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Anleihen Staatsbonds aus dem Nahen Osten bieten hohe Renditen

Saudi-Arabien und die Türkei produzieren zurzeit keine guten Schlagzeilen. Trotzdem wagen sich beide Länder mit Dollar-Bonds an den Markt.
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Saudi-Arabien hat erfolgreich einen neuen Bond am Markt platziert. Quelle: dpa
Königspalast in Riad

Saudi-Arabien hat erfolgreich einen neuen Bond am Markt platziert.

(Foto: dpa)

Zwei umstrittene Länder sammeln Geld bei internationalen Investoren ein: Saudi-Arabien hat Anleihen im Umfang von 7,5 Milliarden Dollar verkauft und dabei Gebote über 27 Milliarden erhalten. Und die Türkei hat Papiere im Wert von zwei Milliarden Dollar abgesetzt.

Beide Länder boten dabei etwas höhere Renditen als bisher am Markt üblich. Der Aufschlag betrug jeweils mindestens 0,2 Prozentpunkte (20 Basispunkte), wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt. Sehr lang laufende Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit aus Saudi-Arabien bringen rund fünf Prozent Rendite. JP Morgan hat kürzlich angekündigt, saudische Papiere in den eigenen Schwellenländer-Index aufzunehmen.

Türkische Staatsanleihen mit 20 Jahren Restlaufzeit werden mit Renditen von 7,8 Prozent gehandelt, vierjährige Laufzeiten werfen immer noch mehr als vier Prozent ab. Interessant auch: Der Konzern Saudi Aramco, der im vergangenen Jahr einen geplanten Börsengang abgesagt hat, will im zweiten Quartal seinen ersten internationalen Bond verkaufen, um damit die Übernahme des saudischen Petrochemie-Konzerns Sabic zu finanzieren.

Saudi-Arabien steht politisch unter Druck. Das Land hat sich in einen blutigen Bürgerkrieg im Jemen eingemischt und dabei offenbar nicht zur Entschärfung beigetragen. Außerdem wurde der prominente Journalist, Jamal Kashoggi im Generalkonsulat Saudi Arabiens in Istanbul von Staatsbediensteten ermordet. Wirtschaftlich ist die Öl-Nation aber stabil, zumal der Preis des Rohstoffs zuletzt wieder gestiegen ist.

Die Türkei ist politisch ebenfalls hoch umstritten, vor allem wegen Gefängnisstrafen gegen Journalisten und andere Personen, die sich kritisch über die Regierung äußern. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat nach einem Putschversuch gegen ihn den Rechtsstaat über weite Strecken außer Kraft gesetzt. Aber auch wirtschaftlich hat das Land Probleme, was in der Schwäche der Landeswährung Lira zum Ausdruck kommt. Zuletzt hat sich die Situation aber etwas stabilisiert, auch durch das Eingreifen der Notenbank, die Erdogan lange an notwendigen Zinserhöhungen gehindert hatte.

Die Investoren scheint das alles nicht weiter zu stören. „Es ist ein guter Zeitpunkt, weil die Märkte wieder Risiken eingehen und die Investoren sich darum schlagen, Wertpapiere zu erwerben“, zitiert Bloomberg die Expertin Delphine Arrighi von Merian Global Investors in London.

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