Anleihen Investoren strafen Portugal ab

Portugiesische Staatsanleihen haben sich im dritten Quartal sehr schlecht entwickelt. Anleger sind zurückhaltend wegen der politischen Turbulenzen im Lande. Ähnliche Verwerfungen in Spanien verzeihen sie dagegen.
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Die Finanzmärkte strafen Portugal ab. Als Gründe nennen die Investoren die Regierungskrise und den Streit über die Haushaltspolitik. Quelle: ap

Die Finanzmärkte strafen Portugal ab. Als Gründe nennen die Investoren die Regierungskrise und den Streit über die Haushaltspolitik.

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LondonDie Kurse der portugiesischen Staatsanleihen weisen erstmals seit 2011 einen Quartalsverlust aus. Als Gründe nennen Investoren vor allem die Regierungskrise und den Streit über die Haushaltspolitik. Außerdem sind sie besorgt, dass das Land ein zweites Hilfspaket benötigen könnte. Indes zeigt Spanien, das in den vergangenen drei Monaten auch von innenpolitischen Turbulenzen erschüttert wurde, in der Region die zweitbeste Performance.

„Was wir in Portugal sehen, ist von politischer Unsicherheit getrieben”, sagt Michael Markovich, Leiter weltweite Zinsanalyse bei Credit Suisse in Zürich. „Allgemein sind die Rahmenbedingungen schwächer und Portugal-Bonds gehören zu den schwächsten Anleihen in Europa.”

Die portugiesischen Papiere haben den Investoren im dritten Quartal einen Verlust von 1,4 Prozent beschert, die schlechteste Performance unter den Bonds von 14 Euroraum-Ländern, die von den Bloomberg-World-Bond-Indexes abgedeckt werden. Spanische Papiere kamen hingegen auf einen Gewinn von 3,1 Prozent, italienische Bonds wiesen ein Plus von 1,7 Prozent auf und griechische Papiere ein Plus von 11 Prozent, wie aus den Indizes hervorgeht.

Portugal, das im Mai erstmals seit dem Hilfspaket 2011 zehnjährige Papiere an den Markt gebracht hat, strebt an, wieder vollen Zugang zu den Kapitalmärkten zu erhalten. Denn das Ende des Hilfspakets im Juni 2014 naht. Die Renditen im Zehn-Jahres-Bereich überschritten allerdings am 3. Juli erstmals seit acht Monaten die Marke von acht Prozent.

Anlass dafür bot die Uneinigkeit über den Sparkurs. Dies führte zu den Rücktritten von Paulo Portas, dem Anführer des kleineren Koalitionspartners in der Regierung, und Finanzminister Vitor Gaspar. Was wiederum eine Regierungskrise auslöste. „In Portugal gibt es anhaltende politische und fundamentale Risiken zusammen mit einem strukturellen Nachfragemangel”, urteilt daher Michael Leister, leitender Zinsstratege bei der Commerzbank in London. „Wir rechnen nicht damit, dass Portugal nachhaltig an den Markt zurückkehren kann.”

Zehnjährige portugiesische Anleihen rentierten zum Ende des dritten Quartals bei 6,87 Prozent, verglichen mit 6,45 Prozent am 28. Juni. Das tägliche Handelsvolumen portugiesischer Staatsanleihen ist im August auf elf Millionen Euro gesunken, verglichen mit 33 Millionen Euro einen Monat zuvor, wie die jüngsten Daten der portugiesischen Schuldenagentur zeigen.

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