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Anleihe Griechen-Bonds sind bei Anlegern sehr gefragt

Die erste zehnjährige Anleihe Griechenlands seit Jahren stößt auf großes Interesse. Aber noch ist das Land nicht aus der Krise.
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Griechenland hat seit Einführung des Euros erst sechsmal zehnjährige Anleihen zu unter vier Prozent am Markt unterbringen können. Quelle: dpa
Börse Athen

Griechenland hat seit Einführung des Euros erst sechsmal zehnjährige Anleihen zu unter vier Prozent am Markt unterbringen können.

(Foto: dpa)

AthenNach neun Jahren ist Griechenland am Dienstag erstmals wieder mit einer Zehnjahresanleihe an den Markt gegangen. Und die Anleger griffen zu. Zwei Milliarden Euro wollte die staatliche Schuldenagentur PDMA aufnehmen, zu einem Zins von 4,13 Prozent.

Aber es wurden 2,5 Milliarden mit einem Kupon von 3,875 Prozent und einer Ausgaberendite von 3,9 Prozent. Mit Angeboten von 11,8 Milliarden Euro war die Emission mehr als fünffach überzeichnet. Mit der Platzierung der Anleihe, die nach britischem Recht begeben wird und bis zum 12. März 2029 läuft, hatte PDMA BNP Paribas, Citigroup, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und JP Morgan beauftragt.

Griechenland hat seit Einführung des Euros erst sechsmal zehnjährige Anleihen zu unter vier Prozent am Markt unterbringen können. Zuletzt im Januar 2006: Der Zins betrug damals 3,91 Prozent. Dass dieser Wert jetzt noch unterboten wurde, ist ein besonderer Erfolg. Je nach Marktlage will die Regierung 2019 bis zu sieben Milliarden aufnehmen.

Es ist bereits der vierte Marktgang des Landes in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Eigentlich hat Griechenland keinen akuten Finanzbedarf für die Refinanzierung seiner Schulden. Der Finanzminister verfügt über Rücklagen von knapp 27 Milliarden Euro. Damit ist Athen bis mindestens 2021 durchfinanziert.

Wichtig ist aber das Signal: Die Renditen der zehnjährigen Bonds gelten als Maßstab für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Das macht die erfolgreiche Platzierung zu einem Meilenstein auf Griechenlands Weg aus der Krise.

Zuletzt konnte das Land am 11. März 2010 eine zehnjährige Anleihe am Markt unterbringen, kurz vor dem Ausbruch der Schuldenkrise. Der Kupon betrug damals 6,25 Prozent. Ende März 2010 gelang der staatlichen Schuldenagentur noch die Emission eines siebenjährigen Bonds. Danach verlor das Land seinen Marktzugang und musste Ende April 2010 Finanzhilfen der Euro-Partner beantragen. Erst Ende August 2018 lief das Hilfsprogramm aus.

Lob von Moody’s

Die Voraussetzungen für den Marktgang waren jetzt günstig: Am Montag war die Rendite des zehnjährigen griechischen Bonds auf 3,6 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit fast 13 Jahren. Drei Tage zuvor hatte die Ratingagentur Moody’s Griechenlands Kreditwürdigkeit um gleich zwei Stufen von „B3“ auf „B1“ heraufgesetzt.

Die Bonitätswächter lobten eine Verstetigung des Reformprozesses, der erste Früchte trage, eine Belebung der Konjunktur, Lichtblicke auf dem Arbeitsmarkt und positive Aussichten beim Abbau der Staatsschulden.

Nach den Schuldenerleichterungen, die Griechenlands öffentliche Gläubiger im vergangenen Sommer zum Programmende gewährten, gilt die Schuldentragfähigkeit des Landes bis mindestens 2038 als gesichert. Auch steigende Kurse an der Athener Börse, insbesondere bei den Finanztiteln, zeigen ein wachsendes Vertrauen der Anleger in Griechenland.

Dahinter steht nicht zuletzt die Erwartung eines Regierungswechsels im Wahljahr 2019. In den jüngsten Umfragen liegt die konservative Nea Dimokratia (ND) mit rund zehn Prozentpunkten so deutlich vor dem regierenden Linksbündnis Syriza, dass ein Wahlsieg der Konservativen als sehr wahrscheinlich gilt. Davon versprechen sich Marktbeobachter eine wirtschaftsfreundlichere Politik.

ND-Chef Kyriakos Mitsotakis twitterte, die Märkte antizipierten einen politischen Wechsel. Eine von ihm geführte Regierung werde das Land „innerhalb von 18 Monaten“ in die Liga der investitionswürdigen Schuldner führen.

Auch nach dem jüngsten Upgrade rangiert Griechenland bei Moody’s noch vier Stufen tief im Ramschbereich, ebenso bei Standard & Poor’s. Bei Fitch trennen das Land drei Stufen von der Kategorie der investitionswürdigen Schuldner. Auch im Vergleich zu den anderen früheren Krisenstaaten der Euro-Zone steht Griechenland immer noch schlecht da. Zyperns Zehnjahresbonds notieren mit 1,9 Prozent Rendite, portugiesische mit 1,5 Prozent, spanische mit 1,2 Prozent und irische mit nur 0,8 Prozent.

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