Anleihe-Emissionen EFSF erhält Geld fürs Schuldenmachen

Der Rettungsfonds EFSF kassiert von den Investoren Geld für seine Anleihen. Auch das hochverschuldete Spanien erwischt heute einen guten Tag am Kapitalmarkt. Aber wie lange währt das Vertrauen in die Südeuropäer?
Update: 21.08.2012 - 12:23 Uhr 21 Kommentare
Spanische Euromünze. Die Südeuropäer sind noch nicht über den Berg. Quelle: dpa

Spanische Euromünze. Die Südeuropäer sind noch nicht über den Berg.

(Foto: dpa)

MadridDer Euro-Rettungsfonds EFSF hat erneut beim Schuldenmachen Geld verdient. Er sammelte am Dienstag bei einer Auktion von dreimonatigen Geldmarktpapieren knapp 1,5 Milliarden Euro ein. Die Anleger zahlten dafür eine Prämie, anstatt sich ihr Geld wie üblich verzinsen zu lassen. Dieses Kunststück war dem EFSF auch schon bei der vorangegangenen Versteigerung im Juli gelungen.
Die durchschnittliche Rendite betrug diesmal minus 0,018 Prozent. Im Vormonat waren es minus 0,0113 Prozent. Das Interesse an den Wertpapieren ließ etwas nach: Die Auktion war 2,6-fach überzeichnet, nachdem die Nachfrage das Angebot zuletzt um das 3,0-Fache übertroffen hatte.

Der EFSF wurde im Frühsommer 2010 aus der Taufe gehoben. Er soll Euro-Länder wie Irland und Portugal mit Krediten versorgen, die weitgehend vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder nur zu untragbar hohen Zinsen Geld bekommen. Papiere des EFSF werden von den großen Ratingagenturen mit der besten Bonitätsnote AAA bewertet. In der Schuldenkrise meiden viele Investoren risikoreiche Anlagen und verzichten damit auf höhere Renditen. Als ausfallsicher geltende Anleihen sind deshalb stark gefragt.

Auch Spanien hat erfolgreich den Kapitalmarkt angezapft und muss Investoren nicht mehr so hohe Zinsen bieten wie zuletzt. Das hoch verschuldete Land verkaufte am Dienstag Anleihen über rund 4,5 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Rendite für Papiere mit 18-monatiger Laufzeit fiel auf etwa 3,3 Prozent, nach rund 4,2 Prozent bei einer vorigen Auktion im Juli. Für Zwölf-Monats-Bonds sank die Rendite auf 3,07 Prozent, nach 3,92 Prozent.
Die Nachfrage war bei beiden Anleihen deutlich größer als das Angebot. Die Emission der 18-Monats-Papiere war 4,0-fach (zuvor 3,7-fach) überzeichnet und die Emission der Zwölf-Monats-Papiere 1,9-fach (zuvor 2,2-fach) überzeichnet.

Spanien hat bereits Milliarden-Hilfen für seine Banken bei seinen Euro-Partner beantragt und gilt als potenzieller Kandidat, um als auch insgesamt unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Die Europäische Zentralbank signalisiert jüngst, dass sie unter bestimmten Bedingungen Ländern wie Spanien und Italien mit Anleihenkäufen unter die Arme greift. Dies würde die Kosten für die Staatsfinanzierung der Ländern mildern.

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21 Kommentare zu "Anleihe-Emissionen: Rettungsfonds bekommt Geld fürs Schuldenmachen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist eben ein Unterschied ob man benachrichtigt, oder nach richtet.
    In den Schulen müßte Medien- Kommunikationskunde inzwischen Pflichtfach sein, aber dort betreibt man auch lieber die Anpassung zum kritiklosen Konsumenten. Sonst würde er ja die ganzen teuren Werbemaßnahmen nicht mehr aufsaugen, sondern würde die je nach Interessenlage beabsichtigte, Manipulation dahinter erkennen.

  • ich hoffe Sie hatten gemerkt dass das nur scherzhaft gemeint war, aber im Ernst: wenn mir (oder den diversen hoch verschuldeten Staaten) keiner mehr neues Geld gibt, dann muss ein Umdenken (z.B. sparen, besser wirtschaften, verlässlicher werden, usw.) erfolgen! Also ich bin dafür, dass hier ein sanfter Druck (als auch Hilfe zur Selbsthilfe) aufgebaut werden muss, ansonsten gibts kein Geld!

  • Dann empfehle ich Ihnen Auswanderung nach Griechenland.

    Blindenschein beantragen, und ein bißchen Schwarzarbeit.

  • ich will auch auf Pump leben, am besten mein ganzes Leben lang, wer gibt mir Geld, ich kanns gebrauchen, zurückzahlen nein Danke!

  • 'Curley' sagt
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    Wenn Sie z.B. 1 Million Euro Schulden haben und Sie machen das nächste Jahr ca 15 % neue Schulden, dann haben Sie ca. 1.15 Millionen Schulden,
    nächstes Jahr dann nur 10 % neue Schulden - na, das sind ???
    Ja, die Schulden nehmen trotzdem zu.
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    Bloß daß in dem Moment in dem die Neuverschuldung unter die Rate des nominalen BSP-Zuwachses gesunken ist, die Verschuldung als Anteil am Bruttosozialproddukt SINKT.

    Und dann sind die Schulden tragbar - selbst bei gleichbleibenden Zinssätzen muß Jahr für Jahr ein kleinerer Anteil des Bruttosozialprodukts für die Zinszahlungen aufgewendet werden.

    Tatsächlich sinken bei absehbarer Schuldentragfähigkeit natürlich die Zinssätze, da das Kreditrisiko des Schuldners gesunken ist.

    +++++

    'Curley' sagt
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    Ein toller Erfolg - so rechnet auch Herr Schäuble.
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    Schäuble rechnet so für 2012:

    Neuverschuldung 40 Milliarden = 1,5% BSP.

    Nominales BSP-Wachstum 3%.

    Ergo SINKT die deutsche Staatsverschuldung dieses Jahr von 87% BSP auf 85,5% BSP.

    Wobei noch nicht absehbar ist, ob und in welchen Umfang negative Einmaleffekte aus der Griechenlandpleite und positive Einmaleffekte aus Bilanzverkürzungen bei der vollkonsolidierten HRE dazukommen.

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    'Curley' sagt
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    Neuverschuldung sinkt - das ist doch eine Beruhigungspille für Irre !!
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    Irre wäre es eher in Fragen der Verschuldung mit absoluten Zahlen zu rechnen, und diese nicht auf die Wirtschaftsleistung zu beziehen.

    Ansonsten wäre die Verschuldung Griechenlands ja vollkommen unbedenklich - schließlich ist sie absolut betrachtet bloß ein Achtel der Verschuldung Deutschlands.

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    'Curley' sagt
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    @Rechner - mal rechnen lernen.
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    Würde ich eher Ihnen empfehlen.

  • Zitat: "Wo kommt denn dieser Nonsense her? "

    @Hunt, es würde schon reichen, wenn Sie im vorliegenden Artikel mal die Plätze 1 - 17 anklicken würden. Die Zusammenfassungen zu den einzelnen EURO-Ländern werden fast immer bei Berichten über die sogenannte "EURO-Krise" mitgeliefert.

  • Eine Statistik der europäischen Kommission :-)

  • Neuerschuldung ???

    @Rechner - mal rechnen lernen. Wenn Sie z.B. 1 Million Euro Schulden haben und Sie machen das nächste Jahr ca 15 % neue Schulden, dann haben Sie ca. 1.15 Millionen Schulden,
    nächstes Jahr dann nur 10 % neue Schulden - na, das sind ???
    Ja, die Schulden nehmen trotzdem zu. Und wenn das so weitergeht dann haben sie nach 10 Jahren geschätzt mit einer Neuverschuldung von 5 % genaus so viele neue Schulden gemacht wie heute mit 12 %. Wenn man die SDumme betrachtet. Also nur 5 % neue Schulden gemacht. Ein toller Erfolg - so rechnet auch Herr Schäuble.
    Dann sind die Schulden bei ca. 2 Millionen, aber alles wird besser und alles erholt sich !!
    UNd nach seiner Meinung machen ja andere Milchmädchenrechnungen auf !! ??? Und die Staatseinnahmen sinken.,

    Neuverschuldung sinkt - das ist doch eine Beruhigungspille für Irre !!

  • 'Hunt' sagt
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    @ Europeer:

    "In allen Krisenstaaten sinkt die Neuverschuldung. Das Vertrauen in die Krisenstaaten steigt. Der Euro bleibt stabil."

    Zeigen Sie mir mal den Bericht, Statistik oder die Zahlen in denen steht, dass die Neuverschuldung in den Krisenstaaten sinkt!!
    ----------------

    Bitte - hier:

    Haushaltsdefizite ausgewählter PIGs (2009 - 2011, %BSP):

    Griechenland: 15,3 - 10,4 - 9,7
    Irland: 14,0 - 31,2 - 13,0
    Italien: 5,4 - 4,5 - 3,8
    Portugal: 10,2 - 9,8 - 4,2
    Spanien: 11,1 - 9,2 - 8,5

    Mit einer einzigen Ausnahme, Irland 2009-2010, sind die Defizite von Jahr zu Jahr gesunken. Und das werden sie, soweit aus den verfügbaren Zwischenständen ersichtlich, auch dieses Jahr tun. Mit der möglichen Ausnahme Griechenland.

    ++++

    'Hunt' sagt
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    Wo kommt denn dieser Nonsense her?
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    Dieser "Nonsense" kommt von eurostat:

    http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page/portal/statistics/themes

    Wo Sie sich auch selbst hätten informieren können.

  • EUR-bashing ist beim HB (und Springer-Verlag allgemein) leider angesagt... Entweder, um die Auflage zu steigern (Populismus), Sensations-Journalismus a la Bild - oder aber, um internen Entscheidungstraegern Profite zu ermoeglichen (EUR-Puts, short-selling, Schmiergelder)... Wer weiss, was da dahinter steckt - auffaellig ist das allemal... Zumal auch jeder Anti-EUR-Spinner hier zu Wort kommt, wie z.B. heute dieser Hahn, der den Sprit-Preis in Zusammenhang mit der EZB-Politik bringen will...

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