Anleiheauktion Bund kommt im Schlussverkauf billig an Geld

Die letzte Anleiheauktion des Jahres hat Milliarden in die Kassen des Bundes gespült, und das zu besonders niedrigen Zinsen. Andere hatten bei Anleiheauktionen heute weniger Glück.
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Die Auktion von neuen Bundesanleihen ist die letzte für das Jahr 2011. Quelle: dpa

Die Auktion von neuen Bundesanleihen ist die letzte für das Jahr 2011.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Bund hat seine letzte Anleihe-Auktion in diesem Jahr erfolgreich über die Bühne gebracht. Bei Investoren wurden 4,18 Milliarden Euro eingesammelt, teilte die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur mit. Sie hätte auch rund sechs Milliarden Euro einnehmen können, so groß war die Nachfrage nach den Papieren mit zweijähriger Laufzeit. Die Versteigerung war damit 1,4-fach überzeichnet - im November dagegen nur 1,1-fach.

Die Anleger lassen sich ihr Geld mit durchschnittlich 0,29 Prozent verzinsen. Im November waren es noch 0,39 Prozent. Zum Vergleich: Der Marktzins für vergleichbare französische Papiere liegt mit rund 0,9 Prozent deutlich höher.

Die Finanzagentur sprach von einem „sehr guten Ergebnis“. „Mit der letzten Auktion bestätigt sich der grundlegende Trend im laufenden Jahr: Der Emittent Bund kann als sicherer Hafen der Suche nach Qualität durch die Investoren gerecht werden“, sagte ein Sprecher.

Insgesamt hat der Bund in diesem Jahr am Kapitalmarkt rund 283 Milliarden Euro eingesammelt. Das Geld wird benötigt, um alte Schulden zu tilgen, Zinsen zu zahlen und das Haushaltsdefizit zu decken. 2012 dürfte der Kreditbedarf ähnlich hoch liegen.

Schon im Vorfeld waren Bundesanleihen am Zweitmarkt gefragt. Die zweijährigen Papiere notierten mit 0,29 Prozent nur fünf Basispunkte über ihrem Allzeittief von vor zwei Tagen. Die zehnjährigen Papiere rentierten einen Basispunkt niedriger mit 2,01 Prozent. Im Gegenzug stieg der Terminkontrakt Bund-Future 25 Basispunkte auf 136,87 Prozent.

Das gute Ergebnis ist nicht überraschend: "Wir haben in letzter Zeit eine starke Nachfrage nach Papieren mit kurzer Laufzeit gesehen", sagt Marius Daheim, Fixed-Income-Stratege bei der Bayerischen Landesbank in München.

Nicht ganz so gut erging es Italien: Bei der ersten Auktion langfristiger Staatsanleihen nach dem richtungsweisenden EU-Gipfel hat Italien Zinsen in Rekordhöhe gezahlt. Das hoch verschuldete Land musste bei der Versteigerung von Papieren mit fünfjähriger Laufzeit einen durchschnittlichen Zins von 6,47 Prozent zahlen. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Euro. Im November waren es bei einer vergleichbaren Auktion lediglich 6,29 Prozent gewesen.

Wenig verändert waren US-Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries hielt bei 1,97 Prozent das Vortagesniveau. Für den Abend haben die USA die dritte Anleihe-Auktion in dieser Woche angekündigt. Platziert werden sollen 30-jährige Anleihen im Volumen von 13 Milliarden Dollar.

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13 Kommentare zu "Anleiheauktion: Bund kommt im Schlussverkauf billig an Geld"

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  • Abwarten. Abgerechnet wird später und wohl auch global. Jeder sollte sich mal intensiv mit der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der letzten Jahrhunderte befassen. Fazit: "Die Staaten sind die kältesten aller kalten Ungeheuer" (F. Nietsche)

  • ...warum keine Neuverschuldung, wenn es Euro für Deutschland zum quasi Null Tarif gibt? Staat via Keynes findet doch immer "gute" Ideen, wofür er das Geld ausgeben kann und die Macht steigert ;)

  • Vor allem kann man bei den derzeit extrem niedrigen Zinsen auf die langfristigen Anleihen - wenn man etwas (5-10 Jahre) in die Zukunft blickt - nur Geld verlieren.
    - Entweder normalisieren sich die Wirtschaft und damit die Zinsen wieder. Dann fallen die Kurse der langfristigen Anleihen, wer verkaufen will (muss) erleidet Kursverluste
    - Angenommen die derzeitige "depressive Phase" hält wirklich die nächsten 10 Jahre an (unwahrscheinlich), dann bleibt einem (bei Halten bis zur Fälligkeit) der nominale Kapitalerhalt, aber die Inflation (gepart mit KESt) frisst den Ertrag und ggf. realen Wert
    - Wenn die Wirtschaft in Europa sich wirklich so schlecht entwickelt wie von einigen befürchtet, wird das auch auf die Wirtschaftskraft von Deutschland durchschlagen. Dann wird Deutschland ggf. in die gleiche Abwärtsspirale geraten wie derzeit Italien oder Spanien - oder zumindest durch Verlust des Ratings höhere Zinsen zahlen müssen - Folgen siehe oben.

    Also: Kapitalerhalt (nominell) ist vielleicht gesichert - wenn man das Geld nicht vor Fälligkeit der Anleihe zurück braucht - aber ein Ertrag lässt sich nur in einem deflationären Szenario erzielen.
    Deshalb legt derzeit kaum jemand in 10-jährige Bundesanleihen an.

  • ist doch alles humbug. die anleger flüchten halt nur in deutsche anleihen, weil hier noch ein gewissen vertrauen herrscht. der bund freut sich ins fäustchen und die steuerzahler bluten für den nächsten Crash, die sich schon andeutet und nächste jahre die große blase platzen lässt.

  • Ja, ja der deutsche Staat verschuldet sich weiterhin.

    Warum muss er den Staatsanleihen verkaufen?

    Gibt er mehr aus als er einnimmt?!

  • Mit "Glück" hat das wohl wenig zu tun.

    Bei Italien kann man ebenso wenig von "Pech" reden.

    Soll der Artikel suggerieren, dass es Zufall ist, wer wieviel Zinsen zu zahlen hat? Oder das es beim nächsten Mal mit mehr "Glück" anders aussieht, man quasi Opfer einer überirdischen Macht ist?

  • "Die letzte Anleiheauktion des Jahres hat Milliarden in die Kassen des Bundes <b>gespült</b>"

    Ich gehe später auch zur Bank, nehme mal ein Kredit auf...sagen wir mal 10 Millionen....damit Geld in die Kasse <b>gespült</b> wird...

  • Völlig unerwartete Steuermehreinnahmen, an den Märkten kann sich Deutschland quasi für lau verschulden. Dazu kommen nochmals über 50Mrd von der HRE. Unser Herr Finanzminister wird also förmlich(man möge mir den Kraftausdruck verzeihen!)mit Geld zugeschissen und dennoch kommt er nicht ohne Neuverschuldung aus. Was für ein Versager!!!

  • Und da sage noch einer Deutschland profitiert nicht von der gegenwärtigen Schuldenkrise einiger südeuropäischer Länder.
    Es sind bis dato schon zwischen 60 - 65 Mrd. Euro Refinanzierungs-/Umschuldungskostenersparnis.
    Fakt ist, Deutschland ist und bleibt der Euro-Hauptprofiteur und Nutznießer Nummer 1 der Einheitswährung !

  • Und da sage noch einer Deutschland profitiert nicht von der gegenwärtigen Schuldenkrise einiger südeuropäischer Länder.
    Es sind bis dato schon zwischen 60 - 65 Mrd. Euro Refinanzierungs-/Umschuldungskostenersparnis.
    Deutschland ist der Euro-Hauptprofiteur und Nutznießer Nummer 1 der Einheitswährung !

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