre Lockerung erlauben sollten“.

Positiv sind die Analysten in den Investmentbanken auch für Venezuela gestimmt – trotz der politischen Spannungen: Kaum jemand rechnet damit, dass Venezuela seine Ölproduktion stoppen oder reduzieren wird. Durch die Zerschlagung des Staatskonzerns PdVSA sei die Gefahr eines neuen Ölstreiks wie zur Jahreswende 2002/03 gering, beobachtet Fernando Losada von ABN-Amro. Die Devisenreserven von rund 23 Mrd. $ reduzierten ebenfalls das Risiko eines Zahlungsausfalls: Die akkumulierten Reserven entsprechen den Importen von zwei Jahren und etwa der Höhe der gesamten Auslandsschulden des Öllandes. JP Morgan sieht das politische Risiko im Kurs der Venezuela-Anleihen bereits eingepreist und rät zum Kauf von Anleihen des Landes.

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