Anlagestrategie Was tun, wenn der Zins „schockierend“ niedrig ist?

Die US-Notenbank Fed schenkt der Wall Street weitere Milliarden. Aber wohin mit dem vielen Geld? Aktien kaufen? Oder Staatsanleihen? Nein, die US-Banken haben ein neues Betätigungsfeld für ihre Dollar gefunden.
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Händler an der Wall Street. Quelle: dapd

Händler an der Wall Street.

(Foto: dapd)

New YorkBanken wie JPMorgan Chase, Wells Fargo und PNC Financial setzen derzeit so stark auf US-Kommunalanleihen wie seit 27 Jahren nicht mehr. Sie rechnen damit, dass die Bonds ihre längste Rally seit 2001 ungehindert fortsetzen werden.

Ende Juni hielten Kreditinstitute landesweit Anleihen von Bundesstaaten und Gebietskörperschaften im Volumen von 330 Mrd. Dollar, wie aus Daten der Federal Reserve hervorgeht. Gegenüber dem Vorquartal ist das ein Anstieg um 20 Mrd. Dollar und damit das stärkste Plus seit Ende 1985, sagt das Analyseunternehmen Municipal Market Advisors.

Der Mittelzufluss ist nicht zuletzt auf die relative Sicherheit der Papiere zurückzuführen, mit denen die Institute ihren Kapitalanforderungen nachkommen können. Die sogenannten “Munis” sind auf dem besten Weg, sich volatilitätsbereinigt das zweite Jahr in Folge besser zu entwickeln als Treasuries oder Unternehmensanleihen, zeigen Bloomberg-Daten. Auch die Renditen der Kommunalanleihen haben sich seit zwei Jahren über denen von Staatspapieren gehalten.

“Solange diese beiden Dynamiken bestehen bleiben, wird dieser Trend wohl noch eine Weile anhalten”, erwartet Peter Hayes, Managing Director bei dem weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock mit etwa 105 Mrd. Dollar in Munis in seinen Portfolios. Durch die steigende Nachfrage wurde die Zahl der Gebote für solche Papiere angetrieben, fügt er hinzu.

Die Banken haben mittlerweile Schaden- und Unfallversicherer verdrängt und sind drittgrößter Investor auf dem 3,7 Billionen Dollar schweren Muni-Markt. Lediglich Privathaushalte und Investmentfonds haben mehr Geld in den Bereich investiert, belegen Fed-Daten. Durch den wachsenden Appetit der Banken sind die Kreditkosten für US-Staaten und Kommunen gesunken, die drei Jahre nach der schlimmsten Rezession seit den 1930er Jahren nach wie vor finanziell belastet sind.

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1 Kommentar zu "Anlagestrategie: Was tun, wenn der Zins „schockierend“ niedrig ist?"

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  • Die absolute Verzinsung von Anleihen ist grottenschlecht und dürfte schnell von der ansteigenden Inflation aufgefressen werden. Und wenn die Notenbanken jemals gegensteuern oder der Markt -wiederum dank Inflation- höhere Zinsen fordert, dann geht der Kurs der Altanleihen gnadenlos in den Keller.

    Wer also investiert jetzt noch in Bonds???

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