Bundesanleihen Deutschland wird nicht mehr so billig an Geld kommen

Die Euro-Krise könnte 2012 in Deutschland ankommen. Die meisten Banken und Investmenthäuser erwarten steigende Renditen für Bundesanleihen. Das heißt: Die Bundesrepublik muss mehr für ihre Schulden zahlen.
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Die Renditen für Bundesanleihen könnten im kommenden Jahr stark ansteigen. Quelle: dpa

Die Renditen für Bundesanleihen könnten im kommenden Jahr stark ansteigen.

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FrankfurtDie Angst der Anleger vor einer Zuspitzung der Euro-Krise hat für Nachfrage bei sicheren Bundesanleihen gesorgt. Die Investoren verkauften als riskanter geltende Anlagen wie Aktien und kauften Staatsanleihen von Ländern mit einer hohen Bonität. Einer der wenigen Krisengewinner 2011 sind deshalb deutsche Staatsanleihen.

Spannend dürfte es am Rentenmarkt schon im Januar werden, denn dann wird die Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's erwartet, ob sie nun wie angedroht, die Länder der Euro-Zone herunterstufen wird oder nicht.

„In den deutschen Bundesanleihen wird das Geld wohl weiter drin bleiben, denn bei den Anlegern gilt Deutschland in der Euro-Krise als stabil“, sagte ein Händler. Auch Commerzbank-Stratege David Schnautz ist optimistisch. Er rechnet damit, dass sich die deutschen Bundesanleihen zumindest im ersten Quartal besser entwickeln als die Papiere anderer Euro-Zonen-Staaten.

Im Durchschnitt sehen 36 befragte Analysten und Volkswirte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe – das Stimmungsbarometer für den Euro-Anleihemarkt – Ende des nächsten Jahres jedoch bei 2,47 Prozent. Das entspricht einem starken Anstieg um knapp 28 Prozent gegenüber dem gestrigen Renditestand von 1,93 Prozent.

Schaut man sich die einzelnen Vorhersagen an, dann befürchtet die Berenberg Bank einen besonders heftigen Ausschlag mit 3,20 Prozent Ende 2012. Die Schweizer Bank Sarasin, die Deutsche Bank und die Hamburger Sparkasse gehen von einem Renditeanstieg auf genau drei Prozent aus. Eine ganz andere Meinung vertreten vor allem zwei Häuser: Die Citi, die von 1,50 Prozent am Jahresende ausgeht und die Royal Bank of Scotland mit 1,60 Prozent.

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9 Kommentare zu "Bundesanleihen: Deutschland wird nicht mehr so billig an Geld kommen"

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  • Unter den Blinden ist halt der Einäugige König.
    Nur werden dem Schäuble in Zukunft die Anleihen von den Instis auch nicht mehr zu Renditen von 2 % abgenommen werden. Damit keine Versicherung oder Einrichtung der Altersversorgung die erforderlichen Renditen erzielen.
    Von daher sollten wir uns wünschen, dass die Spreads zusammenlaufen. Übrigens, die neue Schweiz heißt Dänemark. Da muss der Staat keine Anleihezinsen zahlen, er bekommt noch Geld dafür, dass die Anleger kurzfristige dänische Anleihen zeichnen dürfen. Perverse Welt! Volkswirte, verbrennt eure "Leerbücher" und achtet auf den Schwarzen Schwan!

  • Danke, damit sind alle eventuellen Fragen zu deinem Niveau hinreichend beantwortet.

  • Du bist ja selbst zu feige, dich mit festen User-Nick anzumelden. Und mit solchen Schwachmaten diskutier ich auch erst gar nicht !

  • Die Unwahrheit wird nicht weniger unwahr, wenn man sie ständig wiederholt.

    Die genannten Beträge sind hanebüchen, die Kosten der Krise in Form von Inflation und Zahlungsausfgällen der Schuldenländer werden gewaltig sein und bereits vor der Krise war Deutschland durch die kapitalabflussbedingte Wachstumsschwäche das, was es auch heute noch ist: Der Hauptlastenträger des Euros.

    Dass vom Ausland und von interessierten Kreisen im Inland immer wieder versucht wird, den Deutschen das Gegenteil einzureden, ist aufgrund der Interessenlage wenig überraschend. Es ist halt bequemer, die irischen, griechischen und italienischen Schulden der britischen und US-Banken vom deutschen Steuerzahler retten zu lassen, als selbst die eigenen Banken zu retten.

  • Krisengewinner ist und bleibt aber dennoch Deutschland.
    Und da sage noch einer Deutschland profitiert nicht von der gegenwärtigen Schuldenkrise einiger südeuropäischer Länder. Es sind bis dato schon zwischen 65 - 70 Mrd. Euro Refinanzierungs-/Umschuldungskostenersparnis.
    Fakt ist, Deutschland ist und bleibt der Euro-Hauptprofiteur und Nutznießer Nummer 1 der Einheitswährung !

  • Genial, oder ?

    Ist das nicht genial ?

    Man drückt dem Staat die Schrottpapiere aufs Auge,
    und der Zahlt die Rendite.

  • Was ist denn jetzt.Wir erzählen ständig dass hohe Zinsen gut sind da sie disziplinierend wirken und wenn es für Deutschland teuer wird sind hohe Zinsen schlimm.Typish Deutsch-erst den großen Maul aufreißen und erst danach nachdenken.Da Schäuble dieses Jahr wieder neue Schulden aufnehmen wird,obwohl er zum zweiten Mal soviel eingenommen hat wie noch nie in der Deutschen Geschichte,würden uns hohe Zinsen gut kommen.Vielleicht werden wir dann auch tatsächlich sparen und nicht nur dumm reden und uns als Heilige darstellen.

  • Und warum steigt der Bund Future dann immer weiter, jetzt bei fast 139??? Weil die Märkte erwarten, dass Deutschland iom kommenden Jahr schwieriger an Geld kommt und die Renditen steigen?

    Was für ein merkwürdiger Artikel..?!

  • Deutschland wird nur deshalb mehr für die Staatsanleihen zahlen, weil davon ausgegangen wird, dass Deutschland mehr und mehr für die anderen PFIIGS einstehen muss....

    Wenn Deutschland den EURO abgeben würde, könnte sich Deutschland wahrscheinlich noch weitere 5 Jahre zu 0% finanzieren...

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