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Anleihen Deutschland muss sich wegen hoher Steuereinnahmen weniger Geld leihen

Hohe Steuereinnahmen machen es möglich: Der Bund wird im dritten Quartal seine Anleiheplatzierungen um mehrere Milliarden Euro reduzieren.
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Der Bundesfinanzminister führt den Kurs seines Vorgängers Wolfgang Schäuble nahtlos fort. Quelle: dpa
Olaf Scholz

Der Bundesfinanzminister führt den Kurs seines Vorgängers Wolfgang Schäuble nahtlos fort.

(Foto: dpa)

FrankfurtAls „Olaf Schäuble“ verspotten die eigenen Genossen SPD-Finanzminister Olaf Scholz. In der Tat setzt dieser den Kurs seines Vorgängers Wolfgang Schäuble nahtlos mit dem Dogma der „schwarzen Null“ fort. Für den Bundeshaushalt sollen unter dem Strich keine neuen Schulden gemacht werden. An der seit 2016 geltenden Schuldenbremse will Scholz nicht rütteln. De facto hält der Bund die Neuverschuldung schon seit vier Jahren bei null.

Dabei braucht der Bund von Investoren sogar noch weniger Geld als zunächst geplant. Im dritten Quartal wird Deutschland die geplanten Anleiheplatzierungen um insgesamt sechs Milliarden Euro reduzieren. Das teilte die für Deutschlands Schuldenverwaltung und Platzierung zuständige Finanzagentur an diesem Donnerstag mit. Bereits im zweiten Quartal hatte der Bund die Bond-Emissionen um zwei Milliarden Euro gekürzt.

Der Bund benötigt derzeit weniger Geld, weil die gute Konjunktur für hohe Steuereinnahmen sorgt. Dessen Einnahmen stiegen allein im Mai um 9,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor.

Insgesamt wird sich Deutschland in diesem Jahr am Markt zwischen 181 und 185 Milliarden Euro leihen – aufgeteilt auf kurzlaufende Geldmarktpapiere von 36 Milliarden Euro, festverzinsliche Anleihen mit Laufzeiten von zwei bis 30 Jahren über 139 Milliarden Euro und auf an die Inflationsrate gekoppelten Anleihen über sechs bis zehn Milliarden Euro.

Der Bund legt jedes Jahr im Dezember fest, wie viel Geld er im Folgejahr von Investoren braucht. Dabei nennt er genaues Datum und den Umfang der Emissionen. Lediglich bei inflationsindexierten Anleihen gibt es keine konkreten Angaben zum Volumen.

Die Kürzungen gibt es bei vielen verschiedenen Anleihen. Insgesamt werden sieben Anleihen etwas kleiner ausfallen als geplant und um 500 Millionen bis eine Milliarde Euro gekürzt. Neue Anleihen werden aber mit immer noch vier Milliarden Euro üppig ausfallen, Aufstockungen bestehender Bonds betragen eine Milliarde Euro bei 30-jährigen Laufzeiten und drei Milliarden bei kürzer laufenden Anleihen.

Die meisten Analysten hatten nicht mit so deutlichen Kürzungen gerechnet. Die Kurse der Bundesanleihen stiegen nach der Ankündigung der Finanzagentur leicht, im Gegenzug sanken die Renditen. Die Rendite des am meisten beachteten Bundeswertpapiers – der zehnjährigen Bundesanleihe – ging auf 0,36 Prozent zurück. So niedrig hatte sie zuletzt Ende Mai gelegen.

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1 Kommentar zu "Anleihen: Deutschland muss sich wegen hoher Steuereinnahmen weniger Geld leihen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Könnte man nicht den Solidaritätszuschlag erhöhen, damit sich Deutschland noch weniger Geld leihen muss?

    Jetzt wo soviel Geld da ist, kann man ja mehr Geld für Europa ausgeben, für den Merkel´schen Währungsfond oder für die Schuldenunion, oder wie die Grünen fordern - für Griechenland!

    Ist alles ironisch gemeint, für die Zweifler!

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