Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bond-Märkte Anleger greifen nach EZB-Entscheid bei europäischen Anleihen zu

Die EZB stärkt ihre Politik des offenen Geldes. Das drückt auf die Renditen europäischer Staatsanleihen. Vor allem die Sorgenkinder profitieren.
Kommentieren

Strategie in der Niedrigzinsphase: „Anleger müssen Risiken eingehen“

FrankfurtAuf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins bei null Prozent zu belassen und Banken mit Krediten zu unterstützen, haben Investoren mit massiven Anleihekäufen reagiert. Besonders die Kurse italienischer, spanischer und portugiesischer Anleihen legten am Donnerstagnachmittag kräftig zu. Im Gegenzug sanken die Renditen der Papiere.

So notierten zehnjährige italienische Staatsanleihen bei 2,52 Prozent und markierten den tiefsten Stand seit einem Jahr. Die Rendite hat sich seit den Höchstständen von Oktober 2018 um rund 30 Prozent verringert. Auch die Renditen für spanische und portugiesische Staatsanleihen markierten neue Jahres-Tiefstwerte.

Renditen der Euro-Kernländer sanken als Reaktion auf die EZB-Entscheidung ebenfalls deutlich: Die zehnjährige Bundesanleihe rutschte unter die Marke von 0,10 Prozent. In Frankreich und den Niederlanden gingen die Renditen ebenfalls zurück.

Mit ihrer Aussage, den Leitzinsen mindestens bis Ende 2019 auf dem Niveau der Nullgrenze zu halten sowie zum Umfang des Kreditpaketes für Banken, hatte die EZB die Markterwartungen noch übertroffen. Als Grund für die neue Lockerung der Geldpolitik führte die Notenbank die überraschend schwache Konjunktur der Euro-Zone an. „Die EZB wirft das Handtuch“, kommentierte Christoph Kutt, Leiter Zinsstrategie und Staatsanleihen bei der DZ Bank.

Zwar hätten die Märkte ohnehin nicht mehr mit einer Leitzinserhöhung in diesem Jahr gerechnet, sagte Kutt. Doch das gesamte Maßnahmenpaket habe seine Wirkung nicht verfehlt. „Das drückt aus, dass die EZB die Zeichen der Zeit erkannt und Stimulus hinzugefügt hat, um die derzeitigen Risiken ausgehend von Protektionismus und Brexit abzupuffern“, erklärte Kutt.

Auch DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht in den Ergebnissen der EZB-Sitzung eine Reaktion auf die sich eintrübende Konjunktur: „Größe und Laufzeit dieses neuen Kreditprogramms signalisieren wohl auch die Sorge der EZB über die Abkühlung und die stark zunehmenden Risiken für die Wirtschaft der Euro-Zone.“

Der Kurs von Mario Draghi sei jedoch riskant, gibt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Bank in Deutschland, zu bedenken. Zinserhöhungen seien nun für den Rest des Jahres komplett vom Tisch. Die Notenbank habe „mit einem Schlag all ihr Pulver verschossen für den Fall, dass die Konjunktur der Euro-Zone in den kommenden Monaten in eine Rezession abrutscht.“

Mit den Ergebnissen ihrer jüngsten Sitzung hat die Notenbank ihre lockere Geldpolitik einmal mehr zementiert. Sparer im Euroraum müssen sich noch lange Zeit auf niedrige Zinsen für risikolose Investments einstellen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Bond-Märkte - Anleger greifen nach EZB-Entscheid bei europäischen Anleihen zu

0 Kommentare zu "Bond-Märkte: Anleger greifen nach EZB-Entscheid bei europäischen Anleihen zu"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.