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Anleihen Rally bei Technologie-Anleihen – Wirecard platziert ersten Bond

Anleihen von Tech-Konzernen sind begehrt wie nie. Der Zahlungsdienstleister Wirecard macht sich das zunutze – aber auch Apple hat Bonds im Wert von drei Milliarden Dollar ausgegeben.
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Der Zahlungsdienstleister hat erstmals eine Anleihe am Markt platziert. Quelle: dpa
Wirecard

Der Zahlungsdienstleister hat erstmals eine Anleihe am Markt platziert.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat sich erstmals über eine Anleihe Geld am Kapitalmarkt geliehen. Das Unternehmen aus Aschheim bei München platzierte am Donnerstag einen Bond über 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren (ISIN: DE000AZYMQ58).

Wirecard hätte auch eine Milliarde Euro einsammeln können, die Auktion war doppelt überzeichnet. Die Rendite lag zum Start bei 0,63 Prozent. Eine negative Rendite, wie sie viele Staaten im Euro-Raum und große Konzerne wie die Allianz erzielen, war für den Dax-Neuling jedoch nicht drin.

Die Ratingagentur Moody’s hatte Wirecard Anfang der Woche erstmals eingestuft und mit „Baa3“ bewertet. Das ist die niedrigste Bonitätsstufe, die noch als „Investment Grade“, also investierbar gilt. Darunter gelten Bonds als spekulative Hochzinsanleihen.

Wirecard ist zwar hochprofitabel und hat bei der Marktkapitalisierung längst die Deutsche Bank hinter sich gelassen. Doch gemessen am Umsatz von zwei Milliarden Euro sei Wirecard noch vergleichsweise klein, sagt LBBW-Analyst Matthias Schell. Daher habe es Wirecard nur knapp in den Investment-Grade-Bereich geschafft.

Das Marktumfeld hätte für Wirecard kaum günstiger sein können. Investment-Grade-Anleihen mit positiver Verzinsung sind derzeit extrem gefragt – sie werden nämlich immer seltener. Mittlerweile stehen Unternehmensanleihen mit einem Volumen von mehr als einer Billion Euro aus, die negative Renditen abwerfen.

Kauft die EZB die Wirecard-Anleihe?

Zudem qualifizieren sich die Wirecard-Papiere für ein mögliches Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für Unternehmensanleihen. Bereits bei der Sitzung des EZB-Rates in der kommenden Woche könnte sich entscheiden, ob die Notenbank ein neues Anleihekaufprogramm startet und dieses auch für Unternehmensanleihen gilt.

In der Vergangenheit hat die EZB ausschließlich Anleihen mit Investment-Grade-Rating gekauft. Daran dürfte sich auch bei einer Neuauflage des Programms nichts ändern.

Bei Investoren dürften die Wirecard-Papiere daher gut ankommen. Denn Technologie-Anleihen sind derzeit besonders heiß begehrt: Am Mittwoch fiel die Durchschnittsrendite der im „iboxx“-Index gelisteten europäischen Technologieanleihen Berechnungen der LBBW zufolge unter null.

Damit lag erstmals die Durchschnittsrendite von Unternehmensanleihen eines kompletten Sektors unter der Nulllinie. Das Technologie-Segment des „iboxx“-Index enthält Anleihen etwa von SAP, aber auch Euro-Anleihen von US-Techkonzernen wie Apple oder Oracle.

Flut von neuen Emissionen

Das Marktumfeld für Anleihen ist aus Sicht der Unternehmen historisch so günstig, sodass selbst finanziell gut ausgestattete Konzerne wie Apple frisches Geld aufnehmen. Der iPhone-Hersteller ging am Mittwoch erstmals seit zwei Jahren an den Markt und gab gleich mehrere Anleihen mit einem Gesamtvolumen von mehr als drei Milliarden Dollar aus.

Eine der Anleihen hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Damit versucht der Konzern von der hohen Nachfrage nach langlaufenden Anleihen zu profitieren. Von der Aussicht auf sinkende Leitzinsen in Europa und den USA profitieren langfristige Anleihen besonders stark. Der Kurs der 30-jährigen US-Staatsanleihe hat allein seit Jahresbeginn um mehr als 30 Prozent zugelegt. Im Gegenzug fiel die Rendite Mitte der Woche auf ein neues Allzeittief von 1,5 Prozent.

„Die Neuemissionsflut setzt sich fort“, kommentierten die Analysten der DZ-Bank. Allein in Europa hätten Unternehmen rund 16 Milliarden Euro über Anleihen eingesammelt. Die USA verzeichneten Bloomberg zufolge sogar einen neuen Rekordwert: Innerhalb von nur 30 Stunden gaben Unternehmen Anleihen mit einem Volumen von 74 Milliarden Dollar aus.

Mehr: Die Zahl der Gewinnwarnungen befindet sich auf einem Zehnjahreshoch. Spezialisten in Nischen heben sich im weltweiten Abschwung gegenüber den großen Allroundern ab.

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